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Die Linie C1 hält jetzt sieben Minuten früher vor der Hochschule, um Studierende pünktlich zur Vorlesung zu bringen.
Die Linie C1 hält jetzt sieben Minuten früher vor der Hochschule, um Studierende pünktlich zur Vorlesung zu bringen. (Download )
Gregor Speer
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Prof. Dr. Monika Reimpell
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01.09.2014

Nächster Halt: Hochschule

Studierende entwickeln Vorschläge zur Verbesserung der Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs

Brilon / Meschede. Sieben Minuten. So viel früher kommt seit dem Fahrplanwechsel am 7. Juli der Bus der Linie C1 an der Haltestelle „Hochschule“ in Meschede an. Sitzen Studenten im Bus, steigen sie hier nun um 7.53 Uhr statt um 8 Uhr aus. Für sie bedeutet es den Unterschied zwischen „pünktlich sein“ oder „unpünktlich sein“, wenn sie eine Vorlesung besuchen, die um 8 Uhr beginnt. Für die Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG) ist dies eine erste Maßnahme, um den Öffentlichen Personennahverkehr für Studierende attraktiver zu machen. Ob das gelingt? Zumindest stammt die Idee zum Fahrplanwechsel von den Studierenden selbst.

Zu Semesterbeginn ist es ein gewohnter Anblick: Die Parkplätze rund um die Fachhochschule in Meschede sind voll. Mescheder Studierende kommen zu großen Teilen mit dem Auto zur Hochschule, nur wenige nutzen die Angebote von Bus und Bahn. Mehrfach haben die Studierenden in Meschede in Abstimmungen zudem das sogenannte „Semesterticket“ abgelehnt. Offenbar sind die öffentlichen Verkehrsanbindungen für die Studierenden nicht geeignet oder nicht attraktiv.

Der Teamleiter Verkehrsmanagement der RLG in Brilon Gregor Speer wollte es genau wissen und verabredete mit Prof. Dr. Monika Reimpell ein gemeinsames Projekt. „Uns hat interessiert, wie unser Angebot umgestaltet werden könnte, um den Bedürfnissen der Studierenden besser zu entsprechen“, erklärt Gregor Speer.

Im Wahlpflichtfach „Angewandte Unternehmensberatung“ übernahm Professorin Reimpell die Idee und führte mit den Teilnehmern Untersuchungen zum Thema durch. Hierzu gehörten Datenerhebungen und Recherchen von alternativen Konzepten im ländlichen Raum. „Praktischer und näher an der Erfahrungswelt der Studierenden kann man mit einer Aufgabenstellung ja kaum sein“, meint die Mescheder Dekanin, „solche Anregungen nehmen wir als Hochschule gerne auf“.  Die Studenten mussten vorgegebene wirtschaftliche und organisatorische Rahmenbedingungen beachten, waren ansonsten aber frei in der Konzeptentwicklung.

Am 17. Februar präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse. Die Überlegungen gingen in verschiedene Richtungen. Die Präsentation thematisierte die Umlegung verschiedener Buslinien, die Änderung von Busabfahrzeiten oder auch eine bessere Information zu Verkehrsverbindungen beispielweise über Apps. Unter anderem sahen die studentischen Unternehmensberater die Ankunftszeit der Linie C1 zum morgendlichen Veranstaltungsbeginn um 8 Uhr Uhr als problematisch. Den Fußweg eingerechnet, kamen die Nutzer dieser Linie regelmäßig zu spät zur ersten Veranstaltung. Alternativ konnten sie den Bus zuvor nehmen, der um 7:23 Uhr die Hochschule erreichte. „Das war offenbar vielen zu früh“, meint Speer. Ob die Fahrplanänderung zu mehr Busfahrern unter den Studierenden führt wird sich nun zeigen – spätestens zum Semesterbeginn Anfang Oktober.

Die neue Verbindung

Der Fahrtweg der Linie C1 ist bei dieser Fahrt seit dem 7. Juli gegenläufig. Der Bus fährt jetzt auf kurzem Weg über die Jahnstraße zur Hochschule, so dass er bei gleicher Abfahrtzeit um 7.47 Uhr am Busbahnhof die Haltestelle "Hochschule" bereits um 7:53 Uhr und damit rechtzeitig zum Veranstaltungsbeginn erreicht. Folgende Anschlüsse gelten am Bahnhof  Meschede (Ankunftszeiten):

7:38 Uhr R71 aus Richtung Arnsberg/Freienohl

7:43 Uhr Zug RE 17 aus Richtung Warburg,

7:45 Uhr Zug RE 57 aus Richtung Dortmund

7:46 Uhr S70 aus Richtung Eslohe