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(v.l.n.r.) Dr. Maulahikma Galinium, Prof. Dr. Walter Roth
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28.01.2015

Landsleute fehlen in Iserlohn

Indonesischer Dozent forscht zurzeit an der Fachhochschule Südwestfalen

Iserlohn. So einige Kilos, meint Dr. Maulahikma Galinium, seien schon auf der Strecke geblieben. Der Weg von seiner Wohnung in Obergrüne bis zur Innenstadt sei doch recht weit, aber ein gutes Workout für die Figur. Seit November hält sich der indonesische Dozent in der Waldstadt auf und forscht an der Fachhochschule Südwestfalen im Bereich der Kryptografie.

Bis Ende Januar ist Dr. Maulahikma Galinium noch im Labor für Angewandte Informatik bei Prof. Dr. Walter Roth im Rahmen eines Programms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Der 30-jährige Gastwissenschaftler kommt von der Swiss German University (SGU) in Jakarta. Die SGU ist die erste Universität Indonesiens unter europäischem Management. Sie wurde im Jahr 2000 als ein Gemeinschaftsprojekt von Deutschland, Österreich, Schweiz und Indonesien gegründet und ist als Universität nach indonesischem Recht anerkannt. Am Aufbau war maßgeblich auch der Standort Soest der Fachhochschule Südwestfalen beteiligt. Jährlich verbringen rund 220 Studierende der SGU ihr Praxissemester in Soest.

Zu Professor Roth nach Iserlohn verschlug es Galinium aufgrund der fachlichen Nähe. Ebenso wie er forscht Roth auf dem Gebiet der „Smart-Cards“. Diese Chip-Karten werden zur kryptografischen Absicherung von Bank-Geschäften oder der Kommunikation eingesetzt. „ Hierbei sind hohe Sicherheitsstandards enorm wichtig“ berichten die beiden Wissenschaftler, „diese Karten sind in der Lage, eigene kryptografische Schlüssel selbst zu erstellen, die von Unbefugten nicht extern ausgespäht und ausgelesen werden können. Will man die Daten lesen, die mit der Karte verschlüsselt wurden, benötigt man die Karte und auch die dazugehörige PIN-Nummer“.

Für Maulahikma Galinium ist es nicht der erste Aufenthalt in Europa. Er hat bereits in Rom promoviert. Jetzt ist Iserlohn nicht Rom, aber es gefällt ihm hier. Nur den Kontakt zu anderen Landsleuten vermisst er. „In Iserlohn habe noch keine anderen Indonesier kennengelernt“ bedauert Galinium. Dafür findet er als Muslim in der türkischen Moschee einen passenden Ort für das Freitagsgebet. Die Stadt und die Umgebung hat er mittlerweile kennengelernt. Auch ein Besuch des Museums in Altena stand auf dem Programm. „ Und mit dem Schnee hat es am Wochenende ja auch noch geklappt“, freut sich Roth, der seinem Gast zu gerne auch einen typischen Iserlohner Winter zeigen wollte.