Pressearchiv

Bilder

Alumni-Treffen der besonderen Art: Friedhelm Reinecke aus Bad Dürkheim, Josef Schnieders aus Mastholte, Ludger Kimmeyer aus Ennigerloh, Rüdiger Strojek aus Hamm, die beiden Hanseaten Gerth Roth und Jürgen Linke - aus Bremen und Hamburg - und Berthold Döri
Alumni-Treffen der besonderen Art: Friedhelm Reinecke aus Bad Dürkheim, Josef Schnieders aus Mastholte, Ludger Kimmeyer aus Ennigerloh, Rüdiger Strojek aus Hamm, die beiden Hanseaten Gerth Roth und Jürgen Linke - aus Bremen und Hamburg - und Berthold Döri(Download )
11.12.2013

Ehemaligentreffen auf der Allerheiligenkirmes

Soester Absolventen treffen sich seit 41 Jahren

Soest. Seit jetzt schon 41 Jahren gibt es für sieben ehemaligen Studenten der früheren Ingenieursschule und nachmaligen Fachhochschule am Hohen Weg einen festen Treffpunkt, wenn in Soest der Pferdemarkt steigt: Donnerstagmorgen, 10 Uhr an der Hopfenstube. Pünktlich, bei jedem Wetter. Ebenso pünktlich ist Aufbruch ins Getümmel, zuvor geht es aber in die gesellige Detailtiefe.

"Treffen ist immer Donnerstagmorgen, 10 Uhr. Pünktlich. Entschuldigungen gibt es nicht", sagt Gerd Roth, der es nach dem Studium in Soest bis zum Geschäftsführer bei Kellog’s gebracht hat. "Ja, ja: Cornflakes platt kloppen", frotzeln seine ehemaligen Kommilitonen. Aber im gleichen Atemzug erkennen sie neidlos an: "Der Gerd ist sogar zum Treffen gekommen, als er um Kirmes herum in Südafrika zu tun hatte." Respekt.

1972 begann das Studium. Ursprünglich waren sie zu neunt, zwei der Freunde sind verstorben. Das herrschaftliche Studien-Gebäude am Hohen Weg ist verschwunden, auch die Flachdachcontainer auf dem Gelände gibt es nicht mehr. Knalleheiß war es in diesen improvisierten Hörsälen und Kreativstübchen. "Dampfbeheizt", erzählt Rüdiger Strojek.

Nach dem Bund gemeinsam in der Uni

Strojek ist übrigens tschechisch, heißt übersetzt "Maschinchen". Durch die Ahnengalerie geblättert, zeigt sich, dass die Strojeks tatsächlich nur Schmiede - oder später Ingenieure waren. Rüdiger Strojek jedenfalls setzte die Tradition fort - spätberufen: Erst war er Hauptmann beim Sanitätsbataillon 7 in Hamm. Jürgen Linke auch, der war zum Schluss des Hauptmanns Fahrer. Als Erstsemester saßen beide dann unvermittelt im gleichen Hörsaal, die Überraschung war groß. Dönekes wie diese könnten die Freunde zuhauf erzählen.

Herumgekommen sind sie alle, während sie nach dem Studium mit dem Soester Diplom in der Tasche "Mordskarrieren" machten - bei Unternehmen wie Thyssen, Mannesmann oder Hella. Berthold Döring etwa war dort Chefkonstrukteur. "Ja, wir haben schon was gelernt...", heißt es vergnügt aus der Runde. "Bücher könnten wir schreiben...".

Gut, aber nicht jetzt, denn jetzt ist Pferdemarkt, und da ist nichts wichtiger als ein frisches Pilschen vom Zapfhahn und die Frage, warum denn die Hopfenstube die Freunde so prägte: "Ganz einfach", erzählen die: "Lag doch ganz praktisch auf dem Weg zwischen Bahnhof und Schule. Und die Wirtin damals, Frau Förster, das war eine wirklich Nette." Klausur verhauen? In der Hopfenstube gab’s tröstende Worte und neuen Halt dazu: "Nehmt’s nicht so ernst, das wird schon noch", pflegte ihnen Frau Förster immer zu sagen.

Gut, geholfen hat’s ja. Wo die Tour in diesem Jahr entlangführt: "Immer von Bierbude zu Bierbude, von Bratwürstchenstand zu Bratwürstchenstand." Karussells? "Nein, eher nicht." Skyliner vielleicht, das Riesenrad am Stiel, das fliegende Wohnzimmer? "Das gibt’s? Kennen wir ja noch gar nicht. Gut, da müssen wir rein. Ist ja nicht so schnell. Die Jüngsten sind wir ja nicht mehr....".

Schnell ein Foto vor der Kneipentür, die für die sieben Freunde zur Legende wurde, dann noch eins, weil gerade der Bürgermeister mitsamt Neu-Jägerken Sven Golze und Bördekönigin Gina Latocha am Brüdertor angekommen ist und sich bereitwillig dazustellt. Und dann: "Ab ins Vergnügen. Für’s Wetter können wir ja nichts....".

Knobeln mit dem ehemaligen Professor

Ein Termin stand für die Pferdemarkt-Jubilare noch an: Wenn er’s geschafft hat mit seinen rüstigen 80 Jahren, ist auch der Professor Rosenwald, der ehemalige Dekan, in der Schwarzwaldstube. Weil er seine Ex-Studenten so ins Herz geschlossen hat. Und gerne mit ihnen knobelt - wie ein Weltmeister. brü

www.fh-swf.de/fbma
www.alumni-soest.vsi-soest.de