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Zeichnen, Schneiden, Kleben: Bis zum fertigen Modell ist es noch ein weiter Weg. Foto: FH/Pösentrup
Zeichnen, Schneiden, Kleben: Bis zum fertigen Modell ist es noch ein weiter Weg. Foto: FH/Pösentrup(Download )
So sieht ein erster Entwurf der Studierenden aus. Abb.: FH
So sieht ein erster Entwurf der Studierenden aus. Abb.: FH(Download )
27.04.2015

Fachhochschule zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Zwei Katamarane aus Vulkanfiber sollen im Juni über den Möhnesee fahren

Soest. Zu Lande und zu Luft – für beide Elemente hat der Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik mit Vulkanfiber Chopper und Loop Hunter bereits „Fahrzeuge“ mit Adrenalinfaktor entwickelt. Jetzt wollen Lehrende und Studierende auch noch das Wasser erobern: Im Sommer sollen zwei aus Vulkanfiber gefertigte Katamarane über den Möhnesee fahren.

„Schwimmen müssen sie können“, das sei die einzige Voraussetzung, um sich einen der begehrten Sitzplätze im Protoypen zu sichern, so Kai Laugsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Fachgebiet Konstruktionstechnik und Anlagenbau. Ein bisschen „verrückt sein“ gehört aber wohl auch dazu, wenn am 29. Juni zwei Katamarane aus Vulkanfiber zu Wasser gelassen werden. Unterstützt von Prof. Dr. Christian Stumpf und Kai Laugsch, tüfteln derzeit noch gut 80 Studierende der Studiengänge Maschinenbau, Technische Redaktion und Projektmanagement sowie Design- und Projektmanagement an den Entwürfen. Zwei Teams, „A-Hörnchen“ und „B-Hörnchen“, erarbeiten Konzepte zu den Themen Beschaffung, Design, Fertigung, Marketing und Planung. Das Ziel: Zwei schwimmfähige Katamarane aus Vulkanfiber zu konstruieren. 

Die Idee für das ungewöhnliche Projekt entwickelten Prof. Stumpf und Kai Laugsch. Sie arbeiten in Forschung und Lehre mit dem Werkstoff „Vulkanfiber“, ein Faserverbundwerkstoff aus Baumwolle und Zellstoff, der zu 100% umweltfreundlich ist. „Nachdem wir bereits den Chopper aus Vulkanfiber sowie eine Leichtbau-Variante zum Thema gemacht hatten, haben wir in diesem Jahr nach einem Nachfolgeprojekt für unsere Vorlesung „Angewandte Produktentwicklung“ gesucht. Und jetzt bauen wir halt Boote“, erläuterte Laugsch. Die Herausforderung für die Studierenden bestehe darin, das Material, was, ähnlich wie Holz, in Kontakt mit Flüssigkeit aufquillt, wasserfest zu machen. Beim gesamten Projekt steht der Umwelt-Gedanke im Vordergrund. Gearbeitet wird mit einem nachwachsenden Werkstoff und einem elektrischen Antrieb – ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Konzept.

Schnell war auch die passende Location für die Jungfernfahrt gefunden: der Möhnesee. Da es sich dabei um einen Stausee zur Gewinnung von Trinkwasser handelt, waren einige Absprachen nötig. „Da die Boote ja mit umweltschonender Elektroenergie angetrieben werden, hat der Ruhrverband als Betreiber der Talsperre sein OK gegeben. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Möhnesee, Hans Dicke, war schnell Feuer und Flamme“, lobte Prof. Stumpf die unkomplizierte Zusammenarbeit. Zu Wasser gelassen werden die Boote, besetzt mit jeweils zwei Studierenden,

Ende Juni im so genannten „Körbecker Becken“, nicht unweit der ADAC-Yacht-  und Segelschule. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) wird zur Sicherheit ebenfalls mit von der Partie sein. Beide Teams werden in einem Wettrennen gegeneinander antreten. Die Veranstaltung wird öffentlich sein, Schaulustige sind herzlich willkommen.