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05.02.2015

„Ohne Physik läuft nichts“

Schüler des Märkischen Gymnasiums Iserlohn verbrachten „Physik-Tag“ an der Fachhochschule Südwestfalen

Iserlohn. Licht einschalten, die Leuchtröhre geht an, der Raum ist beleuchtet. Das kennt jeder, macht jeder, ohne nachzudenken. „Sie haben damit gerade Plasmen gezündet“, klärte Prof. Dr. Dieter Ihrig die verdutzten Schüler auf und war sofort im Thema. Denn das Gebiet der Plasmatechnologie war eines von fünf Physik-Bereichen, die 42 Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Märkischen Gymnasiums Iserlohn (MGI) im Rahmen ihrer Profilwoche an der Fachhochschule Südwestfalen kennen lernten.

„Die Profilwoche veranstalten wir einmal pro Jahr für unsere Schüler. Jede Stufe erhält einen unterschiedlichen Schwerpunkt. Für die Jahrgangsstufe 9 sind dies die sogenannten MINT Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) erklärt MGI-Lehrer Dr. Dennis Draxler. „Und dafür verlassen wir auch die Schule, zum Beispiel für eine Exkursion zur Fachhochschule“. Für MINT-Fächer und die dazugehörigen Berufe ist die Physik ein unerlässlicher Bestandteil. „Ohne Physik läuft nichts“, fasst auch Prof. Dr. Klaus Stadtlander, Dekan des Fachbereichs Informatik und Naturwissenschaften, zusammen. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Studierenden begleitete er die Schüler in Kleingruppen durch die verschiedenen Labore.

Zurück zur Plasmatechnologie. Professor Ihrig erläuterte den Schülern die zahlreichen Einsatzgebiete dieser Technologie, angefangen von der Chip-Herstellung für PCs bis hin zum Einsatz in der Medizin bei der Wundheilung. „Plasma tötet auch Bakterien ab. Das wird bereits in der Praxis erfolgreich bei der Wundheilung eingesetzt. Was fehlt, ist jedoch ein Verfahren für den Masseneinsatz an Kliniken, um beispielweise multiresistente Keime erfolgreich bekämpfen zu können. Hieran forschen wir an der Fachhochschule, auch um mögliche Nebenwirkungen kennen zu lernen“ berichtete Ihrig.

Im Verlaufe ihres Besuchs lernten die Schüler die unterschiedlichsten Arten von Mikroskopen und deren Einsatzgebiete kennen: Vom einfachen Lichtmikroskop über das Rasterelektronenmikroskop bis hin zum Laserscanning- und Rasterkraftmikroskop. „Für so ein Mikroskop müssen Sie schon 250.000 Euro auf den Tisch legen“, klärte Mitarbeiterin Nina Kumpf auf. Gemessen und beobachtet wurde dementsprechend auch viel an diesem Tag. Zum Beispiel Knochenzellen von Mäusen oder Fliegenköpfe wurden betrachtet. Beschleunigungsmessungen und Stoßversuche wurden an der Luftkissenschwebebahn durchgeführt und so die Erdbeschleunigung berechnet. Und mithilfe der Infrarotspektroskopie wurde eine schnelle Messung möglich, um den Alkohol- oder Zuckergehalt von Pastis oder in Cola zu ermitteln.

Die Frage vieler Schüler, warum man Physik eigentlich lernen muss, stellte sich zumindest bei den MGI-Schülern nach diesem Vormittag nicht mehr. Und einiges, was die Schüler bei den vorgestellten Praktikumsversuchen im Schnelldurchlauf erfuhren, steht auch auf dem Lehrplan im kommenden Schuljahr.