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17.06.2014

Vertriebsingenieure bekommen einen neuen Verbund

14 Hochschulen aus Europa gründen in Aschaffenburg eigenen Verbund für Vertriebsingenieure: Academic Association of Sales Engineering AASE. Soester Fachbereich Elektrische Energietechnik mit dabei

Soest. Professorinnen und Professoren aus 14 europäischen Hochschulen haben in Aschaffenburg einen eigenen Verbund der Vertriebsingenieure, die „Academic Association of Sales Engineering (AASE)“ gegründet. Sie wollen in den Bereichen Lehre, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit enger zusammenarbeiten, um den Beruf des „Vertriebsingenieurs“ weiter zu entwickeln.

Vertriebsingenieure verkaufen technische Produkte an Unternehmen. Bis vor wenigen Jahren gab es keine eigenen Studiengänge, um diesen Beruf zu erlernen. Auch heute gibt es nur wenige Hochschulen, die Bachelor- und Masterstudiengänge zur Ausbildung von Vertriebsingenieuren anbieten

Eine davon ist die Fachhochschule Südwestfalen. "Der Soester Fachbereich Elektrische Energietechnik bietet seit dem Jahr 2000 den Studiengang "Engineering and Project Management (Wirtschaftsingenieurwesen)" an, zunächst als Diplomstudiengang, seit 2008 als Bachelor-Studiengang. Der Studiengang EPM zeichnet sich auch durch den Studienschwerpunkt Technischer Vertrieb aus. Wir halten eine Mitarbeit in der AASE für äußerst sinnvoll, um so z.B. Erfahrungen im Bereich der Lehre auszutauschen, um gemeinsame Marketingstrategien zu entwickeln oder auch um gemeinsame Forschungsprojekte zu initiieren,"  begründet Prof. Dr. Christine Kohring das Engagement des Fachbereichs.

„Wir wollen Vertriebsingenieure als Marke etablieren. Den Studierenden gibt dies ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Industrie praxisnah ausgebildete Ingenieure für den Vertrieb technischer Systeme“ erklärt Ludger Schneider-Störmann, Professor an der Hochschule Aschaffenburg und erster Präsident des neu gegründeten Verbundes. Zum Gründungstreffen lud Schneider-Störmann ausschließlich Vertreter von Hochschulen ein, die für den technischen Vertrieb ausbilden. Damit grenzt sich die AASE bewusst von rein marketingorientierten Vertriebsstudiengängen ab.

Der Fachbeirat Vertriebsingenieur des Vereins Deutscher Ingenieure, VDI, begrüßte die Initiative. „Wir sind sehr froh, dass wir beim VDI offene Türen vorgefunden haben. Dies bestätigt uns darin, dass die Idee und der Zeitpunkt, die AASE zu gründen, genau richtig ist“, betont Luis Barrantes, stellvertretender Vorsitzender der AASE und Leiter des Studiengangs Sales Engineering and Product Management an der Ruhr-Universität Bochum.

Thomas Röhr, Professor an der École  Supérieure des Technologies et des Affairs in Belfort, Frankreich, leitete bei der Gründungsveranstaltung den Arbeitskreis Lehre: Hier entstehen neue didaktische Methoden für die Vertriebsingenieur-Studiengänge. Die Anforderungen und Ausbildungsziele der Studiengänge werden verglichen und gemeinsame weitere Arbeitstreffen sind vereinbart. Professor Jobst Görne  von der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Aalen führte durch den Workshop zum Thema „Forschung“. Als erste gemeinsame Veröffentlichung der AASE ist eine Panel Studie entstanden. Diese spiegelt die Situation von Vertriebsingenieuren in Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wider. Roman Anlanger von der Fachhochschule des bfi Wien, stellte diese Studie vor. Im kommenden Jahr wird die AASE an der Ruhr-Universität Bochum tagen. Neben weiteren Forschungsergebnissen sollen auch neue Erkenntnisse aller Arbeitsgruppen vorgestellt werden.

„Dass unser Vorhaben auf so breite positive Resonanz stößt, hat uns sehr gefreut. Die AASE wird die Marke „Vertriebsingenieur“ voranbringen und etablieren. Jetzt fängt die Arbeit erst richtig an“, fasst Schneider-Störmann die Gründungsveranstaltung der AASE zusammen.