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Prof. Dr. Martin Ziron (1. Reihe, 2. v.li.) präsentierte die Ergebnisse der Umfrage über Königinnenzucht und Varroabehandlung. Fotos (2): FH
Prof. Dr. Martin Ziron (1. Reihe, 2. v.li.) präsentierte die Ergebnisse der Umfrage über Königinnenzucht und Varroabehandlung. Fotos (2): FH(Download )
27.04.2015

Bienenschutz als Gemeinschaftsaufgabe

Umfrage der FH zeigt: Nur wenige Imker setzen Insektizide ein

Soest. Honigbienen sind von größter Bedeutung für unser Ökosystem: Sie sind für die Bestäubung von gut 80% aller Nutz- und Wildpflanzen verantwortlich und sichern damit gute Ernten und ökologische Vielfalt. Offenbar sorgen sich immer mehr Imker sowie verantwortungsbewusste Bürger um das Wohl der Insekten. Ein Vortrag zum Thema an der Fachhochschule Südwestfalen war mit 80 Teilnehmern sehr gut besucht.

Bienen ernähren sich vom Nektar der Pflanze. Auf ihrem Flug von einer Blüte zur nächsten, verbreiten sie die Pollen der Pflanzenart und sorgen so für die Bestäubung. Diese wiederum ist notwendig, damit die Pflanze keimfähige Samen und qualitativ hochwertige Früchte ausbilden kann. Den wirtschaftlichen Wert der Bienen in Zahlen zu fassen, erweist sich als schwierig. Wissenschaftler haben jedoch herausgefunden, dass ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion direkt oder indirekt von der Bestäubungsleistung der Honigbienen abhängt. Außerdem sorgen die Bienen mit ihrer Arbeit für den Fortbestand zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen sowie vieler Tierarten, die sich von Wildpflanzen ernähren. Mit dem Bienensterben gehen also immense negative Folgen für das ökologische Gleichgewicht einher.

Viele äußere Faktoren wie das Klima, der Einsatz von Pflanzenschutzmittel oder der Befall von Schädlingen stehen im Verdacht, verantwortlich für den Rückgang von Bienenvölkern zu sein. Prof. Dr. Martin Ziron vom Soester Fachbereich Agrarwirtschaft wollte der Frage auf den Grund gehen, wie heimische Imker gegen die Varroamilbe vorgehen. Mithilfe von Studierenden führte er dazu eine Befragung im Imkerverein Soest und Unna-Afferde durch. Die Ergebnisse präsentierte er 80 gespannten Gästen in seinem Vortrag. Demnach setzen Soester Imker zur Eindämmung des Schädlings die üblichen organischen Säuren ein. Ameisensäure (AS) wenden 95 % an, Oxalsäure (OS) 80 %. Milchsäure kommen bei 24 % zum Einsatz. Das Herausnehmen von Drohnenbrut, die Varroamilben bevorzugen diese zur eigenen Vermehrung gegenüber der Bienenbrut, wird von allen befragten Imkern praktiziert. 59% der Befragten wählten eine Kombinationsanwendung: Drohnen entnehmen sowie Ameisensäure und Oxalsäure anwenden. Nur 7% setzen Insektizide zur Bekämpfung der Varroamilben ein. Diskutiert wurden die zukünftigen Möglichkeiten zur Eindämmung der Varroabefalls. Mit Ausnahme von Insektiziden, sind bislang noch keine Alternativen zu den eingesetzten organischen Säuren verfügbar. Die große Hoffnung liege daher in der Zucht, erläuterte Prof. Ziron. „Ideal wäre es, wenn man die Bienen züchterisch soweit „formen“ könnte, dass Sie sich selbst gegen den Eindringling Varroamilbe zur Wehr setzten können, ohne dabei allerdings aggressiver gegenüber dem Imker zu werden.“