Hinweise zum Urheberrecht

Am 05. Juli 2007 hat der Deutsche Bundestag die zweite Novellierung des Urheberrechts beschlossen. Nach Zustimmung durch den Bundesrat und Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (Nr. 54, 31.10.2007) trat das neue Gesetz zum 01.01.2008 in Kraft.

Konsequenzen für die Bibliotheken und ihre Nutzer

Bibliotheksrelevant sind insbesondere die §§ 52b (elektronische Leseplätze) und 53a (Kopienversand auf Bestellung). Lesen Sie dazu: Gemeinsame Stellungnahme des Deutscher Bibliotheksverband e.V. und Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Änderungen im Urheberrechtsgesetz führen ab dem 01. Januar 2008 zu einer wesentlichen Einschränkung der Lieferbedingungen im bibliothekarischen Fernleihverkehr.

Da § 53a UrhG die Voraussetzungen für die Lieferungen elektronischer Dokumente nur unbestimmt regelt, müssen die am Fernleihverkehr teilnehmenden Bibliotheken zunächst auf die elektronische Auslieferung (z.B. als E-Mail-Anhang) verzichten. Aus diesem Grund wird es bis auf Weiteres von bestellten Aufsätzen nur noch Kopien als Papierausdruck in den Bibliotheken geben.

Ausblick

Der so genannte dritte Korb des Urheberrechts kommt – ursprünglich war er als „Wissenschaftskorb“ von der Politik gedacht. Hierauf haben das Aktionsbündnis Urheberrecht und die Allianz der Deutschen Wissenschaftsorganisationen mit Stellungnahmen reagiert. Die Vorschläge zur „Wissenschaftsschranke“ enthielten Lösungen für aktuelle Probleme im Betrieb der wissenschaftlichen Literaturversorgung.

Eröffnet wurde die Debatte um den so genannten 3. Korb im Sommer 2010: Unter den diskutierten Themen war unter anderem die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Publikationen in einem Open-Access-Modell bei öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Auch Vorschläge zum Recht der Verbreitung und Vervielfältigung, das bei einem üblichen Publikationsweg an den Verlag abgetreten wird, sehen vor, dass dieses Recht ein Jahr nach dem Veröffentlichungsdatum wieder an den Autor zurückgeht. Kritisch werden auch so genannte Digital-Rights-Management-Maßnahmen diskutiert, mit denen Verlage teilweise das Vervielfältigen von urheberrechtsfreien Werken verhindern.

Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft"

Mehr als 5.000 Wissenschaftsorganisationen und Privatpersonen gehören dem Aktionsbündnis ,,Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" an. Sie setzen sich für einen erleichterten Zugang zu Wissen und Information für Schulen, Bildung und Wissenschaft ein. Die Forderungen des Aktionsbündnisses wurden in der „Göttinger Erklärung“ ausformuliert.