Pressearchiv

Bilder

09.04.2015

„Würmer“ zum Trinken

Kinderferienbetreuung im Labor für Biotechnologie der Fachhochschule Südwestfalen

Iserlohn. Eigentlich sollten ja Bubbles entstehen für einen fruchtigen Bubble-Tea. Aber das mit dem Pipettieren ist gar nicht so einfach. Und wer zu wenig Geduld hatte, produzierte statt kleiner runder Kügelchen eben „Würmer“. 10 Iserlohner Kinder verlebten heute im Rahmen des Ferienprogramms des Kinder- und Jugendbüros einen erlebnisreichen Forschungsvormittag im Labor für Biotechnologie der Fachhochschule Südwestfalen.

Ordnung muss sein. Gleich zu Beginn verteilte Studentin Elena Selkunova Laborkittel an die Nachwuchswissenschaftler und erläuterte das Programm des Vormittags „Wir produzieren heute eine sterile Wundauflage und wollen später noch einen Bubble-Tea herstellen“. Eine Wundauflage, die anders als die gewohnten Pflaster bei Blessuren garantiert nicht mit der Wunde verklebt, das kam bei den Kindern gut an. Bubble-Tea kannten die meisten nicht, aber als Wissenschaftler dringt man ja häufiger in unbekannte Welten vor. 

Danach wurde erst einmal gewogen, 1 Gramm Natriumalginat, und mit 50ml Wasser verrührt. Anschließend ging es mit den Flüssigkeiten ins Ultraschallbad. In der Zwischenzeit wurde wieder gewogen, diesmal 0,2 Gramm Kalziumlaktat. Auch präzises Abwiegen muss gelernt werden „Puh, das ist gar nicht so einfach“ stellte Katharina fest. Das Ergebnis aller Rühr- und Wiegebemühungen: Glibber. Aber ein „Zauberglibber“ sozusagen, verwendbar sowohl für die Wundheilung als auch für die molekulare Küche. Benetzt man damit einen Tupfer erhält man eine sterile Wundauflage, glitschig zwar, aber sehr wirksam, wie Dr. Gretel Chometon-Luthe erklärte: So etwas wird auch in Krankenhäusern verwendet, unter einer solchen Auflage heilen die Wunden besser“.

Vermischt mit Himbeersirup wurde die Natriumalginat-Lösung dann in eine Kalziumlaktatlösung pipettiert. Und hier zeigte sich, wer das Zeug zu einem geduldigen Wissenschaftler hatte. Ordentlich Tröpfchen für Tröpfchen in die Flüssigkeit pipettiert, bildeten sich feste Bubbles, ansonsten zusammenhängende „Würmer“. Nun noch einmal filtern und hinein in den Apfelsaft, ein Getränk aus der Molekularküche. „Schmeckt komisch, aber nicht schlecht“, befand Mira.

Nach dieser anstrengenden Forschungsarbeit ging es zum Abschluss dann noch in die Mensa zum Mittagessen mit bewährten Pommes. Die kannten alle Kinder.