Prüfungsbedingungen / Nachteilsausgleich

Nach § 3 Absatz 5 Satz 2 des Hochschulgesetzes Nordrhein-Westfalen finden die besonderen Bedürfnisse Studierender mit Behinderung oder chronischer Erkrankung an den Hochschulen Berücksichtigung, um Gleichberechtigung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen. Die Chancengleichheit, wie sie in der UN-Behindertenrechtskonvention vorgesehen ist, wird demnach auch an den Hochschulen umgesetzt.

Studierende, die aufgrund ihrer dauernden oder länger andauernden gesundheitlichen Beeinträchtigung Studien- oder Prüfungsleistungen nicht unter den vorgegebenen Bedingungen erbringen können, haben die Möglichkeit, einen Antrag auf Nachteilsausgleich zu stellen. Dies ist auch in den Prüfungsordnungen der Fachhochschule Südwestfalen verankert.

Verfahren

Wie

Formloser schriftlicher und unterschriebener Antrag an die Vorsitzende oder den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. In dem Antrag müssen die Beeinträchtigungen mit ihren Auswirkungen auf das Studium dargelegt werden und konkreten Maßnahmen zum Ausgleich der Beeinträchtigungen beantragt werden. Über den Nachteilsausgleich wird mittels schriftlichem Bescheid entschieden.

Wo

Bei der oder dem zuständigen Prüfungsausschussvorsitzenden oder bei der Ansprechpartnerin für Studierende mit Beeinträchtigung.

Wann

Rechtzeitig!

Studierende, die einen Nachteilsausgleich benötigen, sollten sich rechtzeitig vor den Prüfungen mit den zuständigen Stellen (s.o.) in Verbindung setzen.

Es empfiehlt sich, einen entsprechenden Antrag spätestens zu Semesterbeginn für die Prüfungen des jeweiligen Semesters zu stellen, damit ausreichend Zeit für die Prüfung des Antrags und ggf. Anforderung weiterer Unterlagen und Umsetzung des Nachteilsausgleichs zur Verfügung steht. Für die Organisation gerechter Chancen wird unbedingt ein ausreichender Zeitraum benötigt.

Was

Mögliche Nachteilsausgleiche im Studium (die Liste ist nicht abschließend):

  • Zeitverlängerungen für Klausuren
  • Ruhepausen
  • Separater Raum bei Prüfungen
  • Verwendung von Hilfsmitteln (z.B. Notebook, z.B. spezielle Tastatur)
  • Hinzuziehung von Assistenzpersonen oder Gebärdendolmetschern
  • Nichtberücksichtigung der Lese- und Rechtschreibleistung bei Legasthenie
  • Ggf. in seltenen Fällen die Änderung der Prüfungsform, z.B. Einzel- statt Gruppenprüfung

Nachweis

Der Nachweis erfolgt in der Regel durch eine aktuelle (fach-)ärztliche Stellungnahme. In dieser müssen die konkreten Auswirkungen der Beeinträchtigung auf Prüfungen für medizinische Laien nachvollziehbar erläutert werden und es sollte dargelegt werden, wie der bestehende Nachteil angemessen kompensiert werden kann.

Ein Schwerbehindertenausweis ist als Nachweis alleine nicht ausreichend und auch nicht zwingend erforderlich. Eine Kopie kann aber ergänzend beigefügt werden. Auch weitere Unterlagen, die den Antrag stützen (z.B. Berichte über stationäre Aufenthalte) können beigefügt werden.

Wichtig

Der Nachteilsausgleich ist ein wichtiges Instrument, um bei einer Behinderung oder chronischen Erkrankung eine Teilhabe am Studium mit gleichen Chancen, insbesondere bezogen auf die Prüfungen, sicherzustellen.

Dabei werden durch den Nachteilsausgleich die fachlichen Anforderungen nicht reduziert. Es handelt sich bei einem Nachteilsausgleich also keineswegs um eine Erleichterung, sondern um eine bedarfsgerechte Gestaltung von Bedingungen, um behinderten und chronisch kranken Studierenden das Absolvieren von Studien- und Prüfungsleistungen situationsbezogen unter gleichwertigen Bedingungen zu ermöglichen.

Um dies leisten zu können, müssen Nachteilsausgleiche zum einen erforderlich als auch angemessen sein. Ein Nachteilsausgleich kommt nur bei einer Behinderung in Betracht, die den Prüfling auch tatsächlich für die betreffende Prüfung bzw. im Studienverlauf beeinträchtigt. Nachteilsausgleiche sind immer individuelle Einzelfallentscheidungen, bei denen die Hochschulen einen Ermessensspielraum haben. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Nachteilsausgleich. Einen Anspruch auf eine ganz bestimmte Form des Nachteilsausgleiches gibt es jedoch nicht.

Die Angaben im Rahmen des Nachteilsausgleichsverfahrens werden vertraulich behandelt. Ein in Anspruch genommener Nachteilsausgleich erscheint nicht auf dem Zeugnis!