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Prof. Dr. Hermann-Josef Elias: „Ein stets gut gelaunter und immer ansprechbarer Prof.“ geht in den Ruhestand. Foto: FH
Prof. Dr. Hermann-Josef Elias: „Ein stets gut gelaunter und immer ansprechbarer Prof.“ geht in den Ruhestand. Foto: FH(Download )
11.02.2016

Ein Professor mit unternehmerischer Weitsicht

Prof. Dr. Elias geht nach 25 Jahren Hochschule in den Ruhestand

Soest. Forschung und Lehre im Elfenbeinturm – das war nie sein Ding. Ob als Dekan am Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik oder als Professor für BWL, Projektmanagement und Arbeitswissenschaft, Prof. Dr. Hermann-Josef Elias hat immer betriebswirtschaftlich gedacht und Kontakte „zur Außenwelt“ gepflegt. Ende Februar geht Prof. Elias nach 25 Jahren Hochschule in den Ruhestand

„Ein stets gut gelaunter und immer ansprechbarer Prof.“, hört man Studierende über ihn sagen. Der Professor hat Hörerinnen und Hörern des Maschinenbaus und der Elektrotechnik die ökonomischen Grundlagen vermittelt. „Für Ingenieure ist es enorm wichtig, die im Geschäftsleben üblichen Begriffe der Kaufleute und Juristen zu verstehen und einordnen zu können. Außerdem müssen sie in der Lage sein, ihre Arbeitsergebnisse in guter Verpackung und in zielgruppenorientierter Sprache zu verkaufen.“, so der 66-Jährige. So haben Studierende verschiedene Planungs- und Präsentationstechniken praxisnah bei ihm trainiert. Dieses war vor 25 Jahren in der Ingenieurausbildung nicht selbstverständlich.

Nach einer Zeit, in der das Maschinenbaustudium bei Studienanfängern weniger nachgefragt war, hat Prof. Elias dazu beigetragen, den Fachbereich Maschinenbau in Soest auf eine breitere Basis zu stellen. „Das ist auch auf meinem Mist gewachsen“, hört man den Professor nicht ohne Zufriedenheit sagen, wenn er über die Anfänge des Studiengangs Design- und Projektmanagement (DPM) berichtet. Mit dem Ziel, die Lücke zwischen Designer und Ingenieuren zu schließen, hatte Elias gemeinsam mit Prof. Stemmer und Prof. Schürmann das Konzept für den Studiengang entwickelt und damit – wie er sagt – den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Mit Prof. Grillo als Studiengangsleiter sei DPM dann im Wintersemester 2007/2008 an den Start gegangen. Die seit Jahren stetig wachsenden Studierendenzahlen sowie die Erfolgsgeschichten der Absolventinnen und Absolventen legen nahe, mit ihren Analysen lagen die Professoren nicht daneben.

Ebenso hat sich Prof. Elias dafür eingesetzt, dass Studierende ergänzend zum Studium noch die komplette Ausbildung zum REFA-Ingenieur machen können. In Kooperation mit dem REFA Bezirksverband Westfalen Mitte, erwerben Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier spezifische Kenntnisse, um später in Betrieben nahezu aller Wirtschaftszweige Prozesse zu verbessern. Neues ausprobieren, immer dazulernen, das habe ihm auch in der Lehre am meisten Spaß gemacht. Besonders wichtig war ihm, den Praxisanteil noch zu erhöhen und intensive Kontakte zur Industrie zu knüpfen. "Das hilft, die  Vorlesungsinhalte aktuell zu halten und bereitet die Studierenden gut auf den Beruf vor.“

Vor seiner Zeit als Professor an der Fachhochschule hat der Sauerländer als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt, der FU Berlin, als Bereichsleiter Technik und Vertrieb bei einem großen Essener Konzern, einer Münchener Ingenieurgesellschaft sowie als Gründer und Leiter eines Ingenieur- und Beratungsbüros gearbeitet. 1991 wurde er als Professor an die Universität Paderborn, Abteilung Soest, heute Fachhochschule Südwestfalen, berufen. Zweimal Dekan, zweimal Prodekan – Prof. Dr. Elias war gern Kopf eines Teams, „mit dem man so allerhand durchziehen kann“. Bei allem kam es ihm immer auf die Zufriedenheit und den Erfolg der Studierenden an: „Ich freue mich, wenn ich die Entwicklung der Studierenden sehe: Vom schüchternen Erstsemester zum gestandenen Ingenieur und Manager!“

So ganz verabschiedet sich der Professor noch nicht, er wird noch Bachelor- und Masterarbeiten sowie eine Promotion am Fachbereich betreuen. Mit dem Ruhestand hält er es wohl wie mit dem Berufsleben: „Ich habe meinen Job nicht so sehr aus Hochschulperspektive betrachtet, sondern immer auch aus unternehmerischer Sicht. Unser Auftrag ist erst beendet, wenn Studierende einen guten Job haben und machen. Und dazu müssen sie den richtigen Werkzeugkasten dabeihaben!“