Pressearchiv

Bilder

Dominik Aufderheide hat international promoviert und sich damit den akademischen Grad PhD erworben. Der „Philosophiae Doctor“ ist in englischsprachigen Ländern der wissenschaftliche Doktorgrad fast aller Fachrichtungen und ist mit dem „Dr.“ gleichzusetzen
Dominik Aufderheide hat international promoviert und sich damit den akademischen Grad PhD erworben. Der „Philosophiae Doctor“ ist in englischsprachigen Ländern der wissenschaftliche Doktorgrad fast aller Fachrichtungen und ist mit dem „Dr.“ gleichzusetzen(Download )
22.08.2014

Klassischer zweiter Bildungsweg bis zur Promotion

Dominik Aufderheide erweiterte die 3D-Kamera einer Spielkonsole um Bauteile dreidimensional einzuscannen. Ergebnisse sind live sichtbar.

Soest. Dominik Aufderheide krönte seine akademische Laufbahn jetzt mit dem Doktortitel. Das Besondere: Aufderheide absolvierte den klassischen „Zweiten Bildungsweg“. Und: Mit Diplom, Master und Promotion erarbeitete sich der 33-jährige gleich drei akademische Titel am Soester Fachbereich Elektrische Energietechnik.

Und noch eine Besonderheit: Die Fachhochschule Südwestfalen hat eigentlich gar kein Promotionsrecht. Ermöglicht wird das Soester Doktorstudium durch eine Kooperation mit der University of Bolton, mit der die Soester seit Jahren eine fruchtbare Kooperation pflegen: 15 Soester Doktortitel wurden bisher allein in Bolton verliehen. Begründet wurde diese fruchtbare Zusammenarbeit bereits vor 18 Jahren, als Bolton und Soest einen der ersten Master-Studiengänge in Deutschland aus der Taufe hoben.

Gravitationssensor ermöglicht 3D-Rekonstruktion in Echtzeit

 „Dreidimensionale Bilderfassung und -darstellung in Echtzeit“ könnte man Aufderheides Arbeit in Neudeutsch umschreiben. Der Originaltitel der vollständig auf Englisch verfassten Dissertation lautet: „Visual Inertial Sensor Fusion For 3D Scene Reconstruction“. Der Ennigerloher hat die 3D-Kamera einer Spielkonsole um einen Inertialsensors erweitert. „Natürlich habe ich das auch mit einer industriell genutzten 3D-Kameria durchgespielt – aber die kostet schnell 5.000 statt nur 100 Euro.“ Ziel der Entwicklung ist es, Maschinenbauteile deren Maße nicht mehr verfügbar sind, nachzukonstruieren oder auch weiterzuentwickeln.

Inertialsensoren können etwa Beschleunigung und Drehrate messen und sorgen in Smartphones und Tablets dafür, dass sich der Bildschirminhalt entsprechend der Haltung des Gerätes ausrichtet.

Nach der Realschule absolvierte Aufderheide eine Berufsausbildung zum Energieelektroniker und arbeite zunächst in dem Beruf. Dann holte er das Fachabi nach und studierte in Soest Elektrotechnik. Während er das Masterstudium oben drauf setzte, arbeitete er bereits für Prof. Dr. Werner Krybus, seinen örtlichen Betreuer der Doktorarbeit.

www.fh-swf.de/fbeet

„WYSIWYG – Diese unaussprechliche englische Abkürzung war ab den 90ern das Zauberwort vieler Gestaltungsprogramme am Computer: „Was du siehst, ist, das, was du bekommst“. Bewegten sich die Computer damals noch im zweidimensionalen Raum, schaffen die gewachsen Rechnerleistungen heute spielend 3D. 
Heute ist „Echtzeit“ ein wichtiges Schlagwort der IT: Durch Integration eines Inertialsensors in handelsübliche 3D-Kameras hat Aufderheide die dreidimensionale Erfassung von Gegenständen in Echtzeit möglich gemacht – eine kostengünstige Lösung, um Bauteile zu rekonstruieren und die Qualität des Scans gleich vor Ort überprüfen.