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Johannes-Peter Angenendt
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13.06.2013

Soester Gespräche

18.06.13: "Fehlleitung der Agrarproduktionen durch politische Entscheidungen am Beispiel von ILUC"

Referent: Johannes-Peter Angenendt, Vorstand der Deutschen Saatveredelung DSV

Das Wort ILUC ist eine Abkürzung für "Indirect Land Using Change" (indirekte Landnutzungsänderung). Die Richtlinie 2009/28 verpflichtet die europäische Kommission dem europäischen Parlament einen Bericht vorzulegen, in dem sie die Auswirkung indirekter Landnutzungsänderungen auf die Treibhausgasemissionen prüft und Möglichkeiten untersucht, wie diese Auswirkungen verringert werden können.
Dazu hat das International Food Policy Research Institute (IFPRI) einen Bericht über die Auswirkungen des europäischen Biokraftstoffbedarfs vorgelegt. Basierend auf den Ergebnissen des IFPRI-Modells hat das Joint Research Center (JRC) einen globalen Nutzungsemissionswert berechnet. Je nach Wertigkeit wird dann die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen damit belastet. Das betrifft auch die deutsche bzw. die europäische Rapsproduktion.

Obwohl nachweislich die Studien und Modellrechnungen sehr fehlerhaft sind, wird derzeit in der europäischen Politik mit diesen Werten gearbeitet. Diese werden aber mittelfristig dazu führen, dass der deutsche und europäische Rapsanbau nicht mehr im Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wettbewerbsfähig sein wird.
Andere Produktionen für erneuerbare Energien wie Maisanbau werden allerdings nicht belastet. Zusätzliche positive Aspekte des Rapsanbaus, wie Fruchtfolgewirkung oder die Produktion von hochwertigem Rapsschrot zur Absicherung der Futtergrundlage werden überhaupt nicht berücksichtigt. Die anstehenden politischen Entscheidungen werden voraussichtlich zu verheerenden Veränderungen im Anbau von Raps in Deutschland/Europa und zur Neugestaltung von Fruchtfolgen führen.

Ort: Gebäude 10, Raum 10.010 des Fachbereichs Agrarwirtschaft, Lübecker Ring 2, 59494 Soest

Beginn: 19.30 Uhr