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7.000 Kilometer legt das Team mit vier originalen Kult-R4s zurück. Mit dem Soester Importeur Richard Ochmann haben die Studierenden einen fachkundigen Sponsor gefunden. Um die 36.000 € zusammenzubekommen suchen die jungen Leute noch weitere Unterstützer.
7.000 Kilometer legt das Team mit vier originalen Kult-R4s zurück. Mit dem Soester Importeur Richard Ochmann haben die Studierenden einen fachkundigen Sponsor gefunden. Um die 36.000 € zusammenzubekommen suchen die jungen Leute noch weitere Unterstützer.(Download )
In orientalischer Umgebung schloss das R4 Team Westfalen den Sponsorenvertrag. Besiegelt wurde der Kontrakt stilecht mit einem Glas Tee - jedoch anders als in Marokko ganz ohne Zucker.
In orientalischer Umgebung schloss das R4 Team Westfalen den Sponsorenvertrag. Besiegelt wurde der Kontrakt stilecht mit einem Glas Tee - jedoch anders als in Marokko ganz ohne Zucker.(Download )
24.01.2013

R4-Team: Insidertipps vom Orientexperten

Soester Importeur und Produzent unterstützt das diesjährige Rallye-Team. Fachbereichsübergreifender Endspurt zwischen Klausuren und Hebebühne.

Soest. Mitten im verschneiten Soest fand sich das R4-Team Westfalen jetzt zur Unterzeichnung des Sponsoring-Vertrages in orientalischer Umgebung wieder. Importeur und Produzent Richard Ochmann war durch Presseberichte auf das studentische Projekt aufmerksam geworden und hatte zum Glas Tee geladen.

Seit 28 Jahren vertreibt Ochmann Produkte aus Afrika - ausschließlich an Großabnehmer. Seit zehn Jahren beschränkt er sich auf Marokko. Mit einem marokkanischen Kompanion hält er eine Niederlassung in Soest und eine in Marrakesch. Neben kunsthandwerklichen Dekorations--und Einrichtungsgegenständen hat er jüngst mit Arganöl ein neues Produkt erschlossen.

Der Geschäftsführer der Oriento GmbH bringt nicht nur 500 Euro in das Projekt ein. Durch seine langjährigen Erfahrungen kann Ochmann echte Insidertipps geben - etwa dass es auch auf dem afrikanischen Kontinent sehr kalt sein kann: "Ich habe in Marokko sehr viel gefroren. Marrakesch liegt rund 460 Meter über dem Meeresspiegel, da geht die Temperatur nachts auch unter null."

Dies kann Prof. Dr. Jens Bechthold nur bestätigen: "Das letzte Team steckte bei einer Vollsperrung mitten im verschneiten hohen Atlas - natürlich in T-Shirt und kurzer Hose." Der Hochschullehrer für Konstruktionslehre und KFZ-Technik hat von Seiten der Hochschule die Patenschaft für das studentische Projekt übernommen und hilft, wo er kann.

Parallelwelten: Werkstatt und Klausurvorbereitungen

Bereits zum vierten Mal startet ein studentisches Team von Soest. Doch bis es endlich losgeht, gibt es noch viel zu schrauben. Fast geschafft hat es der Klassiker des R4-Team Westfalen: Franky, der orange Renault ist bereits seit der ersten Rallye dabei. "Hier müssen wir nur noch die Spur einstellen", freut sich der Soester Agrarwirtschaft Student Christian Berndt aus Habichtswald. Der rote R4 muss dagegen noch ganz fertig gemacht werden. "Der Motor liegt noch in Einzelteilen bei mir", berichtet Marcel Garritsen. Von Hause aus sei er kein Autoschrauber, gesteht der angehende Elektroingenieur aus Bönen, "aber ich habe einen guten Freund, der mir hilft."

Das diesjährige Team hat - wie schon das erste Team - bei der Vorbereitung das meiste über Autos und Mechanik gelernt. "Aber das ist eben auch der Vorteil beim R4", sagt Prof. Bechthold. "Da gibt es praktisch noch keine Elektronik und es lässt sich noch alles selbst reparieren." "Wenn man die Autos in Marokko sieht, sind die Soester R4 schon jetzt sehr gut in Schuss", schmunzelt Ochmann.

Neben den letzten Reisevorbereitungen bewältigt das Team gerade den Semester-Endspurt mit bevorstehender Klausurphase. "Die Prüfungen habe ich extra vor die Tour gelegt", sagt Maschinenbau-Studentin Lisa Gottschalk. Auch wenn sie mit Sicherheit unvergleichbare Erfahrungen sammeln werden, möchten die acht Studierenden aller drei Soester Fachbereiche im Studium nicht zurückgeworfen werden. Da hilft es natürlich, dass sie teilweise Projektarbeiten über die Durchführung schreiben können. Neben technischen und organisatorischen Dingen lernt man nebenbei, Leute und Unternehmen anzusprechen oder Sponsoren einzuwerben.

Ein Abenteuer mit Experimenten, süßem Tee und Schneewarnung

Dazu bekommt das Team auch Experimente von der Hochschule mit auf den Weg. In diesem Jahr geht es um mobile Trinkwassergewinnung durch Kondensation und um Innenraumklimatisierung für Kleinfahrzeuge. "Der Prototyp darf nicht zu viel Leistung wegnehmen", betont Maschinenbaustudent Matthias Markwart, der aus Paderborn stammt. Neben der FH unterstützt der Karrieretag, der Verein der Freunde (VDF) und der Verband Soester Ingenieure (VSI) sowie zahlreiche Unternehmen und Privatpersonen das Team.

"Die Infrastruktur in Marokko ist recht gut", berichtet Ochmann. So sei es beispielsweise recht einfach Ersatzteile und Hilfe für einen Renault zu bekommen. Auch einen Kommunikationstipp hat Ochmann auf Lager: "Lassen Sie die Mobiltelefone aus. Das wird sonst sehr teuer. Kaufen Sie eine Telefonkarte für öffentliche Telefonzellen." So kann das Team in diesem Jahr hoffentlich den Kontakt in die Heimat halten. In den letzten Jahren rissen die Live-Berichte mit der Fährüberfahrt weitgehend ab.

Erstmals hat das diesjährige Team auch eine Anlaufstelle in Marokko: Ochmanns Geschäftspartner will das Team vor Ort begrüßen und auch die örtliche Presse organisieren. Einen orientalischen Tee wird es dann sicher auch geben, "aber einen echten - und da steht der Löffel vom Zucker im Glas."

Humanitärer Projekt Hintergrund der Tour - Unterstützer gesucht!

Die letzten Jahre stellte die Fachhochschule Südwestfalen das einzige deutsche Team. In diesem Jahr startet ein weiterer R4 in Mannheim; ein Darmstädter Team mit zwei Fahrzeugen hat erneut kurzfristig abgesagt. "Schon jetzt hat sich ein festes Zweier-Team gefunden", berichtet Bechthold, dass es auch im nächsten Jahr weitergehen wird mit der Soester Beteiligung bei der 4L Trophy - so der offizielle Name der Rallye. "Bisher hatten wir keine Totalausfälle" und man zuckt beinahe mit der Hand, um auf den orientalischen Holztisch zu klopfen.

Offizieller Tourstart in Paris und Portier ist am 14. Februar. Mitfahren dürfen ausschließlich Studierende unter 30 Jahren in original R4-Automobilen. Jedes Team muss 50 kg Schulmaterialien und 10 kg Lebensmittel mitführen, die auf dem afrikanischen Kontinent an eine örtliche Hilfsorganisation abgeliefert werden. Statt Schnelligkeit ist es das Ziel, die wenigsten Kilometer zurückzulegen.

Das Soester Team muss insgesamt 36.000 Euro und die Hilfsgüter zusammen bekommen und sucht noch Unterstützer. Kontakt: 02921/378-345 oder Sven-K@online.de

Fachhochschule Südwestfalen | R4-Team Westfalen | Oriento


Hintergrund
Abfahrt Soest: 11.02.2013
Rallye-Start: 14.02.2013 (Portier)

Das Team 2013 im Überblick

Team: Grün
Fahrzeug: Renault R4 GTL (BJ: 1986, 34PS)
Fahrer A: Mareike Morell (Hofgeismar, Agrarwirtschaft)
Fahrer B: Steffen Rüdiger (Liebenau, Maschinenbau)

Team: Orange "Franky"
Fahrzeug: Renault R4 GTL (BJ: 1986, 34PS)
Fahrer A: Lisa Gottschalk (Bad Sassendorf, Maschinenbau)
Fahrer B: Christian Berndt (Habichtswald, Agrarwirtschaft)

Team: Blau
Fahrzeug: Renault R4 F6 (BJ: 1978, 34PS)
Fahrer A: Marcel Garritsen (Bönen, Elektrotechnik)
Fahrer B: Sven Kammering (Ennigerloh, Elektrotechnik)

Team: Rot
Fahrzeug: Renault R4 GTL (BJ: 1985, 34PS)
Fahrer A: Matthias Markwart (Paderborn, Maschinenbau)
Fahrer B: André Bevermann (Hamm, Elektrotechnik)