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Nach 28 Jahren verlässt Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche die Fachhochschule Südwestfalen. Foto: FH/Hinrichs
Nach 28 Jahren verlässt Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche die Fachhochschule Südwestfalen. Foto: FH/Hinrichs(Download )
Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche (3. v. li.) wurde von vielen Festrednern, Gästen sowie Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand verabschiedet.
Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche (3. v. li.) wurde von vielen Festrednern, Gästen sowie Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand verabschiedet. (Download )
02.03.2015

Ein Grenzgänger verlässt die Fachhochschule

Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche will sich künftig in Gelassenheit üben

Soest. „Ich war schon immer ein Grenzgänger, bis heute“, so beschreibt sich Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche selbst. Nicht nur führte sein Schulweg zum Gymnasium über die Kreisgrenze ins Rheinisch-Bergische, auch im Berufsleben sei er das ein oder andere Mal an und über Grenzen gegangen. 28 Jahre lang hat Hans-Ulrich Hensche an der Fachhochschule Südwestfalen gelehrt, geforscht und nicht zuletzt als Vizepräsident für Marketing und Internationales das heutige Profil der FH entscheidend mitgestaltet.

Zur feierlichen Verabschiedung füllte Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche am Samstag (28.02.) ein letztes Mal das Audimax. „Er war immer der, der am meisten dafür gesorgt hat, dass alle an einem Strang ziehen“, verriet Prof. Dr. Claus Schuster, Rektor der Fachhochschule Südwestfalen, dabei über die langjährige Zusammenarbeit. „Der Mann, der brennt richtig für die Fachhochschule und den Fachbereich“, fasste sich Prof. Dr. Jürgen Braun als Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft in sehr persönliche Worte zum Abschied. Aber „Ruhestand“ – dieses Wort will dem Professor so gar nicht gefallen und passt auch nicht zu dem, was er noch vorhat. Unter anderem ist Hans-Ulrich Hensche stellvertretender Vorsitzender im Kuratorium der Andreas Hermes Akademie und Vorstandsmitglied der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft. Sich nicht von kleinkarierten Sorgen leiten lassen und stattdessen Gelassenheit üben, das hat sich der 66-Jährige vorgenommen, wobei Gelassenheit bisher nicht gerade seine Stärke gewesen sei. Nach Agrarstudium und Promotion in Bonn war er zunächst bei einem Pressedienst und bei der Landwirtschaftskammer Rheinland tätig. Später wechselte er in das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bonn. 1986 kam er von dort an die damalige Universität-Gesamthochschule Paderborn, Abteilung Soest. Für ein halbes Jahr hatte Prof. Hensche eine Rückfahrkarte ins Ministerium. „Aber die Lehre hat mir großen Spaß gemacht, die angenehme Zusammenarbeit mit den Studierenden, das sehr persönliche Miteinander am Fachbereich Agrarwirtschaft und Kollegen, die auf die Forschung gesetzt haben – ich habe Perspektiven gesehen und so bin ich geblieben.“ Soest wurde für ihn und seine Familie das neue Zuhause.

Ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit und immer neue Aufgaben, das schätzte er besonders. Spaß gemacht hätten auch die Widerstände, auf die Hensche, vor allem bei einem auf Bundes- und Landesebene heftig diskutierten Thema wie zum Beispiel der Regionalvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, getroffen war. Aber auch hochschulintern hat der Soester mit der Neustrukturierung der Lehre und dem Umzug auf den Campus 1995, der Loslösung von der Universität Paderborn und vielen anderen Wegmarken manchen Sturm erlebt. All das habe er aber als positiv empfunden. Als Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft erlebte er die Neugründung der Fachhochschule Südwestfalen. Den Zusammenschluss  sieht er rückblickend als Glücksfall für den Standort Soest: „Das war ein durchgehender Marsch nach vorn. Das Zusammenwachsen der Hochschule und das Management des Hochschulpaktes sind eine echte Herausforderung gewesen. Ebenso das gemeinsame Marketingkonzept, die Weiterentwicklung der Forschung, die Etablierung neuer Studiengänge sowie der Ausbau des Standortes Soest. Und die Ergebnisse sind durchaus vorzeigbar. Die neue Herausforderung ist jetzt, das Erreichte zukunftsfähig zu machen und zu konsolidieren. Schade, wäre schön gewesen, wenn ich daran noch hätte mitwirken können“, lässt der Professor ein bisschen Wehmut durchblicken. Ein Freund von guten Ratschlägen zum Abschied ist er nicht: „Ich hatte 28 Jahre Zeit, meine Botschaften zu vermitteln, wenn ich das bis jetzt nicht geschafft habe, dann wird das auch nichts mehr.“ Aber dann fällt ihm doch noch ein Schlusswort ein: „Die Kirche im Dorf lassen, alles nicht so ernst nehmen und sich eher auf die Dinge konzentrieren, die man wirklich ändern kann.“