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16.12.2015

Es muss nicht immer Berlin sein

Studie: SWICE sieht starke Gründungspotenziale im ländlichen Raum

Soest. Wenn es um Start-ups geht, scheint Berlin zurzeit das Maß aller Dinge. Der „Deutsche Start-up Monitor“ bezeichnet die Hauptstadt als „das größte Entrepreneurship Ökosystem in Deutschland“. In Nordrhein-Westfalen hat sich Rhein-Ruhr als Gründungsregion hervorgetan. Aber wie steht es um die Region Südwestfalen? Das „South Westphalia Center for Entrepreneurship“ mit Sitz an der Fachhochschule Südwestfalen hat sich im Rahmen einer Untersuchung intensiv mit dieser Frage beschäftigt.

Die aktuell vorliegende Studie, „Von der Hochschule ins eigene Unternehmen? - Unternehmerische Einstellungen Studierender der FH Südwestfalen, Campus Soest“, zeigt, dass unter den Studierenden der Fachhochschule ein unentdecktes Potenzial an Existenzgründern schlummert. Bis zu 12% der Befragten halten die Gründung eines eigenen Unternehmens in den kommenden drei Jahren für möglich. 5,9% der Studierenden sind oder waren bereits unternehmerisch tätig; weitere 5,6% geben an, gerade ein Unternehmen aufzubauen.

Das „South Westphalia Center for Entrepreneurship“ (SWICE) verfolgt das Ziel, den Unternehmergeist in der Region Südwestfalen zu fördern. Ein Baustein ist dabei, den Kontakt zwischen Studierenden und unternehmerischen Vorbildern herzustellen. Die Studie zeigt nämlich auch, dass Studierende, die im näheren oder weiteren Umfeld unternehmerische Vorbilder haben, eine höhere Gründungsneigung aufweisen. Eine erste Kontaktaufnahme erfolgt zum Beispiel im Rahmen der Vortragsreihe „Start to start-up“, die seit Oktober wöchentlich im Audimax der Fachhochschule in Soest stattfindet. Im Programm der Reihe sind unter anderem Vorträge von erfolgreichen Gründern und Unternehmern. Ein Ergebnis der Studie ist, dass der Fokus künftig stärker auch auf die Gründungsabsichten von International Studierenden gelegt werden soll. Am Standort Soest der Fachhochschule studieren junge Menschen aus mehr als 60 Nationen. Laut Befragung weisen sie eine höhere Gründungsneigung auf als ihre deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Die Studierenden werden durch die Mitarbeiter des SWICE über die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen einer Gründung in Deutschland aufgeklärt. Gleichzeitig wird die Tragfähigkeit vorhandener Geschäftsideen überprüft und verbessert. Denn diese ist die Voraussetzung dafür, dass ein Ausländer die Genehmigung der Behörden für eine Gründung erhält. Prof. Dr. Andreas Gerlach sieht für eine Gründung in der Region durchaus Vorteile: „Südwestfalen ist nicht Berlin, aber die Gründungsvoraussetzungen sind hier in vielen Bereichen hervorragend. Die Mieten für Geschäftsräume sind vergleichsweise günstig und die Region bietet eine hohe Lebensqualität. Im Zeitalter der Digitalisierung lassen sich zudem viele Prozesse online abwickeln und die Kunden sitzen oft nicht nur in der Region, sondern im ganzen Bundesgebiet oder sogar im Ausland".

SWICE möchte die Ergebnisse nutzen, um in den kommenden Jahren gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern ein passgenaues Beratungs-, Informations- und Serviceangebot aufzubauen bzw. die bestehenden Angebote noch zu optimieren. Ziel ist, bei den Studierenden der FH Südwestfalen Begeisterung für das Thema Entrepreneurship zu wecken sowie die Bedingungen für Unternehmensgründungen in der Region zu verbessern.

Mehr Infos unter  www4.fh-swf.de/swice  oder  www.facebook.com/swiceswf.