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10.03.2014

CeBIT: FH Südwestfalen auf BMBF-Stand

Smart Emergency Supply System (SES²): Intelligente Notstromversorgungskonzepte unter Einbeziehung erneuerbarer Energien

Soest. Intelligente Notstromversorgungskonzepte zeigt die Fachhochschule Südwestfalen auf der CeBIT. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Egon Ortjohann wurden am Campus Soest Strategien zur Sicherstellung einer Minimalversorgung mit regenerativer Energie im Krisenfall erforscht.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte das Forschungsvorhaben unter dem Titel „Smart Emergency Supply System“ (SES²). In dem Projekt entwickelte das Team des Fachgebiets Energieversorgung ein intelligentes Netzwechselrichtersystem, das jetzt vorgestellt wird.

Hintergrund ist die zunehmende Abhängigkeit von einer stabilen Stromversorgung. Länger andauernde, großflächige Unterbrechungen der elektrischen Energie­versorgung bergen viele Nachteile und Risiken für Gesellschaft und Wirtschaft. Parallel nimmt mit immer mehr dezentralen Stromproduzenten und schwer berechenbaren regenerativen Stromquellen die Komplexität des Stromnetzes zu.

Stromversorgung bei Blackout

Das entwickelte System ist sehr vielseitig: Es kann im Haus, für einen Straßenzug oder in einer ganzen Region dezentrale Energielieferanten aus regenerativen Quellen als unabhängige Strominsel steuern und bei einem Blackout die Versorgung aufrechterhalten. Wenn die Energieversorgung wiederhergestellt ist, kann sich die Netzinsel automatisch wieder mit dem öffentlichen Stromnetz synchronisieren.

Damit ist das „Smart Emergency Supply System“ (SES²) eine innovative Strategie um die Zuverlässigkeit elektrischer Energieversorgungssysteme zu verbessern. Das modular und flexibel aufgebaute System bietet dabei die Möglichkeit, dezentralisierte Energiewandler, wie z.B. Photovoltaikanlagen (PV), Windkraftanlagen (WKA) oder auch Blockheizkraftwerke (BHKW) in die Notstromstrategie zu integrieren. Die Dezentralität der regenerativen Energien kommt hierbei der dezentralen Notstromenergieversorgung zu pass.

Die Software zur SES²-Betriebsführung basiert auf den Regeln der Prozesssteuerung eines großen Transportnetzes. SES² ist daher eine intelligente Backup-Sicherung für den Betrieb von intelligenten Stromnetzen („Smart Grid“), also der kommunikativen Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und Verteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung.

CeBIT 2014: Halle 9 | Stand D40

www.fh-swf.de/ses2 [mit Video] | www.bmbf.de/de/6002.php

 

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Hintergrund

Die elektrische Energieversorgung ist die Achillesferse einer jeden industrialisierten Gesellschaft. Im Falle eines „Black Outs“ könnte das soziale Leben empfindlich gestört werden. Ein länger anhaltender Stromausfall kann in urbanisierten Regionen sogar zu Problemen führen, die sich negativ auf das Zusammenleben in derartigen Krisensituationen auswirken könnten. Um diesen kritischen Einflüssen eines Ausfalls der Stromversorgung zu entgegnen, werden neue Strategien für intelligente Stromversorgungssysteme benötigt.

Das „Smart Emergency Supply System“ (SES²) ist eine innovative Strategie um die Zuverlässigkeit elektrischer Energieversorgungssysteme zu verbessern. Die Systemphilosophie basiert dabei auf einem modular und flexibel aufgebauten System, welches die Möglichkeit beinhaltet dezentralisierte Energiewandler, wie z.B. Photovoltaikanlagen (PV), Windkraftanlagen (WKA) oder auch Blockheizkraftwerke (BHKW) in die Notstromstrategie zu integrieren.

Mit dem SES² kann mit wenig Aufwand eine Inselnetzversorgung ähnlich der konventionellen Auslegung, welche dezentrale Erzeugungsanlagen berücksichtigt, aufgebaut werden. Der hier entwickelte Systemansatz beruht demnach nicht auf einer in sich geschlossenen Notstromlösung, sondern er ermöglicht alle im Netz bereits vorhandenen dezentralen Erzeuger in die Notstromsituation zu integrieren.

Als weiterer Aspekt wurde das SES² vom Systemdesign, so ausgelegt, dass es auch unter normalen Bedingungen eingesetzt werden kann, um dem Netz eine optimale Einbindung erneuerbarer Energien zu ermöglichen. Mit Hilfe des SES² könnten so die Lastflüsse in den Verteilnetzen geregelt werden und somit für optimierende und stabilisierende Effekte in Verteilnetzen gesorgt werden. Unter dieser Voraussetzung kann das SES² ebenfalls in Smart Grids als Management- und Kontrolleinrichtung eingesetzt werden.