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Prof. Dr. Peter Thiemann (FH Südwestfalen und VDF), Dr. Jörg Scholtes (TWS), Referent Prof. Dr. Dirk-Uwe Sauer (RWTH) und Manfred Einerhand (Umschalten Soest e.V) Foto: Hinrichs FH SWF
Prof. Dr. Peter Thiemann (FH Südwestfalen und VDF), Dr. Jörg Scholtes (TWS), Referent Prof. Dr. Dirk-Uwe Sauer (RWTH) und Manfred Einerhand (Umschalten Soest e.V) Foto: Hinrichs FH SWF(Download )
30.05.2014

Technologien für Energiespeicherung sind vorhanden!

Prof. Dirk-Uwe Sauer von der RWTH Aachen sprach bei Soester Impulsen

Soest. „Technisch sind wir in der Lage, Strom in der benötigten Weise zu speichern – wir müssen natürlich schauen, was sinnvoll und was bezahlbar ist.“ Prof. Dr. Dirk-Uwe Sauer von der RTWH Aachen berichtete im Soester Audimax der FH Südwestfalen vor gut 200 Zuhörern über den aktuellen Stand der Stromspeichertechnik.

In seinem Vortrag, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Energiestammtisch" stattfand, beschränkte sich Sauer nicht nur auf einen umfassenden Überblick über die aktuelle Technik. Darüber hinaus verdeutlichte der gefragte Wissenschaftler mit Soester Wurzeln, welche komplexen Aufgaben bei der Lösung künftiger Energieversorgung im Strombereich entstehen.

Anhand verschiedener Beispiele machte Sauer deutlich, dass es keine Patentlösung bei der Energiewende gibt. So sei der Speicherbedarf schwer vorherzusagen, weil er sehr sensibel auf den Kraftwerksmix und den Netzausbau, sowie auf die Kosten der Speichersysteme oder Kapazitäten von Speichersystemen mit Doppelnutzen (Bsp. Elektrofahrzeuge) reagiere.

So erfordere jede Netzebene eine eigenständige Betrachtungsweise. Im Verteilnetz, das den Endverbraucher erreicht, wirken gänzlich andere technische  und wirtschaftliche Voraussetzungen als im Übertragungsnetz.

Zentrale Herausforderung sei es die Energiesysteme Strom, Gas, Wärme und Mobilität zu verknüpfen und dabei die Effizienz und Kosten im Auge zu behalten. So kann man zwar jede Energieart in eine andere umwandeln (Strom in Wasserstoff in Gas und zurück), aber bei jedem Verwandlungsschritt reduziert sich der Wirkungsgrad enorm. Unter bestimmten Voraussetzungen sei sogar ökonomisch sinnvoll, die verpönte Umwandlung von Strom in Wärme zu praktizieren.

Das Ende der Solarkollektoren vorhergesagt

Dies gelte etwa für Privatbesitzer von Photovoltaikanlagen, die nicht mehr von dem EEG profieren. Aufgrund der großen Preisunterschiede von Einspeisung und Bezug von Strom rechnen sich für diese Betreiber nicht nur Eigenverbrauch sondern gerade verschiedene Modelle der Stromspeicherung. So sagte Sauer mittelfristig der direkten Wärmegewinnung durch Sonnenenergie, also auch den verbreiteten Solarkollektoren das Ende voraus: Schon heute sei das Betreiben von Wärmepumpen mit hauseigenem Solarstrom wirtschaftlicher als die Erzeugung von Wärme mittels Solarkollektoren.

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit des Vereins Umschalten in der Energieversorgung - Soest e.V., des Vereins der Freunde und Förderer des Soester Hochschulcampus (VDF) und der Fachhochschule Südwestfalen
im Rahmen der "Soester Impulse" statt.

www.fh-swf.de/soester-impulse | www.umschalten-soest.de | www.isea.rwth-aachen.de | www.fh-swf.de/vdf-soest

Bildunterzeile

Beim „Energiestammtisch“ zum Thema Elektrische Energiespeicher konnten Prof. Dr. Peter Thiemann (FH Südwestfalen und VDF), Dr. Jörg Scholtes (TWS), Referent Prof. Dr. Dirk-Uwe Sauer (RWTH) und Manfred Einerhand (Umschalten Soest e.V). über 200 Interessierte begrüßen.                                                                      
Foto: Hinrichs | FH SWF