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Mit einem selbst gebastelten Geschenk bedankten sich die rumänischen Kinder bei den Studierenden.
Mit einem selbst gebastelten Geschenk bedankten sich die rumänischen Kinder bei den Studierenden.(Download )
(v.li) Maik Schröer, Philipp Strake, Veronika Peters und Carmen Friedrich sind froh, nur „technische Schäden
(v.li) Maik Schröer, Philipp Strake, Veronika Peters und Carmen Friedrich sind froh, nur „technische Schäden" davongetragen zu haben.(Download )
11.03.2015

Leuchtende Kinderaugen entschädigten für Strapazen

R4-Team „Europa“ ließ sich von technischem Defekt nicht kleinkriegen

Soest. Knapp 7.000 Kilometer in 24 Tagen und das bei maximal 80 Kilometern pro Stunde – so stand es eigentlich im selbst verfassten „Roadbook“ der vier Studierenden der Fachhochschule Südwestfalen. In zwei gut 30 Jahre alten Renaults 4 wollten sie Hilfsmittel zu Kindern in Europa bringen. Das haben sie auch geschafft, allerdings nicht ohne technische Störfälle.

„Man muss gar nicht weit schauen, um zu sehen, dass Armut nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Europa ein Thema ist“, so Veronika Peters, Carmen Friedrich, Maik Schröer und Philipp Strake zurück auf dem Soester Campus. Ursprünglich wollten sie gemeinsam mit sechs weiteren Studierenden als „Team Westfalen“ an der 4L-Trophy von Biarritz nach Marrakesch teilnehmen. Wegen einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, überlegten es sich die Vier aber anders und entschlossen sich spontan, auf eigene Faust eine alternative Route durch Europa zu fahren. Der humanitäre Grundgedanke, Lebens- und Schulmittel an Kinder zu verteilen, stand auch hier im Mittelpunkt. Über Prag, Budapest, Sofia und Bratislava sollte es nach Athen, Rom, Toulouse, Paris und wieder zurück nach Soest gehen. Geplante Haltepunkte waren ein Kinderheim in Timişoara, Rumänien, ein Haus der gemeinnützigen Organisation „The smile of a child“ in Athen sowie das vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst unterhaltenen „Centro Astalli“ in Rom. In Toulouse hatte eine deutsche Schule enormen Aufwand betrieben, Spendengelder und Material zu sammeln, welche das R4-Team wiederum zu Kindern in Paris bringen wollte.

Am 07. Februar machten sich die R4-Liebhaber auf den Weg. Viel erleben, fremde Städte erkunden und vor allem endlich die euphorisch gestimmten Leute entlang der Route persönlich kennenlernen – das hatten sie sich vorgenommen. Leider machte ihnen die Technik einen Strich durch die Rechnung: In Budapest war an einem der zwei Renaults 4 eine Feder an der Achse gebrochen. So ging es mit nur einem R4 weiter, um wenigstens die Spendenmaterialien in Rumänien „termingerecht“ abzuliefern. „Wir wurden dort herzlich aufgenommen und mit einem leckeren, selbst gemachten Mittagessen empfangen“, berichtete Veronika Peters sichtlich beeindruckt von der Gastfreundschaft der Menschen. „Es war eine wunderbare Erfahrung, in die leuchtenden Kinderaugen zu schauen.“

Dennoch bedeutete der technische Schaden das vorzeitige Ende der Tour. Für alle ging es zunächst wieder zurück nach Deutschland und ran an die Schraubenschlüssel. Wenige Tage später starteten die Studierenden einen zweiten Anlauf in Richtung Toulouse. Trotz aller Widrigkeiten hätten sie den Aufwand nicht bereut, so Philipp Strake: „Es war eine leider viel zu kurze Tour, aber eine sehr gute. Und ganz klar, eine Erfahrung fürs Leben!“