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Das Fahrrad in der Theorie: Computer-Konstruktion der Studenten. Foto: FH SWF
Das Fahrrad in der Theorie: Computer-Konstruktion der Studenten. Foto: FH SWF(Download )

"Besonders freut mich, dass die gesamte Gruppe gemeinsam mitzieht. Das ist echter Teamgeist", lobt Prof. Stumpf, der das Projekt betreut.(Download )
25.06.2013

Studenten entwickeln Rahmen für Ökofahrrad

Di. 02.07.2013 | Vorstellung des Jeans-Papier-Fahrrads auf dem Soester Campus. Probefahrt erwünscht!

Soest. Ein Fahrrad aus einem nachwachsenden Rohstoff fertigen Studierende der Fachhochschule Südwestfalen an. Das für den Rahmen vorgesehene Material heißt Vulkanfiber. Jetzt wird das Fahrrad auf Fahrtauglichkeit getestet: Am kommenden Dienstag um 12:00 Uhr in Raum 20.008 auf dem Soester Campus der FH Südwestfalen.

Der Werkstoff Vulkanfiber wird in einem speziellen Pressverfahren aus Papier hergestellt; die Platten erinnern stark an Kunststoff, haben aufgrund ihres Materials aber bestimmte Eigenschaften, die bereits bei den planerischen Vorüberlegungen, besonders aber bei der Konstruktion bedacht werden müssen.

"Die Studierenden haben das Modul Angewandte Produkt-Entwicklung wörtlich genommen und einen Prototyp entwickelt", berichtet Prof. Dr. Christian Stumpf vom Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik: "Der interdisziplinäre Ansatz stieß bei den Studierenden sofort auf großes Interesse", freut sich der Hochschullehrer für Konstruktionstechnik und Anlagenbau über die freigesetzten Potentiale.

Zunächst war es nur eine Aufgabenstellung im Rahmen der Lehrveranstaltung, wobei Stumpf frühzeitig in Aussicht stellte, dass der beste Entwurf von den Studierenden umgesetzt werden sollte. Die Auswahl hatte eine externe Jury zu treffen. "Alle Beteiligten gingen hochmotiviert in die Veranstaltung, in der nun endlich ein Produkt ganz praktisch entwickelt werden sollte", schrieben die Studierenden in einer Projektbeschreibung.

Das Augenmerk der Projektaufgabe lag auf dem Fahrradrahmen, der aus besagtem Vulkanfiber bestehen sollte. Dabei mussten natürlich die grundlegenden Anbindungen von Lenker, Tretlager, Sattelstütze und Rahmen bedacht werden. "Es geht um das reine Konzept, wie man ein Fahrrad aus Plattenmaterial realisieren kann", erläuterte der Hochschullehrer bei der Präsentation. Antrieb, Räder Sattel und Lenker durften als Zukaufteile aus der herkömmlichen Fahrradproduktion gewählt werden.

Vom Material her gedachtes Chopper-Konzept überzeugte

Bei ihren Konzepten ließen sich zwei Gruppen stark von der Plattenstruktur des Materials leiten und präsentierten flächige Rahmenkonzepte. Mehrere Entwürfe orientierten sich an Choppern, eine Variante erinnerte an eine Vespa. Auf ihrem Weg mussten sich die Studierenden intensiv mit Fahrradtechnik und -design sowie mit der Statik auseinandersetzen. Das Rennen machte schließlich der Chopper von Gruppe 7: "Die Rahmenkonstruktion war deutlich vom Material gedacht, die überzeugende Konstruktion wurde mit herausragenden CAD-Zeichnungen präsentiert und viele Details der Konstruktion waren gleich berücksichtigt", laute das Urteil der Jury.

Die Beteiligten bekamen den APE-Trophae mit Urkunde überreicht; der Freunde und Förderer des Soester Hochschulcampus (VDF) stiftete der Siegergruppe einen Scheck in Höhe von 150 Euro.

Erfolge durch Teamgeist und hohen Einsatz

Nach der Kür trat das Projekt in die zweite Phase. "Besonders freut mich, dass die gesamte Gruppe gemeinsam mitzieht. Das ist echter Teamgeist", lobt Prof. Stumpf. Schon in der Projektphase spielten sowohl die Maschinenbau- als auch DPM-Studenten ihre Trümpfe aus: "Die einen gingen mit tüftlerischem Ehrgeiz an die Sache und konnten dabei bereits Gelerntes gezielt in die Praxis anwenden. Doch auch gestalterisch sollte das Fahrrad überzeugen - eine reizvolle Aufgabe für die DPM-Studenten, bei der mit viel Inspiration und Kreativität teils klassische, teils gewagte, aber auch völlig innovative Ansätze entstanden, die allesamt ein Hingucker waren und in vielversprechenden Entwürfen mündeten", heißt es in einer studentischen Selbstdarstellung.

Nach der Jury-Entscheidung wurden zur Realisierung neue Teams gebildet: So gab es natürlich die Teams Konstruktion und Fertigung. Aber auch Ressorts wie Teilebeschaffung, technische Dokumentation und Vermarktung über Plakate wurden ins Leben gerufen und einzelnen Arbeitsgruppen zugeteilt. So konnte etwa die Sparkasse Soest als Sponsor für die Teilebeschaffung gewonnen werden.

FH Südwestfalen, Standort Soest, Lübecker Ring 2
Di. 02. Juli 2013, 12:00 Uhr
Gebäude 20, Raum 20.008


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