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Schüler der Hannah-Arendt-Gesamtschule unter Leitung von Prof. Dr. Marc Boelhauve (1. von links) brachten die Ergebnisse ihrer Spülschwämme auf den Punkt.
Schüler der Hannah-Arendt-Gesamtschule unter Leitung von Prof. Dr. Marc Boelhauve (1. von links) brachten die Ergebnisse ihrer Spülschwämme auf den Punkt.(Download )
Schüler des Aldegrever-Bio-LKs.
Schüler des Aldegrever-Bio-LKs.(Download )
14.02.2014

„Gene, Keime und Spülschwämme – ein besonderes Laborpraktikum für Schüler“

Eine praktische Einführung in die Molekulargenetik und Mirkobiologie bekamen Schüler der Hannah-Arendt-Gesamtschule und des Aldegrever Gymnasiums jetzt auf dem Campus der Fachhochschule Südwestfalen.

Soest. Die Biologie-Leistungskurse der beiden Soester Schulen absolvierten jeweils ein zweiteiliges Laborpraktikum im Labor für Biotechnologie und Mikrobiologie des Fachbereichs Agrarwirtschaft. Die Theorie gehört zum normalen Lehrplan – die beiden Praxisblöcke sind normaler Weise nicht vorgesehen, auch weil an Schulen die technischen Möglichkeiten nicht vorhanden sind.

„Wir möchten, dass die Schüler Laborluft schnuppern“, erläutert Prof. Dr. Marc Boelhauve seine Motivation, in den Semesterferien Schüler ins Labor zu holen. „Hier können sie sehen und begreifen, wie man Untersuchungen in der Molekulargenetik durchführt – vor allem, weil sich es in der Theorie doch sehr abstrakt anhört.“
Damit jeder Schüler einen Laborplatz hat und gut betreut werden kann, wurde der Leistungskurs in zwei Gruppen aufgeteilt. Zu Beginn gibt es ein Praktikumsskript samt eng beschriebener Laborordnung. Im Labor gelten eigene (Sicherheits-) Regeln. Das Laborpraktikum umfasst zwei Praxisblöcke. Zunächst isolieren die Schüler Erbgut (DNA) aus tierischem Gewebe. In einem Kontrollverfahren untersuchen sie, ob sie wirklich DNA isoliert haben und ob Verunreinigungen enthalten sind. Um schließlich das Gen nachzuweisen, muss es millionenfach vermehrt werden.

"Diesen technischen Zwischenschritt nutzen wir ganz praktisch für die Zweiteilung des langwierigen Praktikums“, erläutert Dr. Sandra Kriegelstein den organisatorischen Ablauf. „In zwei Tagen können die Schüler dann selbst feststellen, ob sie alle Schritte richtig nachvollzogen haben und ob sie auch zum richtigen Ergebnis kommen.“

 In der Mikrobiologie, der Welt der Keime, dürfen die Schüler zuerst ihre Fingerspitzen auf Nährböden drücken. Nachfolgend dürfen sich die Schüler die Hände ordentlich mit Seife waschen und nochmals die gleichen Fingerspitzen auf die Nährböden drücken. Zu guter Letzt werden die Finger desinfiziert. Die Ergebnisse haben die Schüler erstaunt „hätte nicht gedacht, so viele Keime auf den Fingern zu haben“ meinte eine Schülerin. Die Krönung aus Sicht der Schüler war die Untersuchung auf Keimwachstum in einem gebrauchten Spülschwamm, den jeder von zuhause mitbringen musste. Erwartungsgemäß waren die Schüler von den Ergebnissen nicht begeistert (siehe Bild des HAG). „Das ist ja eklig“ war öfter zu hören.

 Die Schüler haben mehrere Eindrücke mit nach Hause nehmen können, wie wichtig z.B. das Händewaschen ist und dass ein Spülschwamm, der leicht zu riechen anfängt, in die Mülltonne gehört.

Boelhauve freut sich, dass es sich bei dem Laborpraktikum für Schüler nicht um eine Eintagsfliege handelt: „Wir bieten das Praktikum für Bio-LKs bereits im dritten Jahr an.“ Weitere Wiederholungen sind geplant, das betonen auch die beteiligten Lehrer Maria Kirsch (HAG) und Sieglinde Radine (Alde).