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28.08.2014

Chancengleichheit beginnt in der Kita

Studentinnen der FH Südwestfalen fordern mehr Zeit für Sprachförderung

Soest. Die Sprache ist für Kinder und Jugendliche der Zugang zu Bildung. Deshalb gilt die Sprachbildung in Kitas und Schulen derzeit zu einer der größten Herausforderungen der Bildungspolitik. Studentinnen der Fachhochschule Südwestfalen machten im Fachforum zur Sprachbildung in Berlin deutlich, wie wichtig dabei die Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte sei.

Die Sprachbildung beginnt bereits im frühen Kindesalter. In Deutschland besuchen fast alle Kinder bis zum Schuleintritt eine Kindertageseinrichtung. Damit gelten die Kitas als wichtiger Lernort. Hier werde der Grundstein für gleiche Chancen gelegt, heißt es auf der Homepage der WIFF, Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. Die Initiative sieht die Kita als Basis des Bildungssystems und setzt sich für deren Stärkung ein. Mit einem Forum zur Sprachbildung nutzte die WIFF den 15. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Berlin, um auf die wachsenden Ansprüche an pädagogische Fachkräfte aufmerksam zu machen. Neben Bernhard Eibeck, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Jutta Lanfermann, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, war das Podium auch mit Katrin Disselhoff und Martina Reers besetzt. Die Erzieherinnen studieren an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest berufsbegleitend Frühpädagogik.

„Durch das Studium können wir wissenschaftlich fundiert urteilen und nicht nur aufgrund unserer subjektiven Theorien“, so Martina Reers. Neben Kenntnissen zur Entwicklungsförderung im frühen Kindesalter erwirbt sie auch Kompetenzen im Projekt-, Qualitäts-  und  Sozialmanagement. Das Studium bereite sie stärker darauf vor, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Sie vermisst nur häufig die Möglichkeit, das erworbene Wissen in der Praxis umzusetzen: „Der größte Stolperstein liegt im Faktor Zeit. Minimale Verfügungszeiten der Pädagogen stehen einem massiven Zuwachs an Aufgaben gegenüber.“ Die Studierenden fordern, dass die Bildungszeit in der Kita genauso viel Wertschätzung durch Politik und Träger verdiene, wie die Zeit in der Schule. Eine qualifizierte Sprachbildung in Kitas setze Planung und eine kontinuierliche Weiterbildung der Fachkräfte voraus, so Katrin Disselhoff: „Generell ist es wichtig, dass sich auch die Kita als lernende Organisation begreift und die Träger ihre Fachkräfte mehr motivieren, sich adäquat weiterzubilden.“  

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