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(v.l.n.r.) Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jan-Lukas Steimann, Dr.Gretel Chometon-Luthe, Lehrkraft für besondere Aufgaben
(v.l.n.r.) Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jan-Lukas Steimann, Dr.Gretel Chometon-Luthe, Lehrkraft für besondere Aufgaben(Download )
Studentin Michèle Loscher
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26.03.2015

Die „Buchstaben“ der DNA entziffern

Fachhochschule Südwestfalen verfügt in Iserlohn jetzt über einen DNA-Sequenzierer für die biowissenschaftliche Forschung und Lehre

Iserlohn. Unter den zahlreichen Geräten im Labor fällt das neue Gerät zunächst kaum auf. Rein äußerlich ist es einem handelsüblichen Drucker nicht unähnlich. Doch dieser Sequenzierer hat die biowissenschaftliche Forschung revolutioniert und maßgeblich die Gewinnung neuer Erkenntnisse über das Erbgut von Lebewesen oder Viren ermöglicht. 2013 wurde die DNA-Sequenzierung einzelner Zellen im Bereich der biologischen Wissenschaften zur Methode des Jahres gewählt. Das Labor für Molekulare Biotechnologie der Fachhochschule Südwestfalen unter Leitung von Prof. Dr. Kilian Hennes verfügt jetzt auch über einen DNA-Sequenzierer der zweiten Generation.

„Es ist, als ob man in einem Buch lesen würde. Mit diesem neuen Gerät können wir quasi die einzelnen Buchstaben der Erbsubstanz automatisch ermitteln“, beschreibt Dr. Gretel Chometon-Luthe, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Iserlohner Fachbereich Informatik und Naturwissenschaften, die Funktion des Gerätes. Der Sequenzierer liest die auf einem Chip aufgetragene gereinigte DNA aus und bestimmt hierzu die Basen-Abfolge in zerkleinerten DNA-Molekülen. Einschließlich Vorbereitung nimmt die Sequenzierung drei Tage in Anspruch. „Dabei liest das Gerät bis zu 1 Millionen unterschiedlich DNA-Sequenzen gleichzeitig aus“.

Wichtig ist diese Untersuchungsmethode vor allem im Zusammenhang mit Krankheiten wie Diabetes und Krebs. Sie trägt dazu bei, das Wissen über die genetischen Ursachen und molekularen Grundlagen von Krankheiten zu erweitern. „Ziel ist die Entwicklung einer personalisierten Medizin“, berichtet ‚Dr. Chrometon-Luthe. „Der Patient soll Medikamente erhalten, die passgenau und individuell auf ihn zugeschnitten sind und zum Beispiel bei einer Krebserkrankung die zugrundeliegenden Mutationen patientenspezifisch berücksichtigen. Die DNA-Sequenzierung liefert neue Informationen über Krankheitsmechanismen und damit auch Ansatzpunkte für eine individuelle Medikamentenentwicklung“.

Für die Forscher und Studierenden, insbesondere im Masterstudiengang Bio- und Nanotechnologien, ergeben sich damit neue Forschungsmöglichkeiten. „Bislang hat die Fachhochschule Südwestfalen als erste Fachhochschule in Deutschland einen PGM-Sequenzierer für die praxisnahe Lehre zur Verfügung gestellt“, freut sich Dr. Chometon-Luthe. Als ersten Aufschlag haben die Studenten in einem Praktikum menschliche Hautzellen mit neuartigen Verfahren zur Krankenhaus-hygiene behandelt und danach mit dem Sequenzierer auf Stressanzeichen untersucht.