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PPI Joint Stock Company in der Nähe von Hanoi
PPI Joint Stock Company in der Nähe von Hanoi(Download )
Tunneleingang in Cu Chi
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29.11.2013

Xin chào - Hallo - Vietnam

Hagener Verbundstudierende auf Exkursion in Vietnam

Hagen. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen der Hochschule Bochum reisten Studierende des Verbundstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen im Rahmen einer Exkursion nach Vietnam. Auf dem Programm stand neben Firmenbesichtigungen auch das Kennenlernen von Kultur und Gesellschaft. Begleitet wurden die Studierenden von Prof. Dr. Gerd Uhe und Michaela Rothhöft, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang.

Der Kulturschock war sofort da: Mehr als 12 Flugstunden entfernt von Hagen entfaltete sich in Hanoi eine andere Welt. Die Straßen vollgestopft mit ununterbrochen hupenden Mopeds, die Bürgersteige erweiterte Küchen und Restaurants. Für die Studierenden war sofort klar: In Vietnam spielt sich das Leben auf der Straße ab.

Nach einem kurzen kulturellen Abstecher zum Tempel der Literatur besichtigten die Studierenden Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur und neue Baugebiete in Hanoi. Ein Besuch der deutschen Firma PPI Joint Stock Company, die Innensohlen für Schuhe aus europäischem Recyclingmaterial herstellt, gab erste Einblicke in den Wirtschaftsstandort Vietnam und die dortigen Arbeitsbedingungen. Einmal in Hanoi durfte ein Ausflug in die weltberühmte Halong-Bucht natürlich nicht fehlen.

Auf dem Weg in den Süden Vietnams informierten sich die Studierenden im Fischereihafen von Nha Trang über die Auswirkungen von Hochseeflotten auf die örtliche Fischerei. Auch der Antibiotika Einsatz auf den Shrimpsfarmen wurde thematisiert. Die Besichtigung einer Kaffeeplantage stand ebenfalls auf dem Programm, denn Vietnam ist nach Brasilien der zweitgrößte Kaffee-Exporteur. Letztes Ziel der Exkursion war Ho-Chi-Minh-Stadt, mit über fünf Millionen Einwohnern die größte Stadt Vietnams und quirliges wirtschaftliches Zentrum des Landes. Als erste Station wurde die Tunnelanlage in Cu Chi besichtigt. "Diese Tunnel haben uns sehr beeindruckt", berichtet Prof. Uhe, "hier hat sich der Viet Cong in den unterirdischen Gängen, die zeitweise eine Länge von 200 km erreichten und von Saigon bis zur kambodschanischen Grenze verliefen, aufgehalten und die Umgebung kontrolliert. Für uns war es unvorstellbar, dass sich in den Höhlen, die teilweise über mehrere Etagen angelegt waren, bis zu 16.000 Menschen im Vietnam-Krieg aufhielten".

Die Unterschiede zwischen deutschen und vietnamesischen Produktionsbedingungen wurden bei der Betriebsbesichtigung des Unternehmens BINH TRIEU ENGINEERING AND CONSTRCTION JOINT STOCK COMPANY BTC deutlich. Die Lackiererei war in einer offenen Halle ohne Abzug untergebracht, die Arbeit an Fräsmaschinen in Flip-Flops schien normal zu sein. Ein Abstecher ins Mekong-Delta gab Einblicke in die Agrarregion Vietnams. Tropische Früchte, Reis, Gemüse, Zuckerrohr und Kokosnüsse werden dort angebaut. Schwüle 32 Grad hielten die Hagener nicht davon ab, eine Fahrradtour durch den Dschungel zu unternehmen und dort eine Süßigkeitenfabrik und eine Mattenweberei zu besuchen. Krönender Abschluss war der Besuch der University of Technology. Die vietnamesischen Studierenden hatten Spiele und Vorträge vorbereitet und diskutierten eifrig mit den deutschen Studenten über die unterschiedlichen Studienbedingungen. "Wir hatten eindrucksvolle Erlebnisse, trafen interessante und liebenswerte Menschen und lernten ein Land kennen, das dabei ist, sich von seiner schrecklichen Vergangenheit zu erholen", fasst Studentin Angela Dames ihre Eindrücke zusammen,"ich bin echt froh, dass ich die Möglichkeit hatte, an dieser wunderschönen Exkursion teilzunehmen".