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(v.li.) Dekan Prof. Dr. Jürgen Braun, Dr. Jürgen Kauke, LWK Niedersachsen, Dr. Wilfried Hermann, Universität Hohenheim, Günter Stemann sowie Dr. Alexander von Chappuis, Geschäftsführung DLG e.V., freuten sich über den neuen Besucherrekord. Foto: Pösentrup
(v.li.) Dekan Prof. Dr. Jürgen Braun, Dr. Jürgen Kauke, LWK Niedersachsen, Dr. Wilfried Hermann, Universität Hohenheim, Günter Stemann sowie Dr. Alexander von Chappuis, Geschäftsführung DLG e.V., freuten sich über den neuen Besucherrekord. Foto: Pösentrup(Download )
28.01.2015

Landwirte begegnen Wetterkapriolen mit Hightech

DLG-Technikertagung informierte über neuste technische Lösungen zur besseren Bestimmung von Aussaat- und Erntezeitpunkten

Soest. Den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat zu finden, das wird für Landwirte immer schwieriger. Umso stärker wächst die Bedeutung von Fachtagungen, die über neueste Entwicklungen der Saattechnik informieren und eine Plattform zum Erfahrungsaustausch bieten. Zur 46. DLG-Technikertagung trafen sich jetzt gut 800 Gäste in der Soester Stadthalle.

Mit langen Trockenphasen im Wechsel mit niederschlagsreichen Unwettern gehen ein latenter Nährstoffmangel, Schädlingsbefall und sinkende Ertragszahlen einher. „Erst im Nachhinein erweist sich oft, welcher Saattermin der richtige ist“, bilanziert Günter Stemann, Diplom-Ingenieur am Soester Fachbereich Agrarwirtschaft, die Wetterkapriolen des vergangenen Jahres. Mit Unterstützung des Fachbereichs hatte er als Ausschussmitglied des DLG-Ausschusses, „Versuchswesen in der Pflanzenproduktion“, die 46. Arbeitstagung organisiert. Bereits zum 13. Mal wurden dabei an und in der Soester Stadthalle neueste Entwicklungen der führenden Hersteller von Versuchstechnik vorgestellt, modernste Maschinen und Geräte präsentiert sowie qualifizierte Vorträge zu aktuellen Themen aus den Bereichen Pflanzenbau, Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz angeboten. 

Die Nutzung der Satellitenortung (GPS-Signale) stand als hoch komplexes Thema im Mittelpunkt einiger Referate. Diese dient zur Steuerung von Aussaat- und Erntemaschinen bis hin zur völlig selbstständigen Betriebsweise, wobei sich der Mensch auf Überwachungsfunktionen beschränken kann und nur noch im Notfall eingreifen muss. Dank aufwändiger Software-Lösungen kann die Technik bereits bei der vorbereitenden Planung bis hin zu Datenerfassung eingesetzt werden, mit dem Ziel, die Genauigkeit, die Dokumentation und die Effizienz im gesamten Arbeitsprozess zu verbessern. Einen weiteren thematischen Schwerpunkt bildete diese Technologie: Zukünftig soll mit Hilfe drohnengetragener Sensorsysteme das Pflanzenwachstum auf den Versuchsfeldern kontinuierlich beobachtet und exakt vermessen werden. Mit Hilfe dieser Daten können Reaktionen der Pflanzen auf Wetter- oder Stressbedingungen und anbautechnische Maßnahmen (Düngung, Pflanzenschutzmaßnahmen, etc.) besser verfolgt, beschrieben und bewertet werden. Experten gehen davon aus, dass sich dadurch die Aussagefähigkeit bzw. der Informationsgehalt aufwändiger Feldversuche erheblich verbessern wird.

„Sie machen Soest zum Nabel der versuchstechnischen Welt in der Landwirtschaft“, begrüßte Professor Dr. Jürgen Braun als Dekan am Fachbereich Agrarwirtschaft die Gäste aus Deutschland, Dänemark, Österreich, Frankreich, den Niederlanden und Belgien. Er unterstrich die Bedeutung der Feldversuche als Basis der landwirtschaftlichen Forschung in der Pflanzenproduktion. Damit würden die Grundlagen für die Beratungder praktischen Landwirte geschaffen. "Ohne ein  innovatives Versuchswesen in allen Bereichen, wäre es kaum möglich gewesen, den Ackerbau dahin zu bringen, wo er heute ist“, so der Dekan. Aus diesem Grund biete auch der Fachbereich Agrarwirtschaft seinen Studierenden umfangreiche Versuche eng an der Praxis.

Die kontinuierlich steigenden Besucherzahlen der vergangenen Jahre sprechen für das Konzept der Veranstaltung. Aus diesem Grund wird die DLG- Technikertagung im kommenden Jahr nach Hannover in die Nähe des Messezentrums verlagert.

www.DLG.org/Technikertagung
www.fh-swf.de/technikertagung