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Prof. Dr. Martin Ziron, Dr. Jochen Schulz, Dr. Jürgen Harlizius, Gerda Langenhoff, Dr. Detlev Schulz, Stephan von Berg sowie Prof. Dr. Friedrich Kerkhof begrüßten gut 80 Zuhörer auf dem Soester Campus. Foto: FH/Pösentrup
Prof. Dr. Martin Ziron, Dr. Jochen Schulz, Dr. Jürgen Harlizius, Gerda Langenhoff, Dr. Detlev Schulz, Stephan von Berg sowie Prof. Dr. Friedrich Kerkhof begrüßten gut 80 Zuhörer auf dem Soester Campus. Foto: FH/Pösentrup (Download )
Beschäftigungsmöglichkeiten wirken sich positiv auf Gesundheit und Verhalten von Schweinen aus. Foto: FH
Beschäftigungsmöglichkeiten wirken sich positiv auf Gesundheit und Verhalten von Schweinen aus. Foto: FH(Download )
30.03.2015

Maßnahmen für mehr Tierwohl im Schweinestall

Thementag an der FH: Mehr Tiergesundheit in der Schweinehaltung

Soest. Die Haltungsbedingungen von landwirtschaftlichen Nutztieren sind häufig Gegenstand öffentlicher Diskussion. Neueste Entwicklungen und Möglichkeiten der Tiergesundheit in der Schweineproduktion standen jetzt im Fokus der Landwirte-Akademie. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NRW und dem Unternehmen MSD Tiergesundheit, hatte der Fachbereich Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen zu einem Thementag eingeladen.

Eine artgerechte Haltung, ausreichend Futter und frisches Wasser sowie ein stress- und schmerzfreies Leben – verantwortungsbewusste Verbraucher legen zunehmend Wert auf eine tiergerechte Nutztierhaltung. Ebenso ist das Thema in der EU-weiten Gesetzgebung verankert. Damit wächst der Handlungsbedarf für schweinehaltende Betriebe. Antworten gibt die Initiative Tierwohl, ein in Deutschland branchenübergreifendes Bündnis aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel, das sich in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft für mehr Tierwohl in der Fleischerzeugung stark macht. 

Analog zu den Tierwohlkriterien des Bündnisses, hatte die Landwirte-Akademie ein gehaltvolles Tagungsprogramm erarbeitet. „Diese Veranstaltung sorgt für den nötigen Wissenstransfer der Wissenschaft in die Praxis, aber auch dafür, dass die Forschungsergebnisse kritisch hinterfragt werden“, unterstrich Prof. Dr. Friedrich Kerkhof von der Fachhochschule Südwestfalen. In den Vorträgen ging es beispielsweise um die Verbesserung des Klimas im Schweinestall, Kombinationsimpfungen sowie antibiotikaresistente Keime und die Belastung der Abluft von Schweinehaltungen. Zunehmend werde mit Blick auf das Tierwohl auch Wert auf tiergerechtes Beschäftigungsmaterial gelegt, so Prof. Dr. Martin Ziron von der Fachhochschule Südwestfalen. Sein Fachgebiet ist die Landwirtschaftliche Tierhaltung und Nutztierethologie mit Schwerpunkt Schweineproduktion. Schweine führen unter modernen Haltungsbedingungen ein eher untätiges Leben. Natürliche Verhaltensweisen wie das Wühlen während der Futteraufnahme werden in der größtenteils reizarmen Umgebung erschwert. So werde bei einer wenig abwechslungsreichen und reizarmen Stallumgebung in Kombination mit Stress häufig beobachtet, dass die Tiere ihr Ersatz-Erkundungsverhalten an ihren Stallgenossen austragen und beispielsweise in Ohren oder Schwänze beißen. Abhilfe könnten kaubare Beschäftigungsobjekte wie Ketten, Scheuerbäume oder Beißrollen sowie fressbare Materialien wie mit Futter gefüllte Automaten oder Seile und Säcke schaffen, so Professor Ziron. „Dabei sind die Beschäftigungsobjekte und -materialien mehr als nur „Spielzeug“. Je nach Einsatz lassen sich Vorteile in Bezug auf die Körperpflege, Nahrungsaufnahme sowie dem Zusammenspiel von Bewegungsapparat und Sinnesorganen machen.“

www.fh-swf.de
www.landwirtschaftskammer.de

www.msd-tiergesundheit.de