Finanzierung nach der Geburt

Elternzeit

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihr Kind selbst betreuen, können bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes zwei Jahre Elternzeit bei ihrem Arbeitgeber beantragen. Dieser Rechtsanspruch gilt auch für unverheiratete Paare und auch bei Teilzeitverträgen. Die Anmeldefrist beträgt sieben Wochen.

Zeitgleich mit der Anmeldung der Elternzeit müssen die Zeiten der Elternzeit festgelegt werden. Beantragt man nur für ein Jahr Elternzeit, verzichtet man auf Elternzeit für das zweite Lebensjahr. Während der Elternzeit kann in Teilzeit bis zu 30 Wochenstunden gearbeitet werden. Bei einer Ausbildung gilt: sie kann, muss aber nicht unterbrochen werden, auf die Zahl der Wochenstunden kommt es, anders als bei der Erwerbsarbeit, nicht an.

Während der Elternzeit besteht Kündigungsschutz. Nach Ablauf der Elternzeit haben die Eltern einen Anspruch, auf ihren oder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zurückzukehren. Eine Schlechterstellung ist nicht zulässig.

Ausführlich informiert dazu auch das Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend .

Elterngeld

Ein Elternteil kann mindestens zwei und maximal zwölf Monate in Anspruch nehmen, zwei weitere Monate werden gewährt, wenn auch der andere Elternteil Elternzeit in Anspruch nimmt. Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich des wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.

Die Berechnung des Elterngeldes (siehe Elterngeldrechner) orientiert sich am durchschnittlich monatlich verfügbaren Erwerbseinkommen, welches der betreuende Elternteil in den 12 Monaten vor der Geburt des Kindes hatte. Es beträgt mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro und ist steuerfrei.

Den Mindestbetrag von 300 € erhalten Studierende auf Antrag unabhängig davon, ob Sie vor der Geburt erwerbstätig waren oder nicht und unabhängig davon, ob sie ihr Studium unterbrechen oder nicht.

Das Elterngeld, auch der Mindestbetrag von 300 Euro, wird beim Arbeitslosengeld II, bei der Sozialhilfe und beim Kinderzuschlag als Einkommen angerechnet. Eine Ausnahme besteht dann, wenn die Elterngeldberechtigten vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren – diese erhalten einen Elterngeldfreibetrag, höchstens aber 300 Euro. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld bei den genannten Leistungen anrechnungsfrei und steht damit zusätzlich zur Verfügung.

Siehe auch die Broschüre „Elterngeld und Elternzeit“ für Geburten ab 01.01.2013 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

HIER finden Sie die für Ihren Antrag zuständige Elterngeldstelle.

Elterngeld Plus

Zum 1. Juli 2015 ist das Elterngeld Plus in Kraft getreten. Das Elterngeld Plus ergänzt das bisherige Elterngeld. Die neuen Elterngeld Plus Monate sind Bezugsmonate, in denen man Elterngeld höchstens in der Höhe eines halben zustehenden Basiselterngeldbetrages erhalten kann. Einen Lebensmonat des Kindes mit Basiselterngeld kann man sich auch in zwei Monatsbeträgen mit Elterngeld Plus auszahlen lassen. Basiselterngeld und Elterngeld Plus können kombiniert werden.

Durch die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus Monaten verlängert sich der Bezugszeitraum des Elterngeldes über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus. Beantragt ein Elternteil beispielsweise ausschließlich Elterngeld Plus, kann sein Elterngeldbezug maximal 24 Monatsbeträge umfassen. Die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen für Elterngeld müssen entsprechend auch bis zum Ende des Elterngeld Plus Bezuges erfüllt werden.

Unterschieden wird zwischen Elterngeld Plus Monaten mit und ohne Zuverdienst. Ohne Zuverdienst entspricht der Bezug dem halbierten Basiselterngeld bei verlängerter Bezugsdauer. Bei Zuverdienst erhöht sich die Anzahl der Bezugsmonate im Vergleich zu vorher.

Bei Mehrlingsgeburten besteht nur ein Anspruch auf Elterngeld sowie den Mehrlingszuschlag in Höhe von 300€ (seit 1. Januar 2015).

Partnerschaftsbonus

Die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes kann durch die Inanspruchnahme der vier neuen Partnerschaftsbonusmonate auf maximal 28 ausgedehnt werden. Voraussetzung dafür ist der Bezug wenigstens eines Elternteils von Elterngeld Plus ab dem 15. Lebensmonat des Kindes.

Wenn beide Elternteile für mindestens vier Monate gleichzeitig eine Arbeitszeit zwischen 25 und 30 Wochenstunden nachweisen, erhalten beide vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus. Der Partnerschaftsbonus kann während oder in unmittelbarem Anschluss an das Elterngeld (Plus) genommen werden.

Alleinerziehende Mütter und Väter haben Anspruch auf einen Bonus, der dem für Elternpaare entspricht.

Elterngeld Plus und Partnerschaftlichkeit Zahlen & Daten 4. Juni 2014

Kindergeld

Anspruch auf Kindergeld besteht für eigene Kinder (eheliche, nichteheliche, Adoptivkinder) oder Stief-, Enkel- oder Pflegekinder, die im eigenen Haushalt leben. Das Kindergeld wird unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt und beträgt 184 Euro für das erste und zweite Kind, 190 Euro für das dritte und 215 Euro für jedes weitere Kind. Siehe auch das Merkblatt Kindergeld des Bundeszentralamtes für Steuern.

Das Kindergeld muss bei der jeweiligen Familienkasse beantragt werden:

  • Hagen: zuständige Familienkasse Iserlohn
  • Familienkasse Iserlohn
    Brausestr. 13-15
    58636 Iserlohn
    Mail
    Tel. 0800 / 4 5555 30
    täglich 07:30 - 12:30, Do bis 18:00 Uhr
  • Familienkasse Meschede
    Brückenstr. 10
    59872 Meschede
    Mail
    Tel. 0800 / 4 5555 30
    Mo, Di, Fr 08:00 - 12:30, Do bis 17:00 Uhr
  • Soest: zuständige Familienkasse Meschede

Unterhalt

Der Vater eines nichtehelichen Kindes hat der Mutter bis zu drei Jahren nach der Geburt Unterhalt zu gewähren, wenn diese aufgrund der Pflege und Erziehung des Kindes keiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann. Dies gilt auch im Falle einer Trennung.

Jedes minderjährige und jedes sich in einer Erstausbildung befindende Kind hat einen Rechtsanspruch auf Unterhalt gegenüber seinen Eltern, unabhängig davon, ob diese verheiratet sind oder nicht. Voraussetzung für den Unterhaltsanspruch ist, dass das Kind auch im Haushalt des betreuenden Elternteils lebt. Der andere Elternteil steht in der so genannten Barunterhaltspflicht, d. h. er ist verpflichtet von der Geburt des Kindes an Unterhaltszahlungen zu leisten. Dabei bemisst sich die Höhe des zu zahlenden Unterhalts am Einkommen des Unterhaltspflichtigen.

Unterhaltsvorschuss

Kommt der unterhaltspflichtige Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht oder nur unregelmäßig nach oder zahlt nicht mindestens Unterhalt in Höhe des Regelbetrags, so kann vom allein erziehenden Elternteil der Unterhaltsvorschuss für Kinder bis zum 12. Lebensjahr beim örtlichen Jugendamt beantragt werden. Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich an den nach Altersstufe festgelegten Regelbeträgen. Der Unterhaltsvorschuss wird pro Kind für maximal 72 Monate gezahlt. Internationale Studierende, die eine Aufenthaltserlaubnis nur zum Zweck des Studiums haben, erhalten keinen Unterhaltsvorschuss für ihre Kinder. - Ausführlich zum Thema Unterhaltsvorschuss siehe die Broschüre des Bundesministeriums „Der Unterhaltsvorschuss - Eine Hilfe für Alleinerziehende

Vernetzen können sich Alleinerziehende im Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.