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Hannah Okeke begleitet die Studierenden bis zur Bachelor-Abschlussprüfung und oft sogar darüber hinaus. Foto: FH/Pösentrup
Hannah Okeke begleitet die Studierenden bis zur Bachelor-Abschlussprüfung und oft sogar darüber hinaus. Foto: FH/Pösentrup(Download )
30.09.2015

Nächster Halt: Fachhochschule Südwestfalen

Hannah Okeke betreut Studierende aus aller Welt – oft rund um die Uhr

Soest. Für die Studierenden des Studiengangs „Business Administration with Informatics“ (BBA) an der Fachhochschule Südwestfalen ist sie so etwas wie die gute Seele: Hannah Okeke kümmert sich vom ersten Kontakt bis hin zur Abschlussprüfung und sogar darüber hinaus. Besonders für Erstsemester ist sie die erste Anlaufstelle.

Wie bewerbe ich mich um einen Studienplatz, wie gestalten sich die Ankunft und das Leben in Deutschland, wo kriege ich schnell eine Wohnung her? Auf diese und viele andere Fragen weiß Hannah Okeke eine Antwort. Seit zehn Jahren ist sie am Fachbereich Elektrische Energietechnik für die Betreuung der BBA- Studierenden zuständig. Der Studiengang wird komplett in englischer Sprache gehalten. Im Zentrum steht eine fundierte betriebswirtschaftliche Ausbildung mit besonderem Fokus auf Informationstechnologien. Die Studierenden kommen meist aus fernen Ländern wie Gambia, Ägypten oder Südkorea und stehen zu Beginn ihres Studiums oft vor großen Herausforderungen: „Viele kommen hier an, wissen nicht viel über Deutschland, haben keinen Ansprechpartner und sprechen die Sprache nicht. Außerdem müssen sie sich, zur Finanzierung ihres Studiums, schnell um einen Job kümmern“, so Okeke. Zugute kommt den Neuankömmlingen das familiäre und sehr offene Klima an der Fachhochschule. Gut zehn Prozent der BBA-Studierenden sind Deutsche und bei der Integration der internationalen Studierenden enorm hilfreich. Außerdem organisieren studentische Hilfskräfte Treffen, geben Tipps zu alltagspraktischen Themen und helfen bei der Wohnungssuche. Bei Hannah Okeke laufen alle Fäden zusammen und wenn es mit der Wohnungssuche in den ersten Tagen eng wird, lässt sie die Erstsemester auch mal vorübergehend auf ihrer Couch übernachten. Ihre Familie sei da sehr tolerant, erzählt die gebürtige Bonnerin. Ihr Mann stamme aus Nigeria und könne sich sehr gut in die Lage der jungen Menschen hineinversetzen. „Als Pastor bietet er einen 24-Stunden-Service, genau wie ich.“

Mit 30 Studierenden war der Studiengang BBA vor zehn Jahren gestartet. Heute sind gut 300 eingeschrieben. Jeder komme mit seinen individuellen Fragen und Wünschen. Aber der Kraftaufwand lohne sich in jedem Fall, so die 62-Jährige: „Ich freue mich, wenn jemand sagt, ‚ohne Ihren Zuspruch hätte ich mein Studium nicht geschafft‘. Es ist schön zu sehen, wie Studierende trotz aller Widrigkeiten ihr Ziel verfolgen und das Studium fortsetzen.“Für Hannah Okeke wird die Erstsemester-Begrüßung 2015 die letzte sein, die sie begleitet. In einem halben Jahr wird sie in den Ruhestand gehen. Die Arbeit an der FH habe sie stets als Bereicherung empfunden und viele, sehr persönliche Einblicke gewonnen. „Es ist faszinierend, so viele Studierende aus unterschiedlichen Kulturen zu sehen. Da sitzen Israelis und Palästinenser nebeneinander, ohne, dass es Probleme gibt. Die Studierenden sehen nur den Menschen, den Mitkommilitonen, der genauso denkt und fühlt, wie sie selbst.“