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((BU)) Keine Party ohne wissenschaftlichen Bezug: Die „Event Physik“ der Universität Paderborn spendierte eine Geburtstagskerze. Foto: FH/Sabine Henning
((BU)) Keine Party ohne wissenschaftlichen Bezug: Die „Event Physik“ der Universität Paderborn spendierte eine Geburtstagskerze. Foto: FH/Sabine Henning(Download )
21.11.2014

Vom Provisorium zum Erfolgsmodell

Die Fachhochschule Südwestfalen feiert „50 Jahre Studieren in Soest“

Soest. „50 Jahre Studieren in Soest“ - in diesem Titel stecken eine wechselhafte Geschichte, eine Entwicklung, die niemand hätte ahnen können und reichlich Erzählstoff. Das Jubiläum nutzten Lehrende, Studierende und Mitarbeiter sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft am Donnerstagabend, um die heutige Fachhochschule Südwestfalen wie sie ist und wie sie war zu feiern.

„Ich hätte nie geglaubt, dass die Ingenieurschule von damals so eine Entwicklung machen würde“, lässt Bernd Pinkernelle noch immer ungläubig seinen Blick über Campus, Gebäude und Labors der heutigen Fachhochschule Südwestfalen in Soest schweifen. Er war Student der ersten Stunde, als die Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen in Soest mit 34 angehenden Maschinenbau- Ingenieuren im Oktober 1964 den Lehrbetrieb aufnahm. Eine schöne Studienzeit sei es damals gewesen. Noch heute fühlt er sich als Teil des Ganzen: „Ich bin stolz, bei den Anfängen dabei gewesen zu sein und die Begeisterung, die ich in mir trage, ist heute nochmal gewachsen.“ 

Als Präsident der Fachhochschule Südwestfalen spannte Prof. Dr. Claus Schuster den Bogen bis in die Gegenwart: „Wir haben den Ehrgeiz, unsere Studierenden mit Erfolg und mit gutem Gewissen durchs Studium zu bringen.“ Er skizzierte die wechselhafte Geschichte der Fachhochschule, „von Provisorium zu Provisorium“, als Modell häufig in der Kritik, belächelt und sogar von der Schließung bedroht. Und trotzdem: „Der Überlebenskampf hat eine Kraft entfesselt und so den großen Erfolg der Fachhochschule Südwestfalen realisiert.“ Gemeinsam, mit dem Willen, etwas bewegen zu wollen, hätten Vertreter der einzelnen Standorte die Fachhochschule zu dem gemacht, was sie heute ist, denn: „Titel allein ist das eine, aber Können ist das andere!“

Als Mitglied des Hochschulrats, nahm sich auch Abt em. Stephan Schröer von der Abtei Königsmünster Zeit, der Fachhochschule zu gratulieren. Vom „Predigtschlaf“ weit entfernt, unterhielt er seine Zuhörer mit einem hinreißenden Vortrag. Dabei mahnte er die Studierenden, ihre Chancen zu nutzen und bedachte sie sowohl als auch Lehrende und Mitarbeiter mit einigen Wünschen. Zum Beispiel, dass es an der Fachhochschule familiär zugehe, dass die Studierenden in eine gute Freiheit gebracht werden, dass sie nicht zu Fachidioten verkommen, Zeit für Muße und Kultur haben und Werte als Kraftquelle für ihr Leben finden.

Die „Event Physik“ der Universität Paderborn bereitete ihren Gastgebern einige experimentelle Geburtstagsüberraschungen, ließen eine überdimensional große Kerze leuchten, brachten gusseiserne Kugeln mit Eis zum Bersten oder spielten virtuos auf der Rohr-Orgel. Zusätzliche musikalische Akzente setzte der noch junge HochschulChor. Den größten Spaß bei der anschließenden Jubiläumsparty in der Mensa hatten sicher die vielen Ehemaligen. Gottfried „Atze“ Moehring etwa, erinnerte sich, wie die damalige Ingenieurschule die wilden 68er erlebte. Ausgerüstet mit dem Transparent, „Ich bin eine Niveaubremse“, legte er gemeinsam mit Kommilitonen eine „zahme Studenten-Demonstration“ durch die Soester Innenstadt auf: „Vorne und hinten ging ein Polizist, damit uns nichts passierte.“