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Erinnerung an frühere Zeiten: Parabolspiegel auf dem Gelände der Staatlichen Ingenieurschule in Meschede in den 70er-Jahren.
Erinnerung an frühere Zeiten: Parabolspiegel auf dem Gelände der Staatlichen Ingenieurschule in Meschede in den 70er-Jahren.(Download )
Lisa und Karl Stieren
Lisa und Karl Stieren(Download )
04.04.2014

Wie der Vater so die Tochter

Karl Stieren und seine Tochter Lisa Stieren haben beide in Meschede studiert

Meschede/Velmede. Karl Stieren aus Velmede arbeitet bei der Telekom. Er ist als Führungskraft für die Prozesssteuerung im Privatkundensegment in Deutschland verantwortlich. Seine Tochter Lisa arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Südwestfalen. Beide haben etwas gemeinsam: ein Studium in Meschede. Allerdings in unterschiedlichen Fächern und zu verschiedenen Zeiten.

Was und wann haben Sie in Meschede studiert?

Lisa Stieren:  Ich habe hier 2013 meinen Master of Arts in Wirtschaft gemacht.

Karl Stieren: Ich habe von 1976 bis 1979 in Meschede Elektrotechnik/Nachrichtentechnik studiert. Damals war hier noch die Gesamthochschule Paderborn und wir haben als Ingenieure graduiert. Nachträglich konnte man sich den Abschluss als Diplom-Ingenieur anerkennen lassen.

Hat sich die Hochschule seit Ihrem Studium sehr verändert?

Karl Stieren: Da hat sich doch einiges verändert. Von den alten Gebäuden ist ja nichts mehr übrig. In Datenverarbeitung haben wir damals mit Lochkarten und großen Trommelspeichern gearbeitet. Das funktioniert heute mit Chips in Fingernagelgröße. Manches ist aber auch gleich geblieben. Als ich heute hier ankam, sind mir sehr prägnant die Parabolspiegel auf dem Dach aufgefallen. Die hatten wir früher auch schon.

Warum haben Sie sich für ein Studium in Meschede entschieden?

Lisa Stieren: Nachdem ich meinen Bachelor in Heidelberg abgeschlossen hatte, stand ich vor der Wahl: Job oder Master? Ich bin noch jung und möchte weiter lernen. Das Wirtschafts-Studium hier wurde mir empfohlen. Für Meschede habe ich mich dann auch entschieden, weil es nicht weit von Velmede liegt. Mein Vater hat mir letztlich noch bestätigt, dass Meschede ein toller Standort ist.

Karl Stieren: Bei mir war es anders. Ich komme aus Büren und bin über das Studium hier hängen geblieben. Meschede kannte damals nicht jeder. Aber bei denen, die es kannten, war es positiv belegt. Wichtig war mir damals der Praxisbezug. Ich dachte, solche Leute können gebraucht werden.

Hat sich das in Ihrer beruflichen Laufbahn bestätigt?

Karl Stieren: Nach meinem Studium habe ich in der technischen  Planungsstelle bei der Post in Meschede angefangen. Damals ging es um den Ausbau des Fernmeldewesens, um BTX und Übertragungstechniken für Telefon und Daten. Da hat mein technisches Wissen gut gepasst. Ich konnte dann allerdings schnell in den organisatorisch-technischen Bereich mit Personalverantwortung wechseln. Was ich gemerkt habe: Wer im technischen Bereich arbeitet, lernt  automatisch und ständig dazu. Alle zwei bis drei Jahre ändert sich der Stand der Technik. Da   ist Flexibilität gefragt.

Lisa Stieren: Das ist das Schöne an Wirtschaft. Menschen verändern sich  auch ständig.  Zwar ist auch technisches Wissen wichtig, insbesondere bei der Bedienung von Computern. Die Herausforderung liegt aber vor allem darin, mit Menschen flexibel umgehen zu können und sich auf sie einzustellen.

Woran können Sie sich aus ihrem Studium noch besonders gut erinnern?
Karl Stieren: Den ersten Tag werde ich nie vergessen. Wir waren damals etwa 150 Studenten und wurden von Herrn Krause mit den Worten empfangen „Hier sind gut 100 von Ihnen zu viel, das werden Sie dann schnell selbst merken“.

Woran ich mich auch noch erinnere ist, dass wir nach Vorlesungen in der Aula manchmal noch mit 40 bis 50 Studenten „Sesamstraße“ geguckt haben. Besonders schön war überhaupt das Kollegiale. Wir sind mit zwei, drei Kommilitonen durchs Studium gezogen und haben viel gemeinsam erlebt. Und ein enorm großer Vorteil in Meschede: Bei „Hängern“ oder mangelndem Durchblick konnte man immer die Dozenten direkt ansprechen und fragen.

Lisa Stieren: Das ist heute immer noch so.  

Karl Stieren:  Ich habe wirklich gerne hier studiert.

Lisa Stieren: Ich auch.