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Prof. Dr. Anne Jacobi und Landrat Dr. Karl Schneider bei der Übergabe der Umfrageergebnisse zum kulturellen Angebot für Jugendliche in Südwestfalen   Foto: Martin Reuther, Hochsauerlandkreis
Prof. Dr. Anne Jacobi und Landrat Dr. Karl Schneider bei der Übergabe der Umfrageergebnisse zum kulturellen Angebot für Jugendliche in Südwestfalen Foto: Martin Reuther, Hochsauerlandkreis(Download )
14.12.2015

Umfrage zur Kultur für Jugendliche in Südwestfalen

Prof. Dr. Anne Jacobi und ihr Team befragten 4151 junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren zum kulturellen Angebot in ihrer Heimat

Meschede. Was verstehen Jugendliche in Südwestfalen unter „Kultur“ und welche kulturellen Angebote wünschen sie sich? 4151 junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren haben Prof. Dr. Anne Jacobi und ihr Team aus Mitarbeitern und Studierenden im Sommer befragt. Jetzt wurden die Ergebnisse dem Landrat des Hochsauerlandkreises und amtierenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Regionalagentur Südwestfalen vorgestellt.

In der Beliebtheit kultureller Angebote ganz oben stehen bei den südwestfälischen Jugendlichen Kino, Rock-, Pop- und andere Konzerte sowie kulturelle Open-Air-Veranstaltungen. Auf den unteren Rängen finden sich Stadtbücherei, Jugendkunstschule oder Theater. „Viele Jugendliche denken bei Kultur an Museen, Tradition, Sitten und Gebräuche aber auch an internationale Vielfalt“, stellt Jacobi fest. „Beim regionalen Angebot kommen viele neben dem Museum schnell auf Schützenfest oder Kirmes.“ Die Mehrheit der befragten Jugendlichen empfindet es als wichtig, dass es ausreichend kulturelle Angebote in ihrer Region gibt. Auffällig: Jugendliche mit Migrationshintergrund äußern tendenziell ein stärkeres Interesse, genauso wie ältere Jugendliche oder junge Menschen mit höherem Bildungsabschluss.  

Die Marketingprofessorin aus Meschede hat die Jugendlichen in einer sogenannten „Clusteranalyse“ mit statistischen Verfahren in drei Gruppen eingeteilt. Sie unterscheidet in „Kulturliebhaber“, „Kulturindifferente“ und „Kulturbanausen“. Etwa jeder fünfte Jugendliche gehört zu den Kulturliebhabern, die sich eher unzufrieden mit dem Angebot zeigen. Dem gegenüber steht etwa ein Viertel Kulturbanausen, das mit der Situation in Südwestfalen zufrieden ist. Der Rest, die Kulturindifferenten, zeigt sich mäßig zufrieden. Wenn auch im Verhalten unterschiedlich, stimmen in ihren Wünschen jedoch alle Gruppen weitgehend überein. Die Jugendlichen wünschen sich mehr Konzerte, mehr Festivals, mehr Discotheken und mehr Kino.

Auftraggeber der Studie sind die Kulturregion Sauerland und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur des Landes NRW. „Forderungen zu stellen ist die Rolle und das Recht junger Menschen in einer Gesellschaft. Sie müssen nicht immer Recht haben, aber man sollte sich immer ihre Ideen anhören“, betont Ministeriumsvertreter Dr. Jens Pieper. Mit der Studie haben die Kulturverantwortlichen in der Region die Jugendlichen angehört. Doch wie sollten sie nun reagieren?

„Zum einen sollten Jugendliche an Angebote herangeführt werden, die noch nicht so stark frequentiert werden – beispielweise Musikschule, Stadtbücherei und Theater“, so Jacobi. Dabei zähle in Südwestfalen die Mund zu Mund-Kommunikation. „Jugendliche kommunizieren intensiv untereinander, sei es direkt, über das Internet  oder soziale Netzwerke“, meint die Marketingprofessorin,  „diese Medien sollte man in Zukunft verstärkt einsetzen“. Ebenso wichtig sind nach ihrer Ansicht neue Angebote, die den Freizeitgewohnheiten der Jugendlichen entsprechen - also beispielsweise Ausgehen und Freunde treffen, Konzerte oder zusätzliche Kinoangebote. Das etwas getan werden sollte, darin sind sich die Professorin und der Landrat einig. Dr. Karl Schneider: „Ein attraktives Kulturangebot für Kinder und Jugendliche ist wichtig für die Zukunft, um Familien für unsere Region Südwestfalen und den Hochsauerlandkreis zu begeistern“.

Die Ergebnisse werden allen Interessierten an diesem Thema am Freitag, 19. Februar 2016 um 17.00 Uhr im großen Sitzungssaal des Kreishauses vorgestellt und können anschließend mit Auftraggebern und der Fachhochschule diskutiert werden.