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DLG-Technikertagung
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23.01.2014

Mekka der landwirtschaftlichen Versuchstechnik

Fachbereich Agrarwirtschaft erwartet zur 45. DLG-Technikertagung am 28./29. Januar rund 750 Teilnehmer: Vorträge, Fortbildung, Technikschau

Soest. Am Montag und Dienstag dem 28. / 29. Januar 2014 findet in der Stadthalle Soest (Dasselwall 1) die jährliche "DLG - Technikertagung" statt. Es ist die 45. Arbeitstagung des Ausschusses "Versuchswesen in der Pflanzenproduktion" der DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft e.V., Frankfurt), die in Kooperation mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Soest veranstaltet wird und zu der aktuell rund 750 Personen aus dem Bundesgebiet und den Nachbarländern erwartet werden.

Praktische Versuche auf dem Acker bilden die Basis der landwirtschaftlichen Forschung in der Pflanzenproduktion und sind die Grundlage für die Beratung der praktischen Landwirte. Im Bereich der Pflanzenzüchtung, der Düngung, des Pflanzenschutzes etc. werden neue Sorten bzw. Produkte entwickelt und im Sinne eines "Warentestes" geprüft. Die aus den Versuchen gewonnenen Daten dienen der amtlichen Registrierung und Zulassung von Produkten (Sorten, Pflanzenschutzmittel etc.) und ermöglichen Beratungsempfehlungen für den Einsatz in der landwirtschaftlichen Praxis. In komplexen Systemversuchen werden pflanzenbauliche Anbaustrategien erarbeitet, die sichere und hohe Erträge bei gleichzeitiger Umweltschonung zum Ziel haben.

Jährlich wird von Industriefirmen, Beratungsorganisationen, Hochschulen und auch von Privatfirmen, die als Dienstleister agieren, eine Vielzahl von Fragestellungen in Freilandversuchen bearbeitet, in zahlreichen Kulturarten müssen viele Tausend Mikroparzellen (ca. 10 m2) separat ausgesät, behandelt, bewertet und geerntet werden. Mit der Durchführung und Betreuung solcher Versuche sind speziell ausgebildete Versuchstechniker betraut, die bei ihrer Arbeit speziell entwickelte, oft hochkomplizierte Maschinen und Geräte einsetzen. Eine hohe Präzision der Arbeiten ist oberstes Gebot und eine umfangreiche Dokumentation aller Maßnahmen und Arbeiten ist dabei unverzichtbar. Der rasche technologische Fortschritt erleichtert zwar die praktische Arbeit, ermöglicht jedoch erhebliche größere Versuchsaktivitäten und stellt sehr hohe Anforderungen an die Qualifikation des technischen Personals. Weiterbildung und Erfahrungsaustausch sind daher ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Arbeiten.

Eine Plattform für diesen Wissenstransfer bietet die "DLG - Technikertagung", die stets hohen Teilnehmerzahlen belegen den Stellenwert dieser Soester Veranstaltung.

Nach der Übernahme der Tagungsorganisation im Jahr 2003 wurde die Tagung erstmalig auf dem Campus der Fachochschule in Soest durchgeführt. Die Teilnehmerzahlen stiegen in den Folgejahren so stark an, dass der Veranstaltungsort aus Kapazitätsgründen im Jahr 2005 in die Stadthalle Soest verlegt werden musste. Auf der bundesweit organisierten Fachtagung finden die Teilnehmer in diesem Jahr wieder ein breites Angebot:
• Vorstellung neuer Entwicklungen der führenden Hersteller hochspezifischer Technik
• Präsentation modernster Maschinen und Geräte in einer Technikschau
• Informationen über neue aktuelle technische und pflanzenbauliche Entwicklungen
• Qualifizierte Vorträge zur Fortbildung in den Bereichen Feldversuchswesen, Züchtung, Pflanzenschutz und Pflanzenbau
• Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege

In 29 Referaten werden aktuelle Problemstellungen bearbeitet. Zusätzlich zeigen 32 spezialisierte Herstellerfirmen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Dänemark High-Tech – Lösungen für das Feldversuchswesen von der Aussaat bis zur Ernte. Während die größeren, selbstfahrenden Maschinen für die Bearbeitung von Versuchsfeldern im Freigelände rund um die Stadthalle platziert werden, wird für empfindliche Mess- und Analysengeräte eigens ein großes Ausstellungszelt vor dem Eingang aufgebaut.

Thematisch ist die Tagung in diesem Jahr breit aufgestellt. Am ersten Tag dominiert traditionell die Maschinen- und Gerätetechnik. Hier geht es um die Vorstellung neuer technologischer Entwicklungen und Innovationen auf dem Sektor der Saat- und Erntetechnik sowie der Laboranalytik. Vorgestellt wird beispielsweise die Ansteuerung und Überwachung von Maschinen im Feld mit Hilfe exakter GPS - Satellitenortung. Eine weitere Neuheit ist die Möglichkeit der Beobachtung von Pflanzenbeständen auf den Versuchsfeldern mit Kamerasystemen via Internet. Wie bereits in den letzten Jahren steht darüber hinaus der Einsatz komplexer Sensoren zur Messung von Pflanzen- und Bodenparametern im Focus, deren Eignung und Präzision sich rasant entwickelt haben.

Am zweiten Tag beschäftigt sich ein Vortragsblock mit der Notwendigkeit der Saatpräzision von Pflanzenbeständen mit Mais und Rüben sowie den Möglichkeiten der Erfolgskontrolle durch die genaue Vermessung der Standgenauigkeit. Im Bereich der Pflanzenzüchtung wird die Entwicklung von Getreidekrankheiten betrachtet, deren Bedeutung und Dominanz einer klimabedingten latenten Veränderung unterliegt. Die Auswirkungen von Hitze und Wasserstress sowie die Auswuchsfestigkeit reifer Körner unter anhaltend nassen Bedingungen zur Ernte sind weitere interessante Themen. Der Blick richtet sich auch die weitgehend verborgene Basis des Pflanzenbaus, das Wurzelwachstum. Besseres Wissen und Verständnis dieser Prozesse im Boden würde einen effizienteren Anbau von Nutzpflanzen ermöglichen. Ebenso interessant ist jedoch auch der Blick aus der großen Distanz. Die Experten erhoffen sich zukünftig, mit Hilfe von neuen Satellitensensoren oder kamerabestückten autonom fliegenden Drohnen Pflanzenbestände zu charakterisieren und permanent beobachten zu können.

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