Pressearchiv

Bilder

Studienberater Dr. Torsten Pätzold
Studienberater Dr. Torsten Pätzold(Download )
24.09.2013

Die letzte Chance. Wenn eine Prüfung über ein ganzes Studium entscheidet

Ein Interview mit Studierendencoach Dr. Torsten Pätzold

Meschede. Schokoriegel, Energiedrink oder doch lieber ein Coaching beim Studienberater? Was hilft wirklich, wenn man vor der alles entscheidenden Prüfung steht, von der die Fortsetzung des Studiums abhängt? Dr. Torsten Pätzold unterstützt Studenten, die sich im dritten Prüfungsversuch befinden. Er kennt die Fehlerquellen der Studenten und hilft konstruktiv bei der Vorbereitung auf den letzten Versuch. Mit Torsten Pätzold sprach Annika Schomberg.

Warum scheitern die meisten Studenten am Drittversuch? Was ist das Hauptproblem?

Studenten scheitern in den wenigsten Fällen an ihrer intellektuellen Fähigkeiten, sondern meist an einem mangelnden Zeit- und Selbstmanagement. Und genau da setzt mein Coaching an. Ich helfe den Studenten dabei, realistische Ziele festzulegen und diese innerhalb eines angemessen Zeitfensters zu erreichen.

Wie bereiten Sie die Studenten auf ihren dritten Prüfungsversuch vor?

Zunächst gebe ich den Studenten allgemeine Organisationshinweise, um eine gewisse Ausgangsbasis für ein erfolgreiches Vorbereiten zu schaffen. Danach treffe ich mich mehrmals im Semester zu Einzelgesprächen mit den Studenten. Diese Form des individuellen Coachings dient dazu, die Lernstrategie zu optimieren, aber auch um die Betroffenen zu motivieren und bei fachspezifischen Fragen den Kontakt zum Dozenten herzustellen.

Wie sieht denn so eine optimale Klausurvorbereitung aus?

Das A und O ist die Strukturbildung und das Zeitmanagement. Es bringt nichts, ab und zu mal in die Bücher zu schauen und dann wieder vier Wochen zu pausieren. Die Studenten sollten regelmäßig und kontinuierlich lernen. Das ist das Geheimnis. Es kommen immer wieder Studenten vier Wochen vor ihrer Prüfung zu mir, um am Drittversuchscoaching teilzunehmen. Da kann ich nur noch raten sich rechtzeitig vom Prüfungsversuch abzumelden und das Vorhaben "Drittversuch" auf das nächste Semester zu verschieben.

Wieso kommen Studenten überhaupt in die Situation des dritten Prüfungsversuches?

Viele Studenten lernen einfach falsch. Sie besuchen zwar die Vorlesungen, sind aber eigentlich nur körperlich anwesend. Dann versuchen sie die Übungen zu lösen und was sie nicht wissen, schlagen sie eben schnell im Studienbuch nach. Die Lösung scheint dann auch plausibel und der Student denkt sich: "Super, das kann ich". Da die Klausuraufgaben aber in der Regel nicht den Übungsaufgaben entsprechen, geht ihr Konzept leider nicht auf.

Dann verraten Sie uns doch mal, wie man es richtig macht?

Man muss zuerst die Theorie lernen. Das heißt nicht auswendig lernen, sondern vor allem verstehen. Nur so kann ich mein Wissen auf jeden beliebigen Aufgabentyp anwenden und die Aufgaben in der Prüfung auch lösen.

Hängt denn alles nur vom Lernaufwand ab oder spielt die psychische Verfassung auch eine Rolle?

Natürlich sind Studenten gerade beim dritten Prüfungsversuch vermehrt Stress ausgesetzt und der dabei entstehende Druck ist nicht zu unterschätzen. Einerseits machen Studenten sich diesen Druck selbst, andererseits gibt es auch viel Druck von außen. Das kann dazu führen, dass der Kopf total blockiert und das gesamte erlernte Wissen nicht mehr abgerufen werden kann. Auch die mentale Stärkung der Studenten ist Bestandteil meines Coachings.

Hand aufs Herz, wie erfolgreich ist Ihr Drittversuchscoaching in der Praxis?

Leider sind im letzten Jahr erstmalig zwei Studenten durchgefallen. In den Jahren davor lag die Quote immer bei 100 Prozent. Alle Studenten, die an dem Coaching teilgenommen haben, haben ihren dritten Versuch auch bestanden.