Elternzeit, Elterngeld und Kindergeld

Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Themen Elternzeit, Elterngeld, Kindergeld und das Elternpaket, das Angehörige der Fachhochschule Südwestfalen nach der Geburt eines Kindes erhalten:

Elternzeit

Allgemeines

Elternzeit steht beiden Elternteilen zu – und zwar völlig unabhängig voneinander. D.h. die Elternzeit von Vater und Mutter kann in Länge und Umfang ganz individuell gestaltet und auch parallel oder nur für einzelne Monate oder Wochen genommen werden.

Die Mutterschutzfrist (bis 8 Wochen nach der Geburt) wird auf die mögliche dreijährige Gesamtdauer der Elternzeit angerechnet. Die Elternzeit des Vaters kann ab Geburt des Kindes bereits während der Mutterschutzfrist für die Mutter beginnen.

Während der Elternzeit sind Eltern ohne Bezüge von der Arbeit freigestellt und können sich der Kinderbetreuung widmen. D.h. es ruhen die Hauptpflichten des Arbeitsverhältnisses, das Arbeitsverhältnis bleibt aber bestehen und nach Ablauf der Elternzeit besteht ein Anspruch auf Rückkehr auf den ursprünglichen Arbeitsplatz bzw. auf einen, der mit dem vorherigen gleichwertig ist.

Die Pflichtmitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung bleibt während der Elternzeit bestehen.

Anmeldung der Elternzeit

Zur Inanspruchnahme der Elternzeit vor dem dritten Geburtstag des Kindes besteht eine sieben-Wochen-Frist (bei Beamten und Beamtinnen sechs Wochen). Die Frist zur Bekanntgabe der geplanten Elternzeit vom dritten bis einschließlich achten Lebensjahr des Kindes verlängert sich auf 13 Wochen. Sobald die Elternzeiterklärung beim Arbeitgeber eingegangen ist, frühestens jedoch 8 Wochen vor Beginn der Elternzeit, besteht besonderer Kündigungsschutz bis zum Ende der Elternzeit.

Eltern, deren Kind vor dem 1. Juli 2015 geboren wird, benötigen die Zustimmung des Arbeitgebers, wenn Elternzeit (höchstens 12 Monate) zwischen dem dritten bis achten Lebensjahr übertragen werden soll. Die Eltern, deren Kind nach dem 1. Juli 2015 geboren wird, profitieren von der neuen Elternzeitregelung und brauchen die Zustimmung des Arbeitgebers nicht mehr, wenn sie eine nicht beanspruchte Elternzeit von bis zu 24 Monaten zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr ihres Kindes in Anspruch nehmen wollen. Die Elternzeit kann folglich in bis zu drei Abschnitten genommen werden. Dies gilt auch bei einem Arbeitgeberwechsel.

Die Anmeldung der Elternzeit an der Fachhochschule Südwestfalen erfolgt formlos an die Personalabteilung SG 1.2.

Teilzeitbeschäftigung in der Elternzeit

Eine Teilzeitbeschäftigung bis zu einer wöchentlichen Arbeitszeit von 30 Stunden ist während der Elternzeit möglich. Das Einkommen aus Teilzeitarbeit während der Elternzeit wird bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt.

Ausführliche Informationen finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie einige Hinweise im Merkblatt "Elternzeit" des Landesamtes für Besoldung und Versorgung (LBV).

Beamtinnen und Beamte

Für Beamte und Beamtinnen gilt das Beamtenrecht. Sie haben in der Regel während der Elternzeit einen Anspruch auf Beihilfe. Im Einzelfall sollte dies mit der Beihilfestelle geklärt werden. Ausführliche Informationen finden sich zu den Themen Elternzeit und zur Anrechnung der Kindererziehungszeiten auch auf den Seiten des LBV.

Befristete Verträge

Für alle Beschäftigten mit befristeten Arbeitsverträgen nach TzBfG endet der jeweilige Arbeitsvertrag mit Fristablauf. Mutterschutz oder Elternzeit führen nicht automatisch zu einer Vertragsverlängerung.

Für wissenschaftlich Beschäftigte, die mit einem oder mehreren Kindern unter 18 Jahren in einem Haushalt leben, gilt die Familienkomponente des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG), d.h. Verträge werden um die Mutterschutz- und Elternzeit verlängert.

Rechtsgrundlagen

  • Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz - BEEG (für Arbeitnehmer)
  • Elternzeitverordnung - EltZV (für Beamte)

Elterngeld und Elterngeld Plus

(Basis)Elterngeld

Für die ersten 12 bzw. 14 Monate der Elternzeit besteht ein Anspruch auf Elterngeld. Mit dieser Einkommensersatzfunktion schafft das Elterngeld nach der Geburt eines Kindes einen Schonraum für die frisch gebackene Familie.

Das Elterngeld beträgt 67 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens, maximal 1.800 Euro monatlich. Wer im Jahr vor der Geburt über 1.200 Euro netto im Monatsdurchschnitt verdient hat, erhält weniger, mindestens aber 65 Prozent dieses monatlichen Nettos. Mit dem Elterngeldrechner können Sie Ihr voraussichtlich zu beziehendes Elterngeld berechnen.

Elterngeld wird bis zu 12 Monate ausbezahlt und um zwei Partnermonate verlängert, wenn der Partner Elternzeit nimmt. Grundvoraussetzung ist immer die eigene Betreuung und Erziehung des Kindes.

In Nordrhein-Westfalen werden Anträge auf Elterngeld ab dem 01.01.2008 bei den Kreisen und kreisfreien Städten bearbeitet. Sie zahlen das Elterngeld aus und beraten bei Fragen zur Elternzeit. Das Antragsformular und eine Suchfunktion nach Elterngeldstellen finden Sie hier.

Ausführliche Informationen finden Sie in der Broschüre „Elterngeld und Elternzeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BFSFJ).

Elterngeld Plus

um 1. Juli 2015 ist das Elterngeld Plus in Kraft getreten. Das Elterngeld Plus ergänzt das bisherige Elterngeld. Die neuen Elterngeld Plus Monate sind Bezugsmonate, in denen man Elterngeld höchstens in der Höhe eines halben zustehenden Basiselterngeldbetrages erhalten kann. Einen Lebensmonat des Kindes mit Basiselterngeld kann man sich auch in zwei Monatsbeträgen mit Elterngeld Plus auszahlen lassen. Basiselterngeld und Elterngeld Plus können kombiniert werden.

Durch die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus Monaten verlängert sich der Bezugszeitraum des Elterngeldes über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus. Beantragt ein Elternteil beispielsweise ausschließlich Elterngeld Plus, kann sein Elterngeldbezug maximal 24 Monatsbeträge umfassen. Die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen für Elterngeld müssen entsprechend auch bis zum Ende des Elterngeld Plus Bezuges erfüllt werden.

Unterschieden wird zwischen Elterngeld Plus Monaten mit und ohne Zuverdienst. Ohne Zuverdienst entspricht der Bezug dem halbierten Basiselterngeld bei verlängerter Bezugsdauer. Bei Zuverdienst erhöht sich die Anzahl der Bezugsmonate im Vergleich zu vorher.

Bei Mehrlingsgeburten besteht nur ein Anspruch auf Elterngeld sowie den Mehrlingszuschlag in Höhe von 300€ (seit 1. Januar 2015).

Partnerschaftsbonus

Partnerschaftsbonus

Die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes kann durch die Inanspruchnahme der vier neuen Partnerschaftsbonusmonate auf maximal 28 ausgedehnt werden. Voraussetzung dafür ist der Bezug wenigstens eines Elternteils von Elterngeld Plus ab dem 15. Lebensmonat des Kindes.

Wenn beide Elternteile für mindestens vier Monate gleichzeitig eine Arbeitszeit zwischen 25 und 30 Wochenstunden nachweisen, erhalten beide vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus. Der Partnerschaftsbonus kann während oder in unmittelbarem Anschluss an das Elterngeld (Plus) genommen werden.

Alleinerziehende Mütter und Väter haben Anspruch auf einen Bonus, der dem für Elternpaare entspricht.

Elterngeld Plus und Partnerschaftlichkeit Zahlen & Daten 4. Juni 2014

Beratung

Wichtige Informationen zu Elterngeld und Elterngeld Plus finden Sie auf den Seiten des BMFSFJ.

Seit 4. August 2017 steht Ihnen das Onlinetool des BMFSFJ zu den möglichen Familienleistungen zur Verfügung, um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen.

Viele Fragen beantwortet auch der Familienwegweiser.

Lassen Sie sich gerne im Familienbüro individuell zu Ihren Ideen zu Elternzeit und Elterngeld beraten.

Kindergeld

Kindergeld wird einkommensunabhängig für im eigenen Haushalt lebende eigene Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Pflegekinder oder Adoptivkinder bis zum Alter von 18 Jahren gezahlt, wenn sie in Deutschland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Das Kindergeld wird an die Person ausgezahlt, in deren Obhut sich das Kind befindet.

Als Beschäftigte im öffentlichen Dienst, erhalten Sie Ihr Kindergeld vom LBV. Die Kindergeld-Anträge müssen selbständig beim LBV gestellt werden. Ausführlich siehe auch die Informationen des LBV zum Thema Kindergeld.

Die Formulare zum Kindergeld finden Sie ebenso auf der Seite des LBV unter Vordrucke.

Das Lätzchen in Aktion

Elternpaket der FH

Zum guten Start ins Leben gehört genauso ein familienfreundliches Umfeld. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Studium zu fördern ist daher ein wichtiges Anliegen an der FH SWF. Dies demonstriert sie mit dem Eltern-Begrüßungspaket, das an Studierende und Beschäftigte ausgegeben wird, die kürzlich Familienzuwachs erhalten haben. In einer mit fröhlichen bunten Figuren bedruckten fairtrade-Baumwolltasche werden den frisch gebackenen Eltern neben einem Lätzchen für die kleinen „Nachwuchsgenies“, Informationsmaterial und kleinen Begrüßungsgeschenken wichtige Informationen zu Elternzeit und Elterngeld und den familienfreundlichen Strukturen an den Standorten weitergegeben.
Das Begrüßungspaket erhalten Studierende mit Vorlage der Geburtsurkunde bei den Studierendencoaches oder über das Familienbüro. Beschäftigte erhalten Ihr Begrüßungspaket per Post, sobald die Geburt des Kindes durch Vorlage der Geburtsurkunde im Personaldezernat bekannt ist.