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Abschlussarbeit Low-Cost-Elektro-Scooter: Murat Yaliniz (m.) verbaute das Verbundmaterial Vulkanfiber. Betreut wurde der frisch gebackene Maschinenbau-Ingenieur von Prof. Dr. Christian Stumpf (l.) und Prof. Dr. Jens Bechthold.  	Foto: Hinrichs (FH SWF)
Abschlussarbeit Low-Cost-Elektro-Scooter: Murat Yaliniz (m.) verbaute das Verbundmaterial Vulkanfiber. Betreut wurde der frisch gebackene Maschinenbau-Ingenieur von Prof. Dr. Christian Stumpf (l.) und Prof. Dr. Jens Bechthold. Foto: Hinrichs (FH SWF)(Download )
03.03.2014

Abschlussarbeit: E-Chopper aus Vulkanfiber

Murat Yaliniz aus Hamm konstruierte und baute einen Low-Cost-E-Scooter für den Soester Hochschulcampus. | Präsentation beim Karrieretag

Soest. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit zum Maschinenbauingenieur konstruierte Murat Yaliniz einen Elektro-Scooter aus dem Recycling-Material Vulkanfiber.

Inspiriert war die Arbeit vom Vulkan-Chopper, einem Fahrrad aus Vulkanfiber, das im letzten Jahr als studentisches Projekt im Rahmen einer Lehrveranstaltung entstanden ist. „Ich war begeistert, dass man aus solch einem Material ein Fahrrad bauen kann“, berichtet der 25-jährige.

Der Werkstoff Vulkanfiber ist bereits seit über 150 Jahre bekannt. Das Verbund­material wird in einem speziellen Pressverfahren aus Baumwoll- und/oder Zellulosefasern hergestellt; die Platten erinnern stark an Kunststoff. Die spezifischen Eigenschaften müssen bereits bei den planerischen Vorüberlegungen, besonders aber bei der Konstruktion berücksichtigt werden.

 „Das klassische Verbundmaterial ist eigentlich hochmodern, weil es aus nachwachsenden Rohstoffen besteht“, sagt Betreuer Prof. Dr. Christian Stumpf vom Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik. „Vulkanfiber eignet sich gut für Studienprojekte, weil es relativ unbekannt ist und sich mit einfachen Werkzeugen verarbeiten lässt.“ So musste sich Yaliniz, wie zuvor die Studenten­gruppe auch, zunächst mit den spezifischen Eigenschaften des Materials vertraut machen und konnte den Prototyp kostengünstig selbst produzieren.

 „Konstruktionssystematische Entwicklung eines Low-Cost-E-Scooters“ lautete die Aufgabenstellung. Neben der Ideenentwicklung und der Konstruktionsarbeit gehörten Herstellung und Montage des Prototyps zu dem Bachelorprojekt dazu.

Sattel, Fußablage und Koffer fertigte Yaliniz aus Vulkanfiber. „Für die Formung von 90°-Winkeln musste ich eine Biegevorrichtung entwickeln“, berichtet der Hammer. Für die tragenden Teile verwendete der frischgebackene Maschinenbau-Ingenieur Stahl und Aluminium. Elektroantrieb, Ladegerät und Batterien, sowie Räder und Gabel sind Zukaufteile.

Die technischen Daten: Leistung: 500 Watt, Geschwindigkeit: 25 km/h und ca. 50 Kilometer Reichweite. Gewicht: 50 kg. Für den Straßenverkehr ist der E-Scooter nicht vorgesehen. „Das hätte Kostenrahmen und Arbeitsumfang gesprengt“, ergänzt Prof. Dr. Jens Bechthold. Aber das Campus-Fahrzeug bewältigt Kopfsteinpflaster und erklimmt Bordsteine problemlos – und er passt in den Fahrstuhl des Fachbereichsgebäudes.

Beide betreuenden Hochschullehrer äußerten sich begeistert von der Hingabe und dem enormen Arbeitseinsatz ihres Absolventen. Weil sich auch das Ergebnis sehen lassen kann, wird der Low-Cost-E-Scooter beim Karrieretag, am Mittwoch, 2. April auf dem Soester Hochschulcampus ausgestellt – zusammen mit dem Vulkan-Chopper und anderen Hochschulprojekten.

Vor seinem Maschinenbau-Studium an der Fachhochschule Südwestfalen absolvierte Yaliniz eine duale Ausbildung zum Konstruktions- und Fertigungs­technischen Assistenten am Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm. Als nächste Station plant der 25-jährige ein Masterstudium – nach dem verdienten Urlaub.

www.fh-swf.de/fbma | www.karrieretag-soest.de