Pressearchiv

Bilder

Katrin Häuser will den Studierenden dabei helfen, die Studienzeit zu einer schönen Zeit zu machen. Foto: Pösentrup
Katrin Häuser will den Studierenden dabei helfen, die Studienzeit zu einer schönen Zeit zu machen. Foto: Pösentrup(Download )
27.11.2014

Mit Coaching den akademischen Alltag meistern

Neues Angebot unterstützt Studierende und steigert Qualität der Lehre

Soest. „Begleiten, betreuen, qualifizieren“, das hat sich die Fachhochschule Südwestfalen auf die Fahnen geschrieben. Welchen Stellenwert das Wohl der Studierenden hat, zeigt sich an den vielen Service-Angeboten. Die Studierenden- Coaches etwa, unterstützen in Sachen Zeitmanagement, Prüfungsangst und vielem mehr. Die Nachfrage ist groß! Katrin Häuser, Coach am Standort Soest, zählte jetzt die 100. Beratung.

100 Beratungen in fünf Monaten – mit diesem Erfolg hatte sie selbst nicht gerechnet. Seit Juni ist Katrin Häuser, die ihren Master in der Erwachsenenbildung gemacht hat, als Studierenden-Coach im Einsatz. 70 Prozent ihrer Zeit nimmt sie sich für Einzelberatungen. Im Gespräch versucht sie, sich in die Lage der Studierenden hineinzuversetzen und entwickelt individuelle Lösungsstrategien. 

„Es geht auch ums Studium, um Lernmethodik, Zeitmanagement oder Prüfungsangst, aber nicht nur. Es gibt oft ein Problem hinter dem Problem. Beziehungsstress, Heimweh, Krankheit, finanzielle Sorgen etc. Ich habe auch Fälle, da helfen Leute zu Hause viel auf dem Hof und kommen deshalb nicht mit ihrer Zeit klar.“

Bei ihrer Arbeit legt die 26-Jährige einen Schwerpunkt auf die so genannte Kompetenz-Bilanzierung. Sie analysiert genau, was die informellen Kompetenzen außerhalb der Fachhochschule sind. „Ich mache die Erfolgsgeschichten sichtbar. Was kann der Studierende im Sport oder in der Freizeit besonders gut? Das schafft Selbstvertrauen und dieser wertschätzende Blick auf den gesamten Menschen, das freut die Studierenden total!“

Studierende schätzen die persönliche und familiäre Atmosphäre an der Fachhochschule. Lehrende und Mitarbeiter haben jederzeit ein offenes Ohr für fachliche Themen und sind gerne bereit, sich zu kümmern. Die enorme Resonanz auf das Coaching zeigt, dass außerdem ein Bedarf an vertraulicher, oft auch anonymer Beratung besteht. Katrin Häuser bewertet die Studierenden nicht, kann frei über alles reden und – es gibt immer Schokolade. „Ich finde unsere Arbeit deshalb so gut und wichtig, weil es seitens der Fachhochschule ein Zeichen von Qualität und Wertschätzung den Studierenden gegenüber ist. Ich will ihnen dabei helfen, ihre Studienzeit hier zu einer schönen Zeit zu machen.“

„Studienabbrecher“ – das Thema ist nicht erst seit der Neuauflage des Hochschulpakts wieder in aller Munde. Bund und Länder wollen, dass Hochschulen mehr gegen Studienabbruch unternehmen. Coaching kann eine Lösung sein: „Von den 100 Beratungen waren allerdings nur zwei dabei, die abbrechen wollten. Die haben das Coaching als Möglichkeit gesehen, es noch einmal zu versuchen. Aber was heißt eigentlich abbrechen? Das sind ja keine Versager, die es nicht geschafft haben. So einfach ist das nicht immer!” versucht die gebürtige Essenerin zu relativieren. Kommt das Thema Abbruch zur Sprache, sucht sie gemeinsam mit den Studierenden und in Kooperation mit der Agentur für Arbeit nach Alternativen.

Auch an den Standorten Meschede, Hagen und Iserlohn arbeiten Coaches. Das Team trifft sich regelmäßig zu kollegialen Fallberatungen, um sich gegenseitig in schwierigen Fällen zu unterstützen. Anfänglicher Skepsis zum Trotz, schreibt das Coaching Erfolgsgeschichte. Aber Kennzahlen sind nicht das Entscheidende: „Wenn jemand im dritten Anlauf die Prüfung schafft, ist das ja nicht mein Verdienst. Ich begleite nur!“, gibt sich Katrin Häuser bescheiden. Noch mehr Klienten, noch mehr Beratungen, das sei nicht das Ziel: „Das Angebot des Coachings ist ein Zeichen, dass uns die Studierenden am Herzen liegen. Wenn das bei allen ankommt, dann ist es ein Erfolg!“