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Prof. Dr. Erwin Schwab, René Röspel, Petra Crone, Hans-Werner Ehrenberg, Dagmar Hanses, Prof. Dr. Ulrich Hensche, Marlies Stotz, Prof. Dr. Claus Schuster, Angela Freimuth, Marc Olejak, Thorsten Schick, Prof. Dr. Detlev Patzwald, Heinz-Joachim Henkemeier
Prof. Dr. Erwin Schwab, René Röspel, Petra Crone, Hans-Werner Ehrenberg, Dagmar Hanses, Prof. Dr. Ulrich Hensche, Marlies Stotz, Prof. Dr. Claus Schuster, Angela Freimuth, Marc Olejak, Thorsten Schick, Prof. Dr. Detlev Patzwald, Heinz-Joachim Henkemeier(Download )
08.05.2013

Hochschulthemen zum Frühstück

Parlamentarier trafen sich zum Informationsaustausch in der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn

Iserlohn. "Sie als Parlamentarier möchten zu Recht wissen, was die Fachhochschule Südwestfalen aus den Steuergeldern gemacht hat, die Sie an die Hochschule weitergeleitet haben", begrüßte Präsident Prof. Dr. Claus Schuster die regionalen Abgeordneten von Land- und Bundestag in Iserlohn zum zweiten "Parlamentarischen Frühstück". Die Abgeordneten wurden nicht enttäuscht. Schuster legte eine Erfolgsbilanz vor und betonte, dass die Hochschulpaktmittel für zusätzlich geschaffene Studienplätze ausreichen: "Wir sind gut ausgestattet. In den letzten zwei Jahren hat die Hochschule rund 1000 Erstsemester pro Jahr mehr aufgenommen und dafür auch die notwendigen Strukturen geschaffen".

In diesem Jahr war der Termin für das Frühstück besser gewählt. Bei der Premiere im letzten Jahr machte die Auflösung des NRW-Landtags vielen Abgeordneten die Teilnahme unmöglich. 12 Abgeordnete folgten der Einladung des Präsidiums und diskutierten bei Croissants und Brötchen aktuelle Hochschulthemen. Eine Herausforderung für die Fachhochschule Südwestfalen ist die nachhaltige Hochschulfinanzierung über das Jahr 2018 hinaus. Schuster plädierte für eine Weiterführung des Hochschulpaktes. Auch die beabsichtigte Änderung des Hochschulgesetzes bedeute aus Sicht der Fachhochschule weniger Autonomie und mehr staatliche Kontrolle. "Unsere Hochschule würde heute nicht so erfolgreich dastehen, wenn es das Hochschulfreiheitsgesetz nicht gegeben hätte. Mehr Rahmenvorgaben durch das Ministerium bedeuten einen Rückfall in die 70er Jahre", ist sich Schuster sicher.

Diskutiert wurde ebenfalls das Promotionsrecht für Fachhochschulen. "Ich wünsche mir eine generelle Neuausrichtung des Promotionsrechts in Deutschland", erklärte Schuster, der gleichzeitig betonte, dass man zurzeit hervorragend mit den Universitäten Paderborn und Siegen im Bereich der kooperativen Promotion zusammenarbeite. Von parlamentarischer Seite gab es Bedenken, dass die Markenzeichen der Fachhochschulen ihre anwendungsbezogene Lehre und Forschung sowie die regionale Ausrichtung seien und ein fehlender Mittelbau Promotionen erschwere. Eine Chance sah man stattdessen im Ausbau der Promotionskollegs.

Prof. Dr. Erwin Schwab, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer, sprach sich für eine stärkere Berücksichtigung der Fachhochschulen im neuen NRW-Forschungsrahmenprogramm aus: "Hier sollten die etablierten erfolgreichen FH-Programme wieder verankert werden". Bemängelt wurde auch der hohe bürokratische Aufwand bei EU-Förderprogrammen, der eine Teilnahme der Fachhochschulen erschwere. Die Frage nach Kooperationen zwischen Hochschule und Unternehmen in dem für die Region wichtigen Automotive-Bereich, konnte Schuster mit Hinweis auf die geplanten Forschungszentren "Automotive Center Südwestfalen (ACS)" und "Kompetenzzentrum Fahrzeug Elektronik (KFE)", an denen die Fachhochschule maßgeblich beteiligt ist , beantworten.

Auch die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die weitere Entwicklung der Fachhochschule waren Thema der Frühstücksrunde. "Wir rechnen langfristig mit einem Hochplateau von 9000 Studierenden. Insbesondere durch unsere Studienangebote für Auszubildende, Berufstätige und beruflich Qualifizierte werden wir auch in Zukunft viele junge Leute motivieren, bei uns zu studieren", prognostizierte Schuster, der in diesem Zusammenhang nochmals auf eine verlässliche Hochschulfinanzierung hinwies: "Unsere derzeitige Grundfinanzierung reicht nur für 6000 Studierende aus".

Zum Abschluss warb Prof. Dr. Ulrich Hensche, Vizepräsident für Marketing und Internationales, dafür, sich für pragmatische Lösungen in Hinblick auf die fehlenden Lehrer an Berufskollegs einzusetzen: "Unsere Absolventen aus den technischen Studienfächern sind dafür nach einer entsprechenden pädagogischen Ausbildung hervorragend geeignet".

Viele Themen, viele Diskussionspunkte. "Wir sollten im Gespräch bleiben", waren sich alle Teilnehmer einig.


Teilnehmende Parlamentarier:

Petra Crone, MdB SPD
Gordan Dudas, MdL SPD
Hans-Werner Ehrenberg, MdB FDP
Angela Freimuth, MdL FDP
Herbert Franz Goldmann, MdL Grüne
Dagmar Hanses, MdL Grüne
Wolfgang Jörg, MdL SPD
Marc Olejak, MdL Piraten
René Röspel, MdB SPD
Thorsten Schick, MdL CDU
Marlies Stotz, MdL SPD
Johannes Vogel, MdB FDP