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Professor Ulrich Lichius und seine Mitarbeiter Michael Gieß und Alexander Franz (v.r.) testen den neuen 3D-Drucker schon einmal für den Lehrbetrieb.
Professor Ulrich Lichius und seine Mitarbeiter Michael Gieß und Alexander Franz (v.r.) testen den neuen 3D-Drucker schon einmal für den Lehrbetrieb.(Download )
28.05.2014

3D-Drucker an der Fachhochschule Südwestfalen in Lüdenscheid

170.000-Euro-Investition als große Bereicherung für den Lehrbetrieb

Lüdenscheid. Auf einen Zauberspruch wartet man vergeblich. Wenn Professor Ulrich Lichius einen bestimmten Gegenstand benötigt, reicht letztlich ein einziger Mausklick. Warum? Weil die Maus mit einem Computer verbunden ist, an dem dieser Gegenstand zuvor virtuell entworfen wurde. Und weil dieser Computer dann mit einem 3D-Drucker verbunden ist, der den Gegenstand baut. Klick und fertig also.

Im Labor für integrierte Produktentwicklung und Prozesssimulation der Fachhochschule Südwestfalen in Lüdenscheid steht seit einigen Tagen ein 3D-Drucker. Was der kann? Laborleiter Professor Ulrich Lichius überlegt und antwortet schließlich „viel“. Ohne die kurze Zeit des Nachdenkens hätte er vielleicht „alles“ gesagt. Und wenn Lichius dann erklärt, wie diese eckige schwarze Maschine in seinem Labor funktioniert, hätte man ihm wahrscheinlich nicht einmal widersprochen. 

„3D-Drucker fertigen Gegenstände, die zuvor am Computer entworfen wurden, indem sie diese in Schichten aufbauen“, erläutert Professor Lichius. Das hieße ja, man könnte sich jeden beliebigen Gegenstand – sagen wir mal einen Flaschenöffner oder eine Tasse – bei Bedarf kurzfristig ausdrucken. „Stimmt“, sagt Lichius, schränkt aber umgehend ein: „Je nach Größe des Gegenstandes dauert das seine Zeit.“ Kleine Gegenstände wie ein Flaschenöffner seien aber in etwa einer Stunde fertig. Aus welchem Material der dann ist, hängt vom jeweiligen Drucker ab. Der in Lichius‘ Labor fertigt hauptsächlich aus Kunststoff. „Aber durch ein Mischverfahren verschiedener Kunststoffe kann man den Härtegrad ziemlich genau festlegen“, erklärt Alexander Franz, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Professor Lichius.

Jetzt ist es aber nicht so, dass an der Lüdenscheider Fachhochschule künftig  beliebige Gegenstände in Serie produziert werden. Vielmehr bereichert die 170.000-Euro-Investition künftig gezielt den Lehrbetrieb. Professor Lichius: „Es ist ein großer Vorteil, wenn unsere Studierenden das, was sie bisher nur am Bildschirm entworfen haben, jetzt in den Händen halten können. Wenn sie unmittelbar herausfinden wollen, wie sich unterschiedliche Materialmischungen auf das Gewicht auswirken, können sie sich das Bauteil künftig einfach ausdrucken“.  Klick und fertig also. Und das ganz ohne Zauberspruch.