Finanzielle Notlagen

In finanziellen Notlagen haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Wir haben einige Informationen für Sie hier zusammengestellt. Suchen Sie aber bitte auch eine individuelle Beratung auf!

ALG II und Mehrbedarfe

Studierende haben wegen der Ausschlussregelung des § 7 Abs. 5 S. 2 SGB II und § 22 SGB XII grundsätzlich keinen Anspruch auf ALG II oder Sozialhilfe.

Diese Regelung wird jedoch hinfällig, wenn Studierende den BAföG-Anspruch verlieren, weil sie sich beurlauben lassen, die Förderungsdauer abgelaufen ist oder bei Exmatrikulation.

Haben Sie Kleinkinder (bis zu 3 Jahren) zu betreuen und steht sonst keine Betreuungsperson zur Verfügung, sind Sie nicht verpflichtet, arbeiten zu gehen, wie es normalerweise der Fall ist. In diesem Fall können Sie ALG II beim Jobcenter beantragen (Regelbedarf, Miete, Heizung etc.). Darüber hinaus gibt es noch Mehrbedarfe und zusätzliche Leistungen.

Der Ausschluss von ALG II für (nicht beurlaubte) Studierende bezieht sich nur auf die Hilfe zum Lebensunterhalt, nicht inbegriffen sind dagegen die Bedarfe, die sich aus besonderen Lebensumständen ergeben. Diese Mehrbedarfsleistungen können, im Falle der Hilfsbedürftigkeit, auch bezogen werden wenn ein BAföG-Anspruch besteht.

Dazu gehören Mehrbedarfe für werdende Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche (§ 21 Abs. 2 SGB II) und wegen Alleinerziehung (§ 21 Abs. 3 SGB II), sowie einmalige Leistungen für Schwangerschaftsbekleidung und Erstausstattung für das Baby (§ 23 Abs. 3 SGB II).

Härtefallregelung

In besonderen Härtefällen kann gem. § 7 Abs. 5 SGB II Hilfe zur Sicherung des Lebensunterhalts in Form eines Darlehens gewährt werden. Die Annahme eines Härtefalls kommt laut Durchführungshinweisen der Bundesagentur u. a. in Betracht, ...

  • … bei Alleinerziehenden, da ihnen eine Erwerbstätigkeit neben dem Studium in der Regel nicht möglich ist, ohne ihr Kind zu vernachlässigen …
  • … wenn das Studium wegen der Geburt und der damit verbundenen Betreuung eines Kindes ruht …
  • … wenn das Studium wegen Krankheit, Schwangerschaft oder Behinderung länger dauert, als es durch das BAföG gefördert werden kann …
  • … wenn der erfolgreiche Abschluss wegen fehlender Mittel gefährdet wäre …
  • … wenn ein mittelloser Studierender sich in der akuten Phase des Abschlussexamens befindet und deshalb ein Abbruch der Ausbildung nicht zugemutet werden kann …

Sozialgeld

Der Leistungsausschluss für Studierende gilt nicht für ihre hilfebedürftigen Familienangehörigen, wie z.B. für das minderjährige Kind, wenn dessen Einkommen (Kindergeld, Unterhalt, Unterhaltsvorschuss) den Bedarf nach SGB II nicht übersteigt. Studierende Eltern können für ihre unter 15-jährigen Kinder das sogenannte Sozialgeld (§ 28 SGB II) beziehen. Dieses beinhaltet den jeweiligen Regelsatz und die anteiligen angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung.

SGB II-Leistungen werden im Jobcenter beantragt.

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag richtet sich an gering verdienende Eltern, die mit ihren Einkünften zwar ihren eigenen Lebensunterhalt finanzieren können, nicht aber den Unterhalt für ihre Kinder. Paare müssen mindestens 900, Alleinerziehende mindestens 600 Euro selbst verdienen und das Einkommen darf eine Höchstgrenze nicht überschreiten. Ohne Kinderzuschlag wären diese Eltern zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen, das soll durch den Bezug des Kinderzuschlags vermieden werden. Maximal werden 140 Euro je Kind gezahlt, nicht jedoch bei Bezug von ALG II und Sozialhilfe. Seit 2011 erhalten Empfänger von Kinderzuschlag zusätzlich Leistungen für Bildung und Teilhabe, z.B. für Schul- und Kitaausflüge, den persönlichen Schulbedarf, Lernförderung oder als Zuschuss zur Mittagsverpflegung in der Schule oder Kindertageseinrichtung. Siehe auch das Merkblatt Kinderzuschlag der Familienkasse.

Notfallhilfen des Studierendenwerks

Studierenden, die in eine wirtschaftliche Notsituation geraten sind, bietet das Studierendenwerk auch finanzielle Unterstützung an. Dazu zählen:

  • Kostenloses Mensaessen (sog. Freitische)
  • Zuschüsse für Mietrückstände und Mietnebenkosten
  • Beitragsrückstände in der Krankenversicherung
  • Unterstützung bei der Zahlung des Semesterbeitrags (Rückmeldung, keine Erstimmatrikulation)
  • Ausgleich ungedeckter Krankheitskosten
  • Zuschuss zur Finanzierung einer Säuglings- und Kleinkindausstattung


Stipendium der Hochschulstiftung

Die Hochschulstiftung Südwestfalen berücksichtigt in ihren Förderlinien (Einzelfallstipendium und allgemeines Stipendium der Hochschulstiftung) insbesondere soziale Kriterien bei der Vergabe. Dazu zählt unter anderem auch die Übernahme von Familienaufgaben. Es gibt ein jährliches Kontingent an Einzelfallstipendien für Studierende in Notsituationen. Einzelheiten sind der aktuellen Ausschreibung zu entnehmen.

Klamottenkiste

Second-Hand-Shop für Jedermann: gut sortierte, qualitativ gut erhaltene Baby- und Kinderartikel nicht nur für Bedürftige. Die Einkünfte kommen den Projekten des Kinderschutzbunds zugute.
Potthofstr. 20
Mo.-Fr. 10-17 Uhr

Suppenkasper

Kostenloser Mittagstisch für bedürftige Kinder. Nicht bedürftige Gäste gegen ein kleines Entgelt.
Potthofstr. 20
Mo.-Fr. 12-15 Uhr

Mehrgenerationenhaus des Kinderschutzbundes

Projekte und Begegnungen für Jung und Alt, Spielenachmittage, Kochkurse, Generationenübergreifende Freizeitangebote, Vorträge etc.
Potthofstr. 20
www.kinderschutzbund-hagen.de

Das Sozialkaufhaus Rümpelstielzchen

Im "Sozialkaufhaus" werden gebrauchte Möbel, Textilien, Elektrogeräten und Spielzeugen u.v.m. zu günstigen Preisen angeboten.
Lange Wende 20
Telefon: 02921 35004-0
Öffnungszeiten Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr

Tag der Familie

Das Lokale Bündnis für Familie im Kreis Soest organisiert jedes Jahr einen Tag der Familie, an dem Familien sehr kostengünstig einen gemeinsamen Ausflug nach Kalkar unternehmen können.