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Patrick Bernardo (li.) mit „seinem“ Forschungsprojekt und einem Kollegen am Robinson Institute in Wellington   Foto: Privat
Patrick Bernardo (li.) mit „seinem“ Forschungsprojekt und einem Kollegen am Robinson Institute in Wellington Foto: Privat(Download )
Bernardos schönstes Erlebnis in Neuseeland: 45 Sekunden „Freefall“ über schneebedeckten Bergen  Foto: Privat
Bernardos schönstes Erlebnis in Neuseeland: 45 Sekunden „Freefall“ über schneebedeckten Bergen Foto: Privat(Download )
01.09.2015

Skydiving und Supraleiterforschung

Patrick Bernardo schreibt seine Abschlussarbeit in Neuseeland

Meschede / Wellington. Morgens um 10 Uhr tönt ein fröhliches „Guten Abend“ aus dem Telefonhörer. Gesprächspartner ist Patrick Bernardo, Maschinenbaustudent in Meschede. Kein Irrtum, kein Witz: Bernardo hat gerade seinen Arbeitstag beendet. Er schreibt seine Abschlussarbeit am Robinson Institut der Victory University in Wellington, Neuseeland.

Seine Aufgabe ist die Durchführung von Messreihen an einer „Flux Pump“, einem Stromgenerator auf Basis von Supraleitern. Bernardo variiert die Form der Magneten, die zur Stromerzeugung eingesetzt wird,  verändert die Abstände der Magneten zum Supraleiter, misst Magnetlinien. Alles, um festzustellen, wie sich die Spannung in einem derartigen Generator beeinflussen lässt. „Es ist kein Thema, dass man in irgendeinem Buch nachlesen kann, sondern echte Forschung - man muss alles selbst erarbeiten“, erzählt Bernardo. Sein Projekt hat einen konkreten Anwendungshintergrund. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung einer Windkraftanlage eines koreanischen Unternehmens ein. Zwölf Megawatt sollen die Generatoren auf Supraleiterbasis später einmal leisten, bei einem Generatordurchmesser von etwa 8 Metern. Vergleichsweise winzig nimmt sich mit 20 Zentimetern Durchmesser noch die Versuchsanlage in Wellington aus. Aber alle wesentlichen Funktionen können hier bereits getestet werden.

An das Robinson Institute ist Bernardo eher zufällig geraten. Klar war für ihn nur, dass er im sechsten Semester für ein Praktikum ins Ausland wollte. Sein Betreuer Professor Dr. Patrick Scheunemann vermittelte ihn nach Wellington in ein Praktikum. Zunächst zweifelt der Maschinenbaustudent, seine Arbeit beinhaltete sehr viele elektrotechnische Fragestellungen. „Ich fand die Arbeit aber so interessant, dass ich die Chance genutzt habe, meine Bachelor-Arbeit gleich hier anzuschließen“,  so Bernardo. Fünf Monate hat er deshalb jetzt insgesamt in Neuseeland verbracht. Über vier Wochen arbeitete er von 8 bis 18 Uhr, fuhr Versuchsreihen, schrieb danach noch an seiner Arbeit.

Trotzdem blieb genug Zeit, Land und Leute kennen zu lernen. Der Mescheder wohnte im Wohnheim zusammen mit Kommilitonen aus London und Lyon. Auf Wochenendausflügen haben sie  sich gemeinsam bereits die Südinsel und fast die ganze Nordinsel angesehen. Neuerdings ist Bernado Rugby-Fan, war beim „Sky-diving“ in Queenstown, besuchte die Drehorte von „Herr der Ringe“, erwanderte den Franz-Josef-Gletscher. „Neuseeland ist einfach super“ - Bernado schwärmt von wunderschönen Seen, schneebedeckten Bergen – und vergisst darüber bald völlig seinen Feierabend: „Es ist mit nichts auf der Welt zu vergleichen.“      

Hintergrund

Das Robinson Institute der Victory University in Wellington ist spezialisiert auf Forschung und Anwendung im Bereich der Supraleiter. 25 Wissenschaftler arbeiten hier, vor allem Physiker und Ingenieure.

Den „Flux pump“ Generatoren Erreger entwickelten die  Wissenschaftler im Prozess der „High Temperature Superconducting“ (HTS). Hochtemperatur-Supraleiter wurden 1987 entdeckt und finden seit etwa 20 Jahren im Schiffbau Verwendung. Sie können zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden, beispielsweise zur Stromerzeugung.

Bewerbungen von Studenten aus Deutschland sind am Robinson Institute gerne gesehen. Mehr Informationen:
http://www.victoria.ac.nz/robinson