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 Prof. Dr. Annika Meyer hält am Dienstagnachmittag die letzte Vorlesung der Lüdenscheider Kinder-Uni.
Prof. Dr. Annika Meyer hält am Dienstagnachmittag die letzte Vorlesung der Lüdenscheider Kinder-Uni.(Download )
06.05.2015

Wege und Irrwege – wie findet Charlene aus dem Labyrinth?

Prof. Dr. Annika Meyer erklärt am Dienstagnachmittag (12.5.) bei der Kinder-Uni, wie man jedes Labyrinth knacken kann

Lüdenscheid. Wer ein Problem hat, der sucht nach einer Lösung. Je komplizierter das Problem, desto besser sollte die Strategie sein, die zur Lösung des Problems führen soll. Wer in einem Labyrinth steckt, der sucht nach einem Ausweg. Je komplizierter das Labyrinth, desto besser muss der Algorithmus sein, der zum Ausweg des Labyrinthes führen soll. Das klingt jetzt vielleicht etwas kompliziert, aber Labyrinthe sind eben auch eine komplizierte Sache.

Labyrinthe gibt es viele. „Aus manchen kommt man leicht wieder heraus, bei manchen ist es total schwierig“, sagt Prof. Dr. Annika Meyer. Am Dienstagnachmittag hält die Entschlüsselungs-Expertin der Kinder-Uni die letzte Vorlesung dieses Semesters. Und für Annika Meyer steht eines schon jetzt fest: „Wenn ein Labyrinth einen Ausgang hat, dann kann man ihn auch finden. Was man dazu braucht, ist die richtige Strategie“. Und diese Strategie heißt bei Labyrinten eben nicht Strategie, sondern Algorithmus. Einen solchen Algorithmus braucht Charlene ganz dringend. Sie sitzt nämlich in einem Labyrinth fest und hat bis jetzt keinen Plan, wie sie wieder herausfinden könnte. Ob die Kinder ihr helfen können, den richtigen Algorithmus zu finden?

Vielleicht! Dazu müssen sie aber erst einmal wissen, welche Algorithmen es überhaupt gibt. „Die Rechte-Hand-Regel zum Beispiel“, sagt Annika Meyer, „man geht mit der rechten Hand an der Wand des Labyrinthes entlang und findet automatisch zum Ausgang“. Na wenn das so ist, findet man ja mit links aus jedem Labyrinth heraus. „Aber so einfach ist es nicht immer“, erwidert Annika Meyer, „so einfach ist es nur, wenn die Mauer, an der die rechte Hand entlang geführt wird, auch mit dem Ausgang verbunden ist.“ Und wenn nicht? „Dann braucht man einen anderen Algorithmus.“

Jetzt dürfte klar sein, dass die Rechte-Hand-Regel allein nicht ausreichen dürfte, um Charlene aus dem Labyrinth zu befreien. „Stimmt“, sagt Annika Meyer, „aber vielleicht klappt es ja mit dem Algorithmus von Tarry“. Ja, vielleicht. Charlenes Problem ist jetzt nur, dass die Kinder den Algorithmus von Tarry wahrscheinlich noch gar nicht kennen. Aber wer ein Problem hat, der sucht nach einer Lösung. Und die gibt es am Dienstagnachmittag bei der Kinder-Uni.