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Produktionsleiter Andreas Schulz (2. v. li.) führte Professor Gerald  Lange (2. v. re.)  und seine Studierenden durch das Pumpspeicherkraftwerk in Herdecke.
Produktionsleiter Andreas Schulz (2. v. li.) führte Professor Gerald Lange (2. v. re.) und seine Studierenden durch das Pumpspeicherkraftwerk in Herdecke.(Download )
31.01.2014

Wenn Wasser bergauf fließt

Lüdenscheider Studierende auf Exkursion im Pumpspeicherkraftwerk in Herdecke

Lüdenscheid/Herdecke. Wer an der Fachhochschule Südwestfalen in Lüdenscheid Wirtschaftsingenieurwesen-Gebäudesystemtechnologie studiert, der studiert ganz nah an der Praxis. Regelmäßig stehen Exkursionen auf dem Lehrplan. Jetzt besuchten Studierende des dritten Semesters das Pumspeicherkraftwerk in Herdecke.

Hörsäle, Seminarräume, Labore – selbstverständlich spielt sich der überwiegende Teil des Wirtschaftsingenieurwesen-Gebäudesystemtechnologie-Studiums an genau diesen Orten ab. Aber eben nicht nur. So hält nämlich beispielsweise das Modul Regenerative Energiesysteme immer wieder exklusive Eintrittskarten in die Praxis bereit. Eine Exkursion führte die Studierenden des dritten Semesters auf Initiative ihres Professors Gerald Lange jetzt ins RWE-Pumpspeicherkraftwerk in Herdecke.

Wenn Wasser bergauf fließt, tut es das nicht freiwillig. Das ist auch in Herdecke so. Im dortigen Pumspeicherkraftwerk wird Wasser aus dem Hengsteysee durch einen fast 400 Meter langen Druckstollen in ein Oberbecken 165 Meter über dem See gepumpt. Immer und immer wieder. Genauso oft strömt es dann auf Knopfdruck talwärts zurück in den Hengsteysee. Wie funktioniert diese Art der Stromgewinnung aus Wasserkraft technisch? Und warum macht sie wirtschaftlich Sinn? Diese beiden Fragen standen im Fokus des Vortrags von Produktionsleiter Andreas Schulz.
Und auf diesen Vortrag waren die Studierenden gut vorbereitet. Jedenfalls verwickelten sie Produktionsleiter Schulz schnell in eine lebhafte Diskussion, als dieser behauptete, es sei der moderne Strommarkt, der das Werk in Herdecke wirtschaftlich rentabel mache. Das ist es nämlich in erster Linie deshalb, weil das Wasser nachts oder an Wochenenden mit preiswertem Strom ins Oberbecken gepumpt wird, um genau dann abgelassen zu werden, wenn die dadurch erzeugte Energie zu Höchstpreisen ins Netz eingespeist werden kann. „Interessant, dieses Thema mal mit einem Fachmann aus der Wirtschaft zu besprechen“, stellte Student Christian Hahn anschließend fest.

Interessant und imposant zugleich gestaltete sich dann die Werksführung, die die Studierenden 30 Meter unter den Wasserspiegel des Hengsteysees führte. Dort sitzt mit dem Kugelschieber und der Pumpturbine das Herz des Kraftwerkes. Und auch von dort werden die Studierenden einiges in die Hörsäle, Seminarräume und Labore ihrer Hochschule mitnehmen. „Es ist absolut wichtig, so zentrale Themen wie die Energiespeicherung in der Praxis zu erkunden“, zeigte sich Professor Lange vom Erolg der Exkursion überzeugt.