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(v.l) Dr. Karin Hameister, Roland Breker, Dr. Elke Hof, Elfriede Jänsch, Dr. Rita Dreyer und Prof. Dr. Katja Gramelt luden ihre Gäste zu einem interdisziplinären Austausch ein. Foto: FH/Pösentrup
(v.l) Dr. Karin Hameister, Roland Breker, Dr. Elke Hof, Elfriede Jänsch, Dr. Rita Dreyer und Prof. Dr. Katja Gramelt luden ihre Gäste zu einem interdisziplinären Austausch ein. Foto: FH/Pösentrup(Download )
08.12.2015

Gefühlsausbruch: Was passiert dabei im Kopf?

Gemeinsamer Fachtag zum Thema „Emotionsregulation im Kindesalter“

Soest. Mit dem Ziel, einen interdisziplinären Austausch zum Thema „Emotionsregulation im Kindesalter“ anzustoßen, hatten das Wissenschaftliche Zentrum Frühpädagogik (WZF) an der Fachhochschule Südwestfalen und der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Kreises Soest heute (Dienstag, 08.12.2015) zu einem ersten gemeinsamen Fachtag eingeladen.

„Früher sagte man, ‚es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen`. Das ist zwar überholt, dennoch sind auch heute noch viele Menschen an der Erziehung beteiligt“, sagte Prof. Dr. Katja Gramelt als Geschäftsführerin des WZF zur Begrüßung auf dem Soester Campus der Fachhochschule. Vor diesem Hintergrund sei die Idee für einen gemeinsamen Fachtag entstanden: Gut 45 Heilpädagoginnen aus den Einrichtungen, die für den Kreis Soest die Frühförderung durchführen, Kinderkrankenschwestern aus dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst sowie Studierende der Frühpädagogik brachten sich mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln ein. Zahlreiche Ansätze für den sich anschließenden interdisziplinären Dialog lieferten drei Fachvorträge zum Thema.

Zum Auftakt referierte Dr. Karin Hameister als Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin an der Fachklinik für Kinderneurologie, Lebenszentrum Unna Königsborn, über neue Erkenntnisse im Bereich der Neurobiologie. Sie erklärte, wie Emotionen entstehen, welche Formen es gibt und welche Bedeutung sie für die Entwicklung eines Kindes haben. „Gutes Lernen ist verknüpft mit sozio- emotionaler Kompetenz“, so die Medizinerin. Ob und wie ein Kind mit Emotionen umzugehen weiß, hänge entscheidend von Faktoren des sozialen Umfelds ab. „Diese sensible Phase des Lernens beginnt früh und ist, wenn in der Familie nicht gegeben, immer mehr auch eine wichtige Aufgabe der Frühförderung.“

In weiteren Vorträgen berichteten Dr. Rita Dreyer, Dr. Elke Hof, Dr. Christine Stolk und Elfriede Jänsch (Kreis Soest) über ihre Erfahrungen aus den Bereichen Diagnostik und früher Intervention. „Bei diesem Fachtag geht es uns darum, dass wir als Erzieher, Therapeuten und Heilpädagogen die Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten in Gänze verstehen und nicht über Erziehungsmaßnahmen an ihren Symptomen arbeiten“, erläuterte Elfriede Jänsch das Konzept. Der fachliche Input solle helfen, neurologische Zusammenhänge dieser Verhaltensweisen von Kindern besser verstehen und gerade in Zeiten von Inklusion diesen Kindern professionelle Hilfe in den Einrichtungen zukommen lassen zu können. Prof. Dr. Katja Gramelt und Roland Breker vom WZF machten in ihrem Beitrag deutlich, dass die Bindung und Beziehung eine wichtige Voraussetzung für eine gute Entwicklung sei.