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Eugen Zymner mit Ausgaben der „ln 66“
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Die dritte Ausgabe der ln 66 mit einem Interview mit dem Rennfahrer Jochen Rindt
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50 Jahre Meschede
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23.05.2014

Zwischen Technik und Kultur

Erinnerungen an die erste und einzige Mescheder Studentenzeitschrift „ln 66“

Meschede. „Meschede hatte vor 50 Jahren nicht nur die Ingenieurschule. Wir hatten sogar eine Studentenzeitung, für so einen kleinen Standort etwas ganz Besonderes.“ Eugen Zymner war Maschinenbaustudent des zweiten Semesters an der Fachhochschule. Er gründete zusammen mit seinem Freund und Mitbewohner Volker von Erichsen die „ln 66“ - Meschedes erste und einzige Studentenzeitung.

Der Name „ln 66“ ist aus den Mathevorlesungen entstanden. „Der Baurat Heymann erwähnte in seinen Vorlesungen so oft den Logarithmus Naturalis (ln), dass uns der schon zu den Ohren wieder herauskam. Dazu  haben wir die Jahreszahl unserer Erstausgabe gewählt.“ Die „ln 66“ etablierte sich schnell und die Auflage wurde auf 1000 Stück erhöht. Jedes Semester griffen die Redakteure Themen aus den Bereichen Politik, Sport, Kunst und Kultur sowie Fachberichte aus der Forschung auf. Aber auch „Bierzeitungsartikel“ aus dem Studentenleben oder provozierende und satirische Parodien auf Dozenten wurden immer gerne gelesen. In insgesamt 13 Ausgaben vom Wintersemester 1966/67 bis zum Wintersemester 1972/73 verfolgten die Redakteure der Zeitung beharrlich ihr Ziel, den Mescheder Studenten Kultur ein Stückchen näher zu bringen. „Wir haben damals für den Druck noch mit Schreibmaschine geschrieben und jeden einzelnen Buschstaben gezählt. Das war unglaublich mühsam“, so Eugen Zymner.

Für ihn waren die Interviews mit Prominenten das Highlight einer jeden Zeitung. Ob Autoren wie Josef Reding oder Max von der Grün, Sportler wie Rennfahrer Jochen Rindt oder die Kolumnistin und spätere Terroristin Ulrike Marie Meinhof von der Baader-Meinhof-Gruppe - die beiden Redakteure hatten keine Scheu, für ihre Zeitung an bekannte Persönlichkeiten heranzutreten. Bewaffnet mit einem riesigen Tonbandgerät sind sie zu Interviews und Lesungen gefahren, um diese aufzuzeichnen. „Wir wurden überall erstaunlich ernst genommen“, freut sich der heute 72-jährige.

Exemplarische Ausgaben der „ln 66“ sind bis Oktober in einer kleinen Ausstellung  vor Raum 1.1.2 in der Lindenstraße 53 zu sehen.