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 Mit einem 5KW-starken E-Motor und schnittigem Design stach Team A in See.
Mit einem 5KW-starken E-Motor und schnittigem Design stach Team A in See.(Download )
Am Ende lagen die Studierenden von Team B knapp nach Punkten vorn. Fotos (2). FH/Sabine Henning
Am Ende lagen die Studierenden von Team B knapp nach Punkten vorn. Fotos (2). FH/Sabine Henning(Download )
30.06.2015

Der verrückte Gedanke saß mit im Boot

Studierende der FH ließen Katamarane aus Vulkanfiber zu Wasser

Soest. Viele Erfolgsgeschichten beginnen mit einer verrückten Idee – so auch das engagierte Ziel von gut 80 Studierenden der Fachhochschule Südwestfalen, die mit aus Baumwolle und Papier gefertigten Booten den Möhnesee erobern wollten. Nach knapp drei Monaten harter Arbeit und einigen Nachtschichten war es am Montagnachmittag (29. Juni) so weit: Zwei Teams traten im Wettstreit der Katamarane aus Vulkanfiber gegeneinander an.

Ruhige See, leichte Brise – besser hätten die Bedingungen für die Jungfernfahrten nicht sein können. Stolz und beklatscht von zahlreichen Schaulustigen, präsentierten die Studierenden die Ergebnisse stundenlanger Arbeit. Während der Bürgermeister der Stadt Soest, Eckhard Ruthemeyer, Taufpate für das Boot „e•waver“ von Team A stand, gab die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Möhnesee, Birgit Honsel, dem Boot von Team B seinen Namen „e- cruiser“. Beide Boote sind aus Vulkanfiber gefertigt, ein Faserverbundstoff aus Baumwolle und Papier, der zu 100% umweltfreundlich ist. Ganz im Sinne von Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit, werden beide Modelle mit einem elektrischen Motor angetrieben. Unterschiede arbeiteten beide Teams beispielsweise in der Form der Katamarane, im Design und in der Art des Antriebs heraus. Team A setzte etwa auf einen so genannten Z-Antrieb eines ausrangierten Außenborders. Auch bewiesen diese Studierenden Mut, veränderten die vorgegebene Ursprungsform grundlegend und hofften, dadurch schneller durch das Wasser gleiten zu können. Team B hob sich mit Teamleistung hervor, setzte im Vorfeld mit Marketingaktionen Akzente und überzeugte mit einer transparenten Dokumentation. Eine Herausforderung für beide Teams war es, das Baumaterial Vulkanfiber, was in Kontakt mit Flüssigkeit aufquillt, wasserfest zu machen. Als Hauptsponsoren unterstützten die Fachhochschule Südwestfalen, die Firma Hornex, die Volksbank Hellweg, die Sparkasse und der Verband Soester Ingenieure (VSI) das Projekt. Die Idee für das ungewöhnliche Projekt entwickelten Prof. Dr. Christian Stumpf und Kai Laugsch. Sie arbeiten in ihrem Fachgebiet Konstruktionstechnik und Anlagenbau mit dem Werkstoff „Vulkanfiber“ und suchten nach einem praktischen Projekt für die Vorlesung „Angewandte Produktentwicklung“. So entstand das Gemeinschaftsprojekt „ProjektEco – Gemeinsam ans Ziel“, das Ideen und Know-how von Studierenden der Studiengänge Maschinenbau, Technische Redaktion und Projektmanagement sowie Design- und Projektmanagement miteinander verband.

Die Jungfernfahrt war zugleich die letzte zu bewältigende Disziplin im Wettstreit. Unter den kritischen Augen der Fachjury mussten die Boote, jeweils besetzt mit zwei Bootsführern, eine Strecke von 400 Metern über den See zurücklegen. Zwar lag Team A mit 2:04 Minuten um Nasenläge vorn, doch sicherte sich Team B (2:15 Minuten) mit kleinem Vorsprung in den anderen Kategorien den Gesamtsieg.

Die Enttäuschung über den zweiten guten Platz war den Studierenden von Team A anzusehen. Jedoch: „Eigentlich gibt es zwei Sieger, denn Sie haben gezeigt, dass Sie in der Lage sind, ein Projekt von der theoretischen Idee bis zur Durchführung in der Praxis umzusetzen“, lobte Prof. Stumpf den unermüdlichen Einsatz aller Projektteilnehmer.