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Von frostigen Temperaturen bis hin zu sengender Hitze – auch wettertechnisch war für das R4-Team Westfalen alles dabei.
Von frostigen Temperaturen bis hin zu sengender Hitze – auch wettertechnisch war für das R4-Team Westfalen alles dabei.(Download )
09.03.2015

R4-Team Westfalen zurück aus der Wüste

Studierende der FH haben nur „technische Blessuren“ davongetragen

Soest. Sechs Studierende der Fachhochschule Südwestfalen hatten sich am Rosenmontag aufgemacht, um an der legendären „4L Trophy“ von Biarritz nach Marrakesch teilzunehmen. In drei kultigen Renaults 4 ging es dabei von Soest über Paris, Madrid und Algeciras durch die marokkanische Sahara bis zur Stadt im Südwesten Marokkos. Nach 18 Tagen sind alle sechs wohlbehalten und um viele Erlebnisse reicher wieder an den Soester Campus zurückgekehrt.

Eigentlicher Tour-Start war für Lukas Siepmann und Björn Tumulla (Team Grün), Marcel Redeker und Fabian Horstkötter (Team Orange) sowie Nele Rost und Hardy Köckemann (Team Rot) erst am 19. März in Biarritz. Noch heute leuchten Siepmanns Augen, wenn er an das bunte Bild denkt, dass sich ihnen in der Stadt an der französischen Atlantikküste bot: „Jeder vierte Wagen war ein R4. Ein heilloses Verkehrschaos. Sobald einer anfing zu hupen, machten alle mit. Die Freude bei uns war riesig, weil wir wussten, jetzt geht’s richtig los!“ Manche Teams hatten ihre Kastenwagen aufgemotzt, stärkere Motoren eingebaut, das Fahrwerk höhergelegt, Spoiler angebracht oder den Lack mit Tigerstreifen verziert. Das Soester Team verhielt sich da eher zurückhaltend. „Was will man da auch mit dem deutschen TÜV machen“, lachte der Elektrotechnik-Student.

Ganz ohne technische Blessuren waren die R4-Fahrer und eine R4-Fahrerin nicht ausgekommen. „Zwei Stoßdämpfer, einen Anlasser, einen Keilriemen, zwei Spannrollen und einen Reifen hat’s zerlegt“, resümierte Lukas Siepmann. Aber das sei eigentlich gar nichts. Schließlich hätte jedes der drei Fahrzeuge, die gut 30 Jahre auf dem Kasten haben, während der Tour insgesamt 7.850 Kilometer zurückgelegt. Kleinigkeiten konnten die Maschinenbau-, Elektrotechnik- sowie Design- und Projektmanagement-Studierenden selbst reparieren. Bei größeren Defekten half während der Tour ein Mechaniker-Team des Veranstalters.

Enorme Anstiege mussten die drei Teams bewältigen, die geliebten 34 PS starken „Kisten“ zwang es dabei fast in die Knie. Heiß gelaufene Motoren standen im kuriosen Gegensatz zu schneebedeckten Straßenrändern auf 2.250 Metern Höhe. Einmal festgefahren, einmal verfahren, aber nur, weil arglos der bunten R4-Herde hinterhergerollt. Fladenbrot zum Frühstück, gekochtes Fleisch zum Abendbrot, keine Dusche, stattdessen viel Sand – so die Bilanz. Gefährliche Situationen für Leib und Leben hatten die sechs glücklicherweise nicht erlebt. Man muss verrückt sein, wenn man da mitfährt, werden sich viele Kommilitoninnen und Kommilitonen gedacht haben und ein bisschen sind die sechs es wohl auch. Aber neben all der Begeisterung für ihre nach Benzin riechenden Renaults 4, haben die Soester Studierenden auch den humanitären Sinn der Rallye nicht verfehlt und gut 150 Kilogramm Lebensmittel und Schulmaterial für marokkanische Kinder abgeliefert.