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Diskutierten post-keynesianisch: Prof. Marc Lavoie (li.) und Willy Hautle
Quelle:  Fachhochschule Südwestfalen
Diskutierten post-keynesianisch: Prof. Marc Lavoie (li.) und Willy Hautle Quelle: Fachhochschule Südwestfalen (Download )
14.08.2013

Besuch von Post-Keynesianern

Kanadischer Wirtschaftsprofessor und Schweizer Ökonom diskutieren mit Mescheder Studenten

Meschede. Internationale Gäste konnten die Mescheder Dozenten Prof. Dr. Martin Ehret und Dr. Karl Betz Ende Juli in der Summer School "Post-Keynesian Macroeconomics" begrüßen. Der Schweizer Finanzmarktökonom Dr. Willy Hautle und Prof. Marc Lavoie von der Université de Ottawa diskutierten über die Folgen der Finanzmarktkrise und die aktuelle nationale und internationale Wirtschaftspolitik.

Post-Keynesianer vertreten die Ansicht, dass der Markt nicht automatisch zur Vollbeschäftigung führt und daher der Staat eingreifen muss. So machen beispielweise staatlich reglementierte Mindestlöhne in Deutschland für die Stabilisierung der europäischen Wirtschaftsbeziehungen einen Sinn. "Die deutsche Wirtschaft sollte Wachstum und Lohnerhöhungen anstreben, um der Eurozone zu helfen", meint auf jeden Fall Professor Lavoie.

Seine Behauptung stützt er auf das von ihm propagierte "Stock-flow consistent modelling". Die Eurokrise diskutierte er in einem Modell mit drei Ländern, die untereinander Sachgüter und Finanzanlagen handeln. Zwei der Länder liegen in der Eurozone und haben folglich die gleiche Währung. Das übrige Land bildet als USA gleichsam den Rest der Welt.

Dass diese Modelle funktionieren, bestätigt Willy Hautle, bis 2011 Chefökonom der Zürcher Kantonalbank und heute unabhängiger Finanzberater. Sein Vortrag drehte sich um die Analyse aktueller Finanzkrisen in stock-flow-consistent Modellen. "Als Finanzmarktökonom braucht man einen ordnenden Rahmen, um zahlreiche Daten zu sortieren und zu analysieren", erklärt Hautle. Er baut deshalb auf den Theorierahmen von Marc Lavoie und stützt damit Analysen und Empfehlungen für seine Kunden.

Für Lavoie ist es nach 2011 bereits die zweite Summer School in Meschede. Neben einer weiteren Veranstaltung bei der Hans-Böckler-Stiftung in Berlin ist es auch ein exklusiver Besuch in Deutschland. Bleibt die Frage, warum solch prominente Gäste den Weg nach Meschede finden? Es ist wohl der persönliche Kontakt, der durch die Auftritte der hiesigen Dozenten an internationalen Konferenzen entstanden ist.