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v.l.n.r. Ralf Kersting, Franz-Michael Baumann, Prof. Dr.-Ing. Christoph Kail, Volker Milk
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07.03.2013

6. Südwestfälischer Energietag an der FH SWF in Soest

Effiziente Technologien machen NRW zur Energieregion Nr. 1

Rund 350 Experten und Interessierte kamen am 6. März zum 6. Südwestfälischen Energietag nach Soest. Der Tag wurde von der Fachhochschule Südwestfalen veranstaltet. Die FH kooperierte dabei mit der EnergieAgentur.NRW, den Industrie- und Handelskammern aus Arnsberg, Dortmund, Hagen und Siegen sowie dem IHK-Verbund NRW. "Effizienz - Erneuerbare Energien - Wettbewerbsfähigkeit" standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Inhalte der Tagung richteten sich an Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, Kommunen, Land- und Forstwirtschaft sowie an interessierte Privatpersonen.

"Mit dem 6. Südwestfälischen Energietag sollen weitere Impulse für einen Umbau der Energieversorgung Südwestfalens hin zu einer höheren Effizienz, zu mehr erneuerbaren Energien sowie zu geringeren Kosten gegeben werden. Dabei sollte eine Erhöhung der regionalen Wertschöpfung angestrebt werden, um auf diese Weise das Geld in der Region zu belassen und neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen", erklärte Veranstalter Prof. Dr.-Ing. Christoph Kail von der FH Südwestfalen. "Der Einsatz der heimischen Biomasse in modernen Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung und die Nutzung der Kyrill-Flächen für die Windenergie sind beispielsweise geeignete Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen."

"Der Standort Soest der Fachhochschule Südwestfalen", so Prof. Kail weiter, "versteht sich mit seinen zahlreichen Lehr- und Forschungsbereichen auf dem Gebiet der Energietechnik als Ansprech- und Kooperationspartner beim Know-how-Transfer. Wir bilden Energiefachleute für den regionalen Arbeitsmarkt aus, die bereits während des Studiums und auch in ihren Abschlussarbeiten den Unternehmen ihr Wissen zur Verfügung stellen. Die Hochschullehrer erarbeiten in gemeinsamen Forschungsprojekten mit der Industrie beispielsweise neue fortschrittliche Energieversorgungskonzepte oder bringen ihr Know-how in die verschiedenen Netzwerke im Energiebereich ein."

"Mit der neuen Umwelt- und Klimaschutzpolitik in NRW sind enorme wirtschaftliche Chancen verbunden", erläuterte Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, die ökonomischen Vorteile konsequenter Klimaschutzpolitik. "In der Landesförderung progres.nrw wurden von 1988 bis Ende 2007 für Entwicklung, Demonstration und Markteinführung innovativer Energietechnologien sowie die Energieberatung rund 700 Mio. Euro vom Land und der Europäischen Union (EFRE-Programm) für über 60.000 Förderprojekte aufgewendet. Die Förderungen zogen weitere Investitionen von etwa 3,8 Mrd. Euro nach sich. Bis Ende 2012 wurden weitere 19.000 Vorhaben mit rund 80 Mio. Euro gefördert. Im Bereich der Nutzung der Geothermie und der Solarenergie steht NRW auf Platz 3 aller Bundesländer, bei der Windenergie noch auf Platz 5; das soll sich aber in den kommenden Jahren verbessern. Das zeigt: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien schützt nicht nur unser Klima, sondern sorgt gleichzeitig für zukunftsfeste Arbeitsplätze, Investitionen und Innovationen bei uns in Nordrhein-Westfalen. Diese Chancen werden wir auch weiter intensiv nutzen."

"Südwestfalen ist ein sehr bedeutsamer Industriestandort für Nordrhein-Westfalen: Fast 18 Prozent der industriellen Wertschöpfung von NRW werden in Südwestfalen erwirtschaftet. Gemessen an der Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe zählt Südwestfalen zu den drei wichtigsten Industrieregionen in ganz Deutschland. Branchen mit hohen Energieverbräuchen - wie die verschiedenen Zweige der Metallindustrie, die Papierindustrie oder die Zementindustrie - haben in Südwestfalen eine besonders hohe Bedeutung. Eine gesicherte Energieversorgung und bezahlbare Energiekosten sind deshalb für den hohen Industriebesatz in der Region Südwestfalen von existenzieller Bedeutung", mahnte IHK Präsident Ralf Kersting. "Wir können und dürfen physikalische und wirtschaftliche Zusammenhänge nicht ausblenden und das Thema Energieversorgung ausschließlich unter Wahlkampfaspekten betrachten."

"Für die Unternehmen ist es einerseits besonders wichtig, die für die Produktionsschritte notwendige Energie verlässlich zu erhalten. Heutige Maschinen und Anlagen sind mit komplexer und empfindlicher Steuerungselektronik ausgestattet, die eine hohe Versorgungsqualität benötigt. Die Industrieunternehmen in Südwestfalen rechnen andererseits", so Kersting weiter, "bei steigenden Strompreisen mit Rückgängen bei Absatz, Gewinn und Beschäftigung. Die damit verbundene Verringerung von Investitionen birgt die akute Gefahr einer schleichenden Aushöhlung der heimischen Standorte und einer Verlagerung von Produktionskapazitäten."

Speziell zur Veranstaltung erschien eine Sonderausgabe des Soester IngenieurBriefes, in dem aktuelle Forschungsprojekte der drei Soester Fachbereiche vorgestellt werden. Dort geht es u.a. um Biogas aus Algen und Stroh, neue Fahrzeugkonzepte oder auch um Marktchancen erneuerbarer Energien. Bei mehreren dieser Forschungsprojekte sind die Soester Institute TWS und i.green beteiligt. Letzteres trat auch als Mitveranstalter des Südwestfälischen Enerigetages auf.

Internet:
www.fh-swf.de/energietag
www.energieagentur.nrw.de
www.klimaschutz.ihk.de
www.igreen.fh-swf.de

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Christoph Kail, FH Südwestfalen, Soest; Tel.: (02921) 378-298
E-Mail: kail@fh-swf.de

Rückfragen der Redaktionen an:
Arp Hinrichs; Marketing FH Südwestfalen, Soest; Tel.: (02921) 378-461
E-Mail: hinrichs@fh-swf.de
oder
Uwe H. Burghardt, EnergieAgentur.NRW, Tel.: (0211) 86642-13 Mobil: (0160) 746 18 55
E-Mail: Burghardt@energieagentur.nrw.de