Wir erklären die Hochschulwelt

Hochschularten – welche Hochschulen gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Die Frage, welches Fach man studieren möchte, ist stets eng verknüpft mit der Frage, an welcher Art von Hochschule man diesen Studiengang aufnehmen kann oder will. Hier ein Überblick über die wichtigsten Hochschultypen in Deutschland.

Universität (Uni) / Wissenschaftliche Hochschule

Universitäten (vom lateinischen Wort universitas, Gesamtheit), also wissenschaftliche Hochschulen bieten meist einen umfassenden Fächerkanon an, also die Gesamtheit der Wissenschaften. Dementsprechend steht das wissenschaftliche Studium im Vordergrund. Und nur staatliche Universitäten besitzen das Promotionsrecht. Das bedeutet, dass nur sie den akademischen Doktorgrad vergeben können. Universitäten sind meist deutlich größer als Fachhochschulen und können daher mehr fachliche Angebote machen.

Fachhochschule (FH) / Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW)

Fachhochschulen bilden ihre Studierenden anwendungsorientierter, also praktischer aus als zum Beispiel Universitäten. Zum Studium gehören deshalb in vielen Fällen ein oder zwei Praxissemester. Forschung hat meist eine weniger gewichtige Rolle. Viele Fachhochschulen sind jedoch bemüht um einen Wissenstransfer – vor allem im Technologiebereich – zur Wirtschaft.

Bezeichnung: Wo ist das „Fach“ hin?

Viele Fachhochschulen verwenden in ihrem Namen oft nur noch Hochschule (HS) – mit Ergänzung des Schwerpunktes, z.B. Hochschule für Technik. Oder – was in Bayern nur ausgewählte Hochschulen dürfen – Technische Hochschule. Dazu wird seit einigen Jahren ergänzend gern die englische Zusatzbezeichnung University of Applied Sciences, übersetzt: Hochschule für angewandte Wissenschaften, angehängt. In Baden-Württemberg und Bayern haben die entsprechenden staatlichen Hochschulen flächendeckend die Bezeichnung „Fachhochschule“ in ihren Namen komplett abgelegt.


Universität und Fachhochschule im direkten Vergleich

UniversitätFachhochschule
Breites und vielfältiges StudienangebotKleineres und spezialisiertes Studienangebot
Einige Studiengänge sind nur an Universitäten studierbar (z. B. Lehramt, Jura, Medizin)Häufig Studiengänge im sozialen, ingenieur- oder wirtschaftswissenschaftlichen Bereich
Eher forschungsorientiert und wissenschaftlichEher praxis- und anwendungsorientiert
Relativ freie StundenplangestaltungRelativ fixer Stundenplan
Eher große Hochschulen, viele StudierendeEher kleine Hochschulen, weniger Studierende
Zugang: in der Regel Allgemeine HochschulreifeZugang: mindestens Fachhochschulreife

Fernuniversität – zu Hause studieren

Das Fernstudium am heimischen Schreibtisch ist eine Alternative zum Präsenzstudium, wenn man diszipliniert ist und / oder die persönlichen Umstände kein Vollzeitstudium an einer regulären Uni erlauben. Man lernt räumlich und auch zeitlich weitgehend unabhängig im Selbststudium. Ein Fernstudium kombiniert das eigenständige Lernen anhand von Lehr- und Lernmaterial – in gedruckter Form oder online – mit Präsenz-Veranstaltungen. Den Lernfortschritt überprüft die Fernuni meist durch Einsendeaufgaben und Klausuren. Deutschlands einzige staatliche Fernuni sitzt in Hagen.

Studium bei der Bundeswehr

Wer bei der Bundeswehr studieren will, muss zunächst ein Auswahlverfahren durchlaufen. Trotz des Studentenstatus sind Studierende an einer Hochschule der Bundeswehr in erster Linie Soldaten. Sie verpflichten sich bei Zulassung für mindestens 12 Dienstjahre. Ein Studium bei der Bundeswehr bereitet sowohl auf die Führungsrolle in der Truppe, als auch auf ein zukünftiges ziviles Arbeitsleben vor.

Fachhochschulen für Öffentliche Verwaltung

Es handelt sich um Fachhochschulen des Bundes sowie vieler Länder. Hier werden Anwärter für den gehobenen Dienst in der öffentlichen Verwaltung ausgebildet. Man startet nicht direkt an der FH, sondern braucht zunächst einen Ausbildungsplatz bei einer Behörde. Die Ausbildung gliedert sich in fachtheoretische Abschnitte an den Fachhochschulen und Praktika bei verschiedenen Behörden. Während der gesamten Ausbildungszeit an der FH stehen die Studierenden in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf.

Pädagogische Hochschule (PH)

Das ist der Baden-Württembergische Sonderweg der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen. In allen anderen Bundesländern werden alle Lehrämtler an Universitäten ausgebildet, in Baden-Württemberg dagegen nur Gymnasial- und Berufsschullehrer.

Kunst- und Musikhochschule

Wer sich für bildende Künste oder musische Studiengänge interessiert und Talent mitbringt, ist hier richtig. Für die Zulassung ist im Normalfall eine Aufnahmeprüfung oder eine Bewerbungsmappe erforderlich. Unterrichtet wird in kleinen Gruppen, auch Einzelunterricht ist möglich. Das Studium selbst ist je nach Hochschule sehr unterschiedlich organisiert. Deshalb sollte man sich im Vorfeld genau über Art, Aufbau und Abschluss des Studiums informieren.

Filmhochschule

Filmhochschulen bieten Studiengänge in allen Bereichen der Filmproduktion an, wie zum Beispiel Kamera, Regie oder Drehbuch – manchmal auch Schauspiel. Ähnlich wie bei den Kunst- und Musikhochschulen ist eine Aufnahmeprüfung zu bestehen, um zum Studium zugelassen zu werden. Insgesamt gibt es drei staatliche Filmhochschulen in Deutschland in Ludwigsburg, München und Potsdam-Babelsberg sowie private Akademien und Institute.

Hochschulträgerschaft: Staatlich, privat oder kirchlich

Neben der Gliederung nach Hochschularten kann man auch nach dem Träger unterscheiden. In staatlicher Trägerschaft befindet sich der größte Teil der deutschen Hochschulen. An staatlichen und vielen kirchlichen Hochschulen kann man davon ausgehen, dass keine Studiengebühren anfallen. Dagegen ist das Studium an privaten Hochschulen immer mit Gebühren verbunden. Zu den privaten Hochschulen in Deutschland gehören Privatuniversitäten sowie zahlreiche Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen.

Kontakt

FH SWF Standorte

Fragen zu den Hochschultypen? Sprechen Sie uns an:

Allgemeine Studienberatung der Fachhochschule Südwestfalen

Tel. 02371 566-538
studienberatung@fh-swf.de