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BU: (v.l.n.r.) Ryendra Hadiono und Ardi Satiamulyana haben schon gepackt. An der Fachhochschule Südwestfalen haben sie ein Antriebselement entwickelt, was über ein Touchpanel gesteuert wird.
BU: (v.l.n.r.) Ryendra Hadiono und Ardi Satiamulyana haben schon gepackt. An der Fachhochschule Südwestfalen haben sie ein Antriebselement entwickelt, was über ein Touchpanel gesteuert wird.(Download )
13.08.2014

Currywurst statt Reis

Völlig unverbaut: Der Soester Campus aus indonesischer Sicht

Soest. Für zwei indonesische Studenten heißt es am kommenden Freitag Abschied nehmen. Sechs Monate lang haben die beiden an der Soester Fachhochschule gelernt, getüftelt, gestaunt und nebenbei aus ihrer Sicht viel Eigentümliches über Land und Leute erfahren.

Wenn man eine über 11.000 Kilometer lange Reise auf sich nimmt, wie kann das Ziel nur heißen? Der Campus in Soest natürlich! So dachten Ardi Satiamulyana und Ryendra Hadiono im Frühjahr. Ihre Reise ist Teil eines schon seit mehr als zehn Jahren erfolgreichen Austauschprojekts der Fachhochschule Südwestfalen mit der „Swiss German University“ (SGU) in Jakarta. Die beiden jungen Männer hatten sich den Soester Fachbereich Elektrische Energietechnik ausgesucht, um dort ein Antriebsmodell zu entwickeln, wie es etwa in Schweißrobotern in der Automobilindustrie zum Einsatz kommt.

Wenn sie an ihre ersten Schritte über den Campus und durch die Soester Altstadt denken, wundern sie sich immer noch über die vielen, gut erhaltenen alten Gebäude, die aufgeräumte Stadt und darüber, dass die Züge der Deutschen Bahn so pünktlich sind. In ihrer Heimatstadt Jakarta, der Hauptstadt der Republik Indonesien mit 9,6 Millionen Einwohnern, sei es immer sehr heiß und viele Autos verstopften die Straßen. In Soest dagegen wehe ein frischer Wind, eine Stadt zum „Chillen und Relaxen“. Besonders aufgefallen ist den beiden, dass es in Deutschland offenbar mehr ältere als junge Menschen gebe. Zur Erklärung: Ardi und Ryendra wohnten im Haus Böhm in Bad Sassendorf. Aber besonders die älteren Menschen seien sehr freundlich und interessiert und fragten oft nach der Herkunft der Studenten und was der Grund für ihren Besuch in einer „komplett anderen Welt“ sei, so Ardi. Nur selten seien sie auf Intoleranz und Zurückhaltung gestoßen.

Viel gelernt haben die 21-jährigen Indonesier an der Fachhochschule in Vorlesungen und Versuchen. Aber auch die Soester Studierenden profitieren vom kontinuierlichen Austauschprojekt, sprechen über Erfahrungen und verbessern nebenbei ihr Englisch, so Laboringenieur Karl-Heinz Weber, der die Arbeit der Gaststudenten begleitet hat. Das Antriebsmodell, ausgestattet und gesponsert von der Firma B&R aus Krefeld, wird nicht in der Ecke verstauben, vielmehr sollen künftige Studierende die Technik weiterentwickeln.
Sehr gerne möchten Ardi und Ryendra noch einmal wiederkommen, die „frische Soester Luft“ schnuppern und ihr neues Lieblingsgericht genießen: Currywurst.  

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